Waldfeucht-Haaren - Rosen-Eiskrem verlagert 30 Jobs von Waldfeucht ins Münsterland

Rosen-Eiskrem verlagert 30 Jobs von Waldfeucht ins Münsterland

Von: Daniel Gerhards Und Rainer Herwartz
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30 Jobs sollen verlagert werden: DMK plant, die Verwaltung seiner Eis-Sparte in Everswinkel zu zentralisieren. Die Gewerkschaft NGG spricht davon, dass das Unternehmen einen Millionenverlust erwartet und beim Personal sparen will. Foto: Daniel Gerhards

Waldfeucht-Haaren. Der Speiseeishersteller DMK Ice Cream zentralisiert seine Verwaltung am Standort Everswinkel bei Münster. Das bedeutet, dass die Arbeitsplätze der 30 Verwaltungsmitarbeiter der DMK-Tochter Rosen-Eiskrem aus Haaren nach Everswinkel verlagert werden.

„Allen 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung in Waldfeucht-Haaren sollen Arbeitsplätze in Everswinkel angeboten werden, die Belegschaft wurde schon zu den Plänen informiert“, teilte Unternehmenssprecher Oliver Bartelt auf Anfrage mit.

Effizienz „deutlich steigern“

Ziel dieser Arbeitsplatzverlagerung sei, das Geschäftsfeld Eis des Deutschen Milchkontors „zukunftsfest“ zu machen. Es gehe darum, dass die Eis-Sparte einen „Ergebnisbeitrag“ für die gesamte DMK-Gruppe liefert, so Bartelt. Die Zentralisierung sei notwendig, um die Effizienz der Eis-Sparte „deutlich zu steigern“.

Diese Aussage deutet darauf hin, dass die DMK Ice Cream aktuell nicht wirtschaftlich arbeitet. Das unterstreichen auch Zahlen, die die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) nun veröffentlicht hat. Demnach sei davon auszugehen, dass DMK Ice Cream das laufende Jahr voraussichtlich mit einem Minus von rund 14 Millionen Euro abschließen wird.

Diese Zahl sei Arbeitnehmervertretern des Deutschen Milchkontors von der Firmenleitung mitgeteilt worden, sagte Peter Mogga, Geschäftsführer der NGG Region Aachen. Die Zahl ist unserer Redaktion von mehreren Arbeitnehmervertretern bestätigt worden.

Allerdings wolle das Unternehmen Ende 2018 eine schwarze Null unter anderem durch Einsparungen von neun Millionen Euro erreichen. „Fast 40 Prozent dieser Einsparungen, also 3,5 Millionen Euro, sollen die Arbeitnehmer aufbringen“, sagte Mogga. Als mögliche Szenarien nannte er zum Beispiel Kürzungen beim Weihnachtsgeld und den Verzicht auf Zuschläge oder Urlaubstage. Denkbar sei nach Angaben von Mogga auch, dass gerade erst verhandelte Gehaltserhöhungen nun doch nicht umgesetzt werden.

Und falls solche Kürzungen nicht reichen, habe die Geschäftsführung angekündigt, dass es weitere Kündigungen in der Eis-Sparte geben werden müsse, bis die Einsparsumme erreicht sei, schreibt die Hamburger NGG-Zentrale in einer Information an ihre Mitglieder. Aus Kreisen der Arbeitnehmervertreter hieß es allerdings auch, dass „noch nichts in trockenen Tüchern“ sei. Es habe noch keine Verhandlungsrunde von Arbeitgebern, Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaft gegeben.

Die Gewerkschaft wolle möglichst viele dieser möglichen Einschnitte verhindern und hat nun auch zusammen mit den Betriebsräten ein eigenes Gutachten zur Wirtschaftlichkeit und den geplanten Sparmaßnahmen in Auftrag gegeben.

Dass das Unternehmen tatsächlich ein so dickes Minus erwartet, bestätigte Konzernsprecher Bartelt nicht: „Die genannten Zahlen sind reine Spekulation – dementsprechend kann ich diese Zahlen nicht kommentieren.“ Im laufenden Jahr nenne das Unternehmen auch keine voraussichtlichen Abschlusszahlen. Auf Nachfrage teilte Bartelt allerdings mit, dass die Produktion in Haaren mit mehr als 220 Arbeitsplätzen von der aktuell geplanten Umstrukturierung nicht betroffen sei.

Für viele Mitarbeiter der Rosen-Eis-Verwaltung bedeutet die jüngste Entwicklung aber wohl, dass sie sich einen neuen Job suchen müssen. Dass alle in die Verwaltung in Everswinkel wechseln, sei „wenig realistisch“, sagte Mogga.

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