„Rock-Story“ in der Wassenberger Kreuzkirche

Von: Johannes Bindels
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Löste Begeisterung aus: Die Band „Kreuzweise“ bei der Uraufführung von „Jesus – die Rockstory“ in der Kreuzkirche in Wassenberg (v.l.): Stefan Bimmermann, Titus Reinmuth, Jutta Graab-Ehlig, Klaus Reinhardt, Silke Kuhn, Thorsten Odenthal, Markus Feiter und Irmgard Eberl. Foto: Bindels
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Jutta Graab-Ehlig (Maria Magdalena) und Thorsten Odenthal (Jesus) im Duett bei Jesus: „Fühlst du es?“ und Maria Magdalena: „Du sagst Ja“. Foto: BIndels

Wassenberg. In unserem christlichen Kulturkreis kennen wohl die meisten Menschen die biblische Geschichte Jesu und sein Wirken bis zu seinem Tod und der Auferstehung. Neu, modern und musikalisch interpretiert als Rock-Story, wurde sie jetzt durch die Kirchenband „Kreuzweise“ erzählt.

In der Uraufführung hatten die Besucher in der evangelischen Kreuzkirche in Wassenberg die Gelegenheit, mit allen Sinnen – schauend, hörend, vom Sound betroffen, mit Licht untermalend und mitfühlend – Jesu Leben nachzuempfinden.

Pfarrerin Sabine Frauenhoff begrüßte in der vollbesetzten Kreuzkirche ein erwartungsvolles Publikum zu einem zweistündigen Programm: „Diese zweite Rock-Story ist für mich das erste Mal, diese Form der musikalischen Erzählung zu erleben, und ich freue mich gemeinsam mit ihnen auf einen interessanten Abend.“

Fesselnd in Form und Inhalt

Dramaturgisch fesselnd durch den Dialog im Wechsel von Originaltexten des Evangeliums nach Lukas und den feinsinnigen Musiktexten (Titus Reinmuth), ergeben sich spannende, manchmal kontrastierende Inhalte, die zum Nachdenken animieren. Gelungen ist dies den Mitgliedern der Band in der Besetzung Dr. Titus Reinmuth (Textautor, Bass und Darsteller des Bartimäus), Thorsten Odenthal (Musikkomposition/Jesus), Jutta Graab-Ehlig (Maria Magdalena), Silke Kuhn (musikalische Erzählerin), Markus Feiter (Gitarre), Stefan Bimmermann (Keyboard), Klaus Reinhardt (Drums/Johannes) sowie Irmgard Eberl (Lesung der Originaltexte Lukas).

Die Auswahl der Originaltexte des Lukasevangeliums als „soziales Evangelium“ findet die inhaltliche Fortsetzung in den Eigentexten der Rock-Story und sie sind damit gleichsam Hinweis auf die große Aktualität in der heutigen Zeit. So geben Texte wie die des Bartimäus („Mein Gott, ich hab sie angefleht, ich will nicht länger leiden, ich bin schon manchmal durchgedreht, das kann doch so nicht bleiben“) oder auch von Maria Magdalena („Nur wer hat, dem wird gegeben, manche sind halt arm geborn, nur wer meint, so ist das eben, der hat heute schon verlorn“) deutliche Hinweise auf das Auseinanderklaffen der Schere von Arm und Reich und der Forderung nach Gerechtigkeit. Vertiefungen der Kritik, das ist auch die Aufgabe der gesungenen Erzählungen in dieser Geschichte. „Fangt einfach an“, lautet die Aufforderung, die auch visuell auf der Leinwand erschien. „Als gäb´s kein Morgen, denkt mancher nur an sich. Ihr braucht kein Wunder geht hin und helft euch doch selbst, braucht keinen Führer, der mehr verspricht als er hält“ ist ein der Hinweis auch an die heutigen Menschen, Verantwortung zu übernehmen und sich nicht täuschen lassen.

Die Rock-Story mit Jesus, Maria Magdalena und der Erzählerin in den Hauptrollen sowie Johannes und Bartimäus in Nebenrollen, ist aber immer auch die Geschichte vom Glauben und von der Liebe – auch der von Maria Magdalena („Du sagst Ja zu meinem Leben, Du sagst Ja, egal was war“) und Jesus („Hörst du, was ich nicht sagen kann?“). Verbunden damit ist die Botschaft: „Akzeptiere dich einerseits, wie du bist“ und übe Toleranz in der Sicht „dass du akzeptierst, das andere anders sind“.

Geschichte von Gerechtigkeit

Es ist die gesprochene und gesungene Geschichte von Gerechtigkeit, Schuld und Vergebung, vom Scheitern und vom Neuanfang und vom Vertrauen in Gott – und so lautet denn auch der Schlusstext: „Ich lebe jetzt und in Ewigkeit, Gott, du schenkst mir meine Zeit, ich lebe jetzt und in Ewigkeit, dies ist meine eigene Zeit. Ich fang zu leben an – jetzt oder nie.“

Wenn christliches Leben und Wirken in dieser aktuellen und anregenden Form Einzug in die Kirche hält, dann erreicht dies die Menschen und der Zuspruch ist gewiss. Die Begeisterung für diese zweite Rockstory war weit über das Kirchengebäude hinaus zu vernehmen.

Wer mehr über das Projekt erfahren will, kann dies unter der Internetadresse: www.rock-story.de tun. Ein Begleitheft mit allen Texten und eine CD sind darüber erhältlich.

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