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Relikte des Zweiten Weltkriegs auf dem Acker

Von: Stefan Klassen
Letzte Aktualisierung:
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Entschärft: Ist der Zünder erst einmal fachmännisch entfernt, ist die Gefahr gebannt.
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Gefährlich: In der Baggerschaufel liegt eine britische Fliegerbombe. Unzählige dieser Art gingen im Zweiten Weltkrieg auch auf die Stadt Erkelenz nieder. Foto: dpa

Erkelenz. Die betagten Erkelenzer Bürger erinnern sich mit Grausen. Es war wohl der schwärzeste Tag in der jahrhundertealten Stadtgeschichte. Am 23. Februar 1945 flogen etwa 90 viermotorige Bomber in zwei Wellen über die Stadt und warfen ihre todbringende Fracht über Menschen und Gebäude ab.

Dieser schwerste von vier Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg, denen insgesamt rund 300 Erkelenzer Bürger zum Opfer fielen, zerstörte unter anderem die Stadthalle, die Badeanstalt, die Paterskirche sowie die große Pfarrkirche. Nur der Turm blieb äußerst schwer beschädigt stehen.

Im Oerather Mühlenfeld

Doch die Bomber hinterließen nicht nur Explosionen, Feuer und Krater, sondern auch zahlreiche Blindgänger – wie etwa in Euskirchen, wo unlängst bei Arbeiten eine detonierende Fliegerbombe aus dem Krieg einen Baggerfahrer in den Tod riss. In Erkelenz sind die Menschen nach dem Kriegsende 1945 von solchen Unglücken verschont geblieben. Obwohl immer wieder Blindgänger auftauchen, wie Stadtbrandinspektor Wolfgang Linkens betont. Er hat den letzten großen Bombenfund noch gut in Erinnerung: Vor rund drei Jahren hatte er sich im Baugebiet Oerather Mühlenfeld zugetragen. „Die Fünf-Zentner-Bombe musste entschärft werden, weshalb zahlreiche Menschen im Umfeld ihre Wohnungen verlassen mussten.“

Linkens ist stets vor Ort, wenn es im Stadtgebiet um die gefährlichen Relikte aus Weltkriegszeiten geht. Was Bomben anbetrifft, kommt dies aber nicht allzu oft vor, „es ist nicht an der Tagesordnung“, wie der Feuerwehrchef sagt. Interessant wird es in dieser Hinsicht immer dann, wenn neue Baugebiete erschlossen werden. Manchmal verbergen sich in den Äckern Bomben, die aber von den Spezialisten bei der Bezirksregierung mit Hilfe von Luftbildern ausfindig gemacht werden können. Städtisches Ordnungsamt, Kampfmittelbeseitigungsdienst und eben Wolfgang Linkens mit seinem Team rücken dann aus und sondieren die Lage.

Innenstadt gut geräumt

„Hin und wieder findet zudem ein Landwirt auf seinem Acker eine Granate“, sagt der Stadtbrandinspektor. Aber auch das komme nicht oft vor. So sind Bombenfunde, wie sie sich Anfang der 90er Jahre ereigneten, eher eine Seltenheit: Damals galt es, im Baugebiet Erkelenz-Nord zwei Zehn-Zentner-Bomben zu entschärfen.

Im innerstädtischen Siedlungsbereich wurden laut Linkens bei Bauarbeiten schon seit langem keine Fliegerbomben mehr entdeckt. Die Arbeiter in der Nachkriegszeit hatten ihren Job offenkundig mit Akribie ausgeführt. Genau darauf setzt auch Linkens: „Im Fall des Falles gehen wir gezielt vor – mit Vorsicht, aber gelassen.“

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