Riesige Hilfsbereitschaft: Spender packen auch beim Sortieren an

Von: Anna Petra Thomas
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Mit dieser Spendenflut hatte das DRK nicht gerechnet. Auch Spender packten beim ersten Spendentag in der neuen Lagerhalle an der Heinsberger Industriestraße mit an und halfen beim Sortieren. Foto: Anna Petra Thomas
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DRK-Koordinatorin Ira Stormanns und die Helferin Ingrid von Karczewski (von links) waren begeistert von all dem, was die Menschen brachten. Foto: Anna Petra Thomas
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Auch Elvira von der Forst und Benno Schmitz brachten Koffer mit beim ersten Spendentag des DRK in Heinsberg. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. „Hallo, guten Tag! Stellen Sie‘s bitte hierhin. Vielen Dank.“ So und ähnlich klang es einen Tag lang hundertfach in einer zunächst noch recht leeren Halle an der Heinsberger Industriestraße. Mithilfe unserer Zeitung hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) darum gebeten, für die in der Heinsberger Notunterkunft untergebrachten Flüchtlinge einen Tag lang zu spenden.

Und das taten nicht nur Menschen aus Heinsberg, sondern auch aus benachbarten Kommunen.

Das neue Lager wurde möglich dank des Heinsberger Unternehmens Mobau Wirtz, das nicht nur die Halle, sondern auch noch Regale zur Verfügung gestellt hat. Und so schleppten die Menschen im wahrsten Sinne des Wortes all das heran, was auf der Wunschliste des DRK ganz oben stand: Milch und Kakao, Kaffeepulver und Teebeutel, Würfelzucker, Fruchtsäfte und andere Getränke. Sie brachten Hygieneartikel, Waschpulver, Höschenwindeln für die ganz Kleinen, Duschtücher, leere Koffer und Reisetaschen.

Allein über 500 Koffer türmten sich am Ende des Spendentages in der Halle. Viele Spender hatten jedoch nicht nur leere Koffer mitgebracht, sondern diese gleich mit allerlei dringend gebrauchten Produkten gefüllt. Andere brachten erst leere Koffer, fuhren dann zum nächsten Supermarkt und kamen noch einmal mit einem Kofferraum voller Lebensmittel-Spenden zurück.

Es war den ehrenamtlichen Helfern ganz gleich, ob da ein ganzer Karton Milch oder nur eine einzelne Tüte kam. Für alles waren sie dankbar, im Namen der Flüchtlinge. Da der Andrang groß und helfende Hände dringend gebraucht wurden, blieben einige Spender dann auch gleich ganz selbstverständlich als Helfer mit vor Ort und packten kräftig mit an. „Das sieht hier aus wie am Flughafen“, schmunzelte eine von ihnen, als aus mehreren Autos gleichzeitig die Koffer ausgeladen wurden.

Schon eine halbe Stunde nach Öffnung der Halle konnte der erste DRK-Transporter bepackt mit Milchtüten und Getränkeflaschen Richtung Camp fahren. Schnell fand sich für die übrigen Lebensmittel ein einfaches Sortier- und Packsystem. Auf bereits gespendeten Tischtennisplatten wurden Kartons aufgestellt, in die alle Lebensmittel hinein sortiert wurden.

Auch Rainer und Beate Seifert gehörten zu denen, die den Aufruf quasi als Einkaufsliste verstanden und von allem etwas mitgebracht hatten. „Ich finde das ganz selbstverständlich“, erklärte Rainer Seifert. „Für Menschen, die in Not sind, geben wir doch gerne was ab.“ Umgekehrt wären diese Menschen doch auch für uns da, betonte eine andere Spenderin.

Henriette Beck-Møller und eine Gruppe dänischer Frauen, deren Männer auf der Nato Air Base arbeiten, hatten vor allem an die Kinder gedacht. „Für die ist es doch ganz, ganz schwierig“, sagte sie. „Man muss ja helfen“, erklärte auch Elvira von der Forst, als sie den ersten Koffer aus ihrem Auto wuchtete. „Wir haben Sachen im Überfluss. Da können wir doch was abgeben. Das ist das Wenigste, was man machen kann.“

Ira Stormanns, die den Tag im Lager für das DRK koordinierte, war wie alle anderen Helfer auch begeistert von den vielen Spenden. „Jetzt haben wir eine neue Herausforderung“, lachte sie und machte sich weiter ans Sortieren. Sie freute sich nicht nur über viele Spender, sondern auch über die neuen Helfer. Die persönliche Begegnung habe viele Menschen motiviert. Viele seien weggefahren und noch einmal zurückgekommen mit neuen Spenden. Jetzt müsse erst einmal alles gesichtet und sortiert werden. Der Wunsch von Ira Stormanns ist es, das Lager künftig einmal in der Woche für die Abgabe von Spenden zu öffnen.

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