Rosenmontag gerettet: De Zooch kütt auch in Erkelenz

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Maak mött! Auch in Erkelenz werden am Rosenmontag Kamelle fliegen: Der Zug wird trotz gegenteiliger Gerüchte rollen. Mindestens 40 Gruppen nehmen teil. Foto: dpa

Erkelenz. Lange wurde darüber diskutiert, ob der Erkelenzer Rosenmontagszug in diesem Jahr wieder rollt oder auf dem Abstellgleis bleibt. Gerüchte machten die Runde, dass Wagenbaugruppen ihre Teilnahme abgesagt hätten und lieber nach Wegberg oder in andere Nachbarorte fahren, als sich in Erkelenz sogar die Musik vorschreiben zu lassen.

Vorangegangen waren Äußerungen der EKG, man wolle keine „Love Parade“ auf den Straßen dulden. Und tatsächlich war der Rosenmontagszug in den vergangenen Jahren oftmals zwar bunt und vor allem laut, aber immer weniger karnevalistisch. An sich, so beklagten auch Anwohner der Zugstrecke, sei es längst kein Rosenmontagszug mehr. Nebelmaschinen und aufgerüstete rollende Boxentürme schienen den traditionellen Karneval immer mehr zu verdrängen.

Nachdem in Granterath der Zug abgesagt worden ist, kursierten entsprechende Gerüchte auch über Erkelenz. Die ausrichtende Gesellschaft EKG hüllte sich in Schweigen und bezog nicht Stellung zu den diversen „Fake News“.

Nun hat sich Dr. Heinz Baltes, stellvertretender Vorsitzender der EKG, geäußert. „Der Zug wird rollen und es werden mindestens 40 Gruppen daran teilnehmen“, erklärte er auf Nachfrage. Damit sei der Zug gegenüber den sonst üblichen rund 90 Gruppen durchaus klein, aber von einem Boykott des Zuges, von dem im Internet in den sozialen Netzwerken zu lesen war, wisse er nichts.

Hinzu komme, dass in diesem Jahr auch in Wegberg der Rosenmontagszug auf die Piste geht und viele Gruppen aus der direkten Nachbarschaft sich dafür entschieden haben, dort mitzuziehen. Auch zur Musik habe man eine Lösung gefunden, die den Teilnehmern entgegenkommt. Denn jeder Gruppe wurde eine Playlist zur Verfügung gestellt, die gestreamt werden oder per USB-Stick zum Einsatz kommen kann. Kosten entfielen dabei keine für die Gruppen. „Die Auswahl versteht sich als Angebot, aus dem die Teilnehmer auswählen können“, betonte Baltes.

Ein weiteres Thema ist die Sicherheit. Für die Sicherheit im Zug seien die EKG und die Gruppen zuständig. Für die Sicherheit des Umfeldes jedoch nicht. „Terrorismusabwehr ist nicht unsere Aufgabe“, erklärte Baltes. Dies sieht man auch bei der Stadt so.

Nachdem vom Ordnungsamt die Auflage an die EKG herangetragen worden war, diese solle die Ortseingänge und Zugangswege zum Zug durch quergestellte Lkw sichern, hatte die Stadt auf dem kurzen Dienstweg reagiert und das Thema selbst in die Hand genommen. Trotzdem sei man erstaunt gewesen, wie viele Bürger spontan Hilfe angeboten und ihre Lastwagen zur Verfügung gestellt hätten.

Anfangs habe es „einen Knoten in der Kommunikation“ gegeben, räumte Baltes ein. Dieser sei nun aber gelöst. Und obwohl an sich seit November die Anmeldefrist für den Rosenmontagszug abgelaufen ist, würde man „nicht nein sagen, wenn sich noch jemand meldet“, ergänzte er. „Wir freuen uns auf schönen Straßenkarneval in Erkelenz.“

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