Return-Gruppe geht neue Wege als Alternative zur Heimunterbringung

Von: Rainer Herwartz
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Praktikantin Sarah Sonnenfeld (links) freut sich im Gespräch mit ihrer Kollegin Steffi Drießen schon auf die kleinen Bewohner, die demnächst in die gemütlichen Räume der Return-Gruppe einziehen sollen. Foto: Rainer Herwartz
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Diese Doppelhaushälften in Heinsberg werden von Sonntagnachmittag bis Freitagnachmittag das neue Zuhause für bis zu acht Kindern sein.
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Michael Dänziger, Geschäftsführerin bei Wegweiser, möchte bald die ersten Kinder in der Return-Gruppe begrüßen.

Heinsberg. Im Kreis Heinsberg sei das „Lernen am Modell“ einzigartig, ist Michaela Dänziger sicher. Es bedeutet in diesem Fall nichts anderes als Lernen am eigenen Kind. Dabei geht es in groben Zügen darum, dass Eltern sich darin üben, mit ihren Kindern einen ganz normalen Alltag zu bewältigen. Dies geschieht aber nicht in den eigenen vier Wänden.

Sondern in einer so genannten Return-Gruppe der Kinder- und Jugendhilfe Wegweiser in Heinsberg. Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren leben hier von Sonntagnachmittag bis Freitagnachmittag.

„Unsere Idee war es“, so Dänziger, „wir holen die Eltern in die Gruppe. Oftmals sind die Kinder in ihrem Verhalten nur die Symptomträger für eine Überforderung der Eltern im Hinblick auf die Erziehung der Kinder.“ Psychische Erkrankungen der Eltern seien eine mögliche Ursache, erläutert Dänziger.

Beim „Lernen am Modell“ stehen nicht selten Standardsituationen im Umgang miteinander im Mittelpunkt, die die Familien oder Alleinerziehende vor solche Probleme stellen, dass der Verbleib eines Kindes zu Hause erst einmal wenig sinnvoll ist. Die bloße Anleitung zum Hausaufgabenmachen oder das Zubettgehen gehören dazu.

Die Schwerpunkte der Arbeit liegen in einem alters- und entwicklungsbezogenen, strukturierten Gruppenalltag mit Gruppenabenden und -aktivitäten. Hinzu kommen individuelle Förderangebote im Bereich Persönlichkeit, Lebensalltag, Schule, Freizeit- und Sozialverhalten. Durch eine enge Begleitung und Strukturierung der Rückführungsphase in die Familie soll es auch zu einer Stärkung und Förderung der Elternkompetenzen und ihrer Ressourcen kommen, listet Dänziger auf.

Regelmäßige Zielvereinbarungen und deren Überprüfung bildeten hierzu eine Grundlage. „In der Woche findet für die Kinder ein ganz normales Leben mit Schulbesuch, alltäglicher Versorgung, Freizeitgestaltung und die Anbindung an die Vereinswelt statt. Es geht hierbei um die Förderung sozialer Kontakte.

Die neue Return-Gruppe von Wegweiser wurde zum 1. März aus der Taufe gehoben. Acht Kinder können zeitgleich aufgenommen werden. Demnächst sollen die ersten beiden in die Einrichtung einziehen. „Obwohl kein zeitliches Limit für die Unterbringung festgelegt wurde, ist nicht daran gedacht, eine der Heimunterbringung vergleichbare Unterbringung bis zum Erwachsenenalter durchzuführen“, sagt Dänziger. Die Return-Gruppe solle ja gerade hierzu eine wirkungsvolle Alternative bieten.

Zwei Doppelzimmer und vier Einzelzimmer warten derzeit in den beiden miteinander verbundenen Doppelhaushälften der Einrichtung auf die ersten kleinen Gäste. Vier Erzieherinnen und Sozialpädagogen, zwei Hauswirtschafterinnen und eine Praktikantin werden rund um die Uhr für sie da sein.

Doch nicht für alle Kinder sei die Return-Gruppe ein sicherer Hafen. Wer Drogenprobleme hat oder körperliche Behinderungen, findet keine Aufnahme. „Letzteres gilt, weil wir für eine solche Betreuung einfach nicht ausgelegt sind“, sagt Dänziger.

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