Wassenberg - Restaurant Alt Wassenberg beim „Restauranttester“

Restaurant Alt Wassenberg beim „Restauranttester“

Von: Daniel Gerhards
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Bei ihnen kommen Kräuter und Salat aus dem eigenen Garten: André Sroka und seine Frau Barbara sind am Montag in der neuen Folge des Restauranttesters auf RTL zu sehen. Foto: Daniel Gerhards
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Zwei Könner in der Küche: TV-Koch Steffen Henssler (l.) und André Sroka kochen gemeinsam. Foto: CUH

Wassenberg. Ein paar Kehrtwenden haben André und Barbara Sroka schon vollzogen. Seit 17 Jahren führen sie das Restaurant Alt Wassenberg mit angeschlossenem Hotel. Eine dieser Kehrwenden war zum Beispiel, dass sie den Thekenbetrieb abgeschafft haben.

Getrunken wird nun seit längerem nur noch am Tisch. Obwohl sie sich immer wieder anpassten, bleibt die Gastronomie für sie ein hartes Brot. Aber die jüngste Veränderung sollte den Durchbruch bringen. „Hinter dem Rücken“ von André Sroka meldete ihn eine Angestellte für die RTL-Show „Der Restauranttester“ an. Ende August des vergangenen Jahres kam TV-Koch Steffen Henssler dann mitsamt Kamerateam für fünf Tage nach Wassenberg. Am Montag wird die Sendung mit den Srokas ausgestrahlt.

Ein Ass in der Küche

Das Prinzip der Sendung ist einfach: Henssler besucht Restaurants, die mehr oder weniger schlecht laufen. Er hilft ihnen in der Küche, beim Betriebswirtschaftlichen oder in Sachen Außenauftritt. Oft hat er es dabei mit schlechten Köchen zu tun, denen er das kleine Einmaleins des professionellen Kochens beibringen muss. Das ist bei André Sroka anders. An Kochtopf und Pfanne ist er ohnehin ein Ass.

Sroka hat das Handwerk von der Pike auf gelernt und steht seit beinahe 50 Jahren in der Küche. Er arbeitete bereits in Warschau und Wien, in Ungarn und im ehemaligen Jugoslawien. Bei ihm kommt das Wild direkt vom Jäger und die Kräuter aus dem eigenen Garten. Da habe Henssler nichts auszusetzen gehabt.

Und egal ob Schnitzel, Masurenbraten, Rinderrouladen, polnische Gänse oder Spargel auf den Tisch kommen, Sroka bereitet alles frisch zu. „Ich bin ein Feind von Büchsen, Tüten und Convenience-Produkten. Da bin ich irgendwie im letzten Jahrhundert stehengeblieben. Aber ich glaube, dafür brauche ich mich nicht zu schämen“, sagt er.

Eigentlich sind das beste Voraussetzungen für ein Restaurant. Trotzdem läuft es nicht so, wie Sroka sich das vorstellt. „Wir kämpfen ums bloße Überleben“, sagt er. Es kämen zu wenige Kunden, besonders zu wenige aus Wassenberg. Aber die, die kommen, seien zufrieden.

Die Speisekarte haben Henssler und Sroka kaum verändert. Das Rezept des Restauranttesters, mit dem er das Alt Wassenberg in Gang bekommen wollte: moderneres Ambiente. Ein neuer Anstrich, neue Tischdekoration, ein hellerer Gastraum, mehr Platz. Dafür wurde zum Beispiel die Rezeption, an der Hotelgäste ein- und auschecken, verkleinert und das Piano musste raus.

Mit solchen Änderungen war André Sroka zuerst gar nicht einverstanden. „Am Donnerstagabend haben die mich überfallen. Bis Freitagmittag haben wir dann gestritten. Ich war ganz entillusioniert“, sagt Sroka. So viel an der Einrichtung und der Dekoration zu ändern, passte ihm zunächst nicht. „Die hätten beinahe abgebrochen“, sagt Sroka. Aber dann habe er doch eingelenkt: „Ich habe mir gedacht, dann versuchen wir es eben.“

Und dann musste es zügig gehen, viele freiwillige Helfer packten mit an. Denn montags war schon Neueröffnung. Das war am 1. September des vergangenen Jahres. Und da strahlte das Restaurant in neuem Glanz.

Und waren die fünf anstrengenden Tage mit Steffen Henssler nun der Durchbruch für Sroka und sein Restaurant? „In den ersten beiden Wochen, nachdem er hier war, lief es richtig gut“, sagt Sroka. Danach begann die Wildsaison, und polnische Gänse gab es im Herbst natürlich auch. Dafür ist Sroka ohnehin bekannt. „Bei mir gibt es die besten polnischen Gänse in der Umgebung“, sagt Sroka. Und deshalb lief das Geschäft bis Weihnachten wie am Schnürchen. Aber dann flaute der Umsatz wieder ab, die Gäste kamen spärlicher. Der Kampf „ums bloße Überleben“ hat wieder begonnen.

Ob die Ausstrahlung am Montag dem Restaurant einen weiteren Schub gibt – mal sehen. Klar ist aber: Hensslers Besuch war in jedem Fall gut für André Srokas Seele: „Das hat mich unheimlich gestärkt. Ich weiß jetzt, dass ich es kann.“

Sroka hat bei all dem Trubel und den vielen Ratschlägen seinen eigenen Kopf behalten. Das sieht man, wenn man sein Restaurant betritt. Denn in einer Ecke steht es wieder: das Piano. „Das hat zu späterer Stunde doch gute Dienste geleistet“, sagt Sroka. Deshalb hat er es wieder hereingeholt.

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