Hückelhoven - Rettungswagen zugeparkt: Rentner wird Fall für Staatsanwalt

Rettungswagen zugeparkt: Rentner wird Fall für Staatsanwalt

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
11936314.jpg
Auf der Braunstraße hatte der widerborstige Rentner den Rettungswagen blockiert und war in die Bäckerei gegangen.

Hückelhoven. In der vergangenen Woche hat der Fall eines Rentners, der in Hückelhoven absichtlich einen Rettungswagen im Einsatz zugeparkt hatte, für viel Aufsehen gesorgt. Daraufhin meldeten sich mehrere Zeugen, die den Vorfall beobachtet hatten, bei der Polizei. Die spricht von einem „extremen Fall“ - der Folgen hat.

„Wir haben schon Zeugen vernommen und vernehmen noch weitere“, sagte Polizeisprecherin Angela Jansen auf Anfrage unserer Zeitung. Die Polizei wolle die Akte so schnell wie möglich an die Staatsanwaltschaft übergeben, sagte Jansen.

Welche Strafe den Rentner erwartet, ist derweil noch offen. Das hänge maßgeblich von der Einschätzung des Richters ab, sagte Jansen. Die Sprecherin sagte, dass es aus polizeilicher Sicht wünschenswert sei, wenn alsbald ein Gerichtsverfahren gegen den älteren Mann eröffnet werden würde. „Es muss jedem klar sein, dass es sein kann, dass ein Rettungswagen mal einen Weg versperrt“, sagte sie. Schließlich entschieden bei der Arbeit der Einsatzkräfte oft Sekunden oder Minuten über Leben und Tod. Da bleibt keine Zeit für die Parkplatzsuche. „Und es muss auch jedem klar sein, dass man einen Rettungswagen nicht genauso zuparken darf, nur weil man vorher selber warten musste“, sagte Jansen.

Im konkreten Fall musste der Rentner am 8. März auf der Braunstraße warten, weil ein Rettungswagen wegen eines dringenden Einsatzes auf der Fahrbahn stand. Den Rentner, der mit einem grauen Audi Q3 mit Heinsberger Kennzeichen unterwegs war, störte das offenbar so sehr, dass er über eine andere Straße davonfuhr und den Rettungswagen wenig später seinerseits blockierte. Der Rentner habe den Audi laut Polizei absichtlich mitten auf die Fahrbahn gestellt, so dass der Rettungswagen nicht vorbeifahren konnte.

Den Einsatzkräften sagte der dreiste Rentner: Eben habe man ihn warten lassen, jetzt würde er den Rettungswagen warten lassen. Dann ging der Mann seelenruhig in eine Bäckerei. Ein Patient, der dringend ins Krankenhaus gebracht werden musste, lag derweil im Rettungswagen.

„Das ist schon ein extremer Fall“, sagte Polizeisprecherin Jansen. Welche Strafe den Rentner erwartet und ob er seinen Führerschein abgeben muss, ist noch offen.

Glücklicherweise sei die Lage des Patienten im Rettungswagen nicht lebensbedrohlich gewesen. Deshalb könne dem Mann der Führerschein nicht wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr abgenommen werden.

Allerdings könne der Audi-Fahrer wegen Nötigung bestraft werden. Auch in diesem Fall sei es möglich, ihm den Führerschein zu entziehen, sagte Jansen. Ansonsten gehe das Strafmaß bei einer Nötigung von einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Die Entscheidung über das Strafmaß obliegt letztlich einem Gericht.

Leserkommentare

Leserkommentare (14)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert