Rettung der Oberbrucher Festhalle kommt voran

Von: Rainer Herwartz
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Wer den Ursprungszustand in den Räumen Kranzes... Foto: Rainer Herwartz
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...) und Blecken kannte, weiß, was hier geleistet wurde. Foto: Rainer Herwartz
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Josef Füßer (links) und Jochen Lintzen hoffen darauf, dass nun die Versprechen eingelöst werden. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg-Oberbruch. Gehofft hatten es viele. Allen voran die Oberbrucher selbst. Doch die Zahl derer, die fest daran glaubten, dass der neu gegründeten Interessengemeinschaft 2020 das Husarenstück gelingen würde, die Festhalle in Oberbruch wieder in die Spur glorreicher Zeiten zu bringen, dürfte mehr als überschaubar gewesen sein.

Mit Fug und Recht lässt sich die Entwicklung der letzten Monate daher als sensationell bezeichnen. „Als wir im September 2014 die Verantwortung für die Festhalle übernahmen, lag der Buchungsstand bei Null“, sagt IG-Vorsitzender Josef Füßer. „Kein Raum war vermietet. Wir wussten nicht, was auf uns zu kommt. Was dann passiert ist, ist phänomenal. Wir sind angetreten, den Beweis zu erbringen, dass die Festhalle lebt und dass es sich lohnt, in die Räume zu investieren. Heute sieht die Situation so aus, dass beginnend vom letzten September bis März 2016 über 200 Veranstaltungen hier stattfinden werden.“ Allein die große Festhalle mit dem Namen Oberbruch – alle sind nach Orten benannt – sei bis nach Karneval nächsten Jahres nahezu komplett ausgebucht.

Rein zufällig geschah dies freilich nicht. Dahinter steckt jede Menge Arbeit eines überaus engagierten Teams. „Wir haben über 3000 Stunden investiert, um den jetzigen Zustand wieder herzustellen. Dazu zählt auch der Bereitschaftsdienst bei Veranstaltungen.“

Was Josef Füßer unter dem „jetzigen Zustand“ versteht, ist in den Räumen mit den Namen Kranzes und Bleckden eindrucksvoll zu sehen. Ansprechend und völlig entstaubt wirkt der Gastraum schon auf den ersten Blick. „Das Facelifting betrifft den Raum komplett bis auf eingebaute Holzelemente“, erklärt Füßer. Der Boden wurde neu belegt, die Wände gestrichen, Sitzelemente wurden neu bezogen oder gleich neu angeschafft.

Auch eine neue Beleuchtung wurde dem Raum spendiert, ebenso wie Stehtische, neue Vorhänge bis hin zu Dekoartikeln und Tischwäsche. „Bis auf die Materialkosten für Boden und Wandfarbe, die die Stadt als Eigentümer übernommen hat, wurde alles andere von der Interessengemeinschaft bezahlt.“ Mittlerweile habe sie 180 Mitglieder, von denen sich etwa 20 kontinuierlich träfen, um neue Aktionen zu planen und umzusetzen.

„Umsetzung“ ist das Stichwort für SPD-Ratsvertreter und IG-Mitglied Jochen Lintzen. „Ich erwarte nun von Stadt und Politik, dass man das Wort, das alle vor der Wahl im Rat gegeben haben, nämlich zum Erhalt der Festhalle zu stehen, jetzt auch einhält und es umsetzt. Wer A sagt, muss auch B sagen.“

Die Sanierungsarbeiten müssten nun beginnen, meint Lintzen. Und das bereits vorhandene Budget von 605.000 Euro, das nach einer Anfrage der SPD im April durch die Stadtverwaltung genannt worden sei, müsse durch den Rat freigegeben werden. „Das Dach und die Heizung sind die größten Baustellen mit der höchsten Priorität.“ Zudem seien ein Bühnenlastenaufzug und ein Behindertenaufzug nötig.

„Die IG 2020 hat ihre Hausaufgaben gemacht, jetzt sind die Politiker am Zuge, zu ihren Worten zu stehen und Taten sprechen zu lassen.“ Dass er damit in erster Linie die CDU als Trägerin der absoluten Ratsmehrheit anspricht, dürfte klar sein.

„Ich erwarte in der nächsten Ratssitzung Ende Juni eine Vorlage zur Umsetzung der ersten Maßnahmen für 2016, damit die Ausschreibungen beginnen können.“

Auf die Frage nach dem gesamten Kostenaufwand hatte die Verwaltung Dachabdichtung und Blitzschutzmaßnahmen mit 250 000 Euro veranschlagt, für Fassade, Fenster und Türen etwa 100.000 Euro, für die Heizung 100.000 Euro, für die Raumlufttechnik 600.000 Euro, für die Elektroanlagen 300.000 Euro und für die Sanitäreinrichtungen 250.000 Euro.

Bei den Toilettenanlagen, die zum Veranstaltungsraum Bleckden gehören, hat die IG 2020 übrigens schon selbst Hand angelegt. Sie dürften schon in Kürze fertig sein. „Wir möchten, dass die Festhalle ein Haus für alle Menschen bleibt“, sagt Josef Füßer. „Die Festhalle ist nicht nur für die Oberbrucher da, sondern für alle Heinsberger und darüber hinaus.“

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