Ritter sind auch gegen moderne Bierbuden wehrhaft

Von: hewi
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Mit grimmigem Blick trotzte der mittelalterliche Tross Eis und Schnee auf dem Weg zur Burg. Foto: Koenigs

Erkelenz. Um auch allen Erkelenzern mitzuteilen, dass es an der Burg erstmals zur Weihnachtszeit mittelalterliches Spektakulum und Gaudi geben würde, hatten sich Peter Fellmin, seine Freunde der Burg und das fahrende Volk der Aussteller am Bahnhof bei der Volksbank getroffen und von dort aus den Weg durch den Ort eingeschlagen. Begleitet wurden sie dabei von „Bischof“ Manfred Schmitz, der im Alltagsleben Personalratsvorsitzender der Stadtverwaltung ist. Ohne Bischof und geistlichen Segen wollten es die Ritter, Kaufleute und Wikinger nicht losgehen lassen.

Begleitet von gewöhnungsbedürftiger mittelalterlicher Musik marschierten sie zur Burg, wo dann der Markt auch offiziell von Bürgermeister Peter Jansen eröffnet wurde. Besser als mit diesem Markt könne man den Slogan der Stadt – „Tradition und Fortschritt“– nicht darstellen, betonte Jansen. Neben einem Bischof hatten die Freunde der Burg mit Dirk und Nicole Ohler aus Langenfeld auch gleich einen Grafen nebst Gräfin für die Burg mitgebracht.

„Gebt Acht auf Sackschneider und gebt all euer Geld aus, denn dann kann man es euch im nächsten Jahr nicht mehr wegnehmen“, lautete der gute Rat der Aussteller zur Eröffnung.

Der „Veythaler Ritterschaft“ aus dem Aachener Umland hatte das Wetter nichts ausgemacht. Sie waren schon am Vorabend angereist und hatten trotz Schnee und Kälte ihre Zelte aufgebaut. Einige übernachteten auch darin, während die meisten dann doch eine Übernachtung innerhalb der Burgmauern vorzogen. An ihren Ständen war allerhand mittelalterliches Handwerk und auch Heilkunde zu bestaunen. So versprach Wanderhexe „Mehira“, die mit bürgerlichem Namen Britta Thienemann heißt, „Heilung aller Wehwehchen“ durch Heilsteine wie Fluorit oder Onyx.

Wie man zum Ritter wird, erzählte „Norbert von Thule“, der seinen bürgerlichen Namen nicht verraten wollte. Er war durch seinen damals zehnjährigen Sohn zum Rittertum gekommen. Sohn Dorian, den in jungen Jahren das Ritterfieber packte, ist mittlerweile Anfang 20 und trägt mit seinem Vater manchen Schwertkampf aus, wenn es sich ergibt. Dabei kommen echte Schwerter aus Eisen zum Einsatz. „Dabei haben wir schon einen Instinkt entwickelt, was geht und was nicht“, erklärte Ritter Norbert. Ernsthafte Verletzungen seien bislang noch nicht vorgekommen. Mit den Gegebenheiten zeigten sich die Rittersleut sehr zufrieden. Ihre Besucher unterhielten sie mit Schwertkämpfen, einer Feuershow, Tänzen und anderen Belustigungen, die man nicht alle Tage sieht. Organisator Peter Fellmin zeigte sich ebenfalls zufrieden. Dass das Kinderkarussell in Köln feststeckte und die Ritter sich weigerten, eine moderne Bierbude aufstellen zu lassen, trübte seine Laune nicht. „Wir lernen aus den Fehlern und werden im nächsten Jahr besser sein“, gab er sich zuversichtlich.

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