Kreis Heinsberg - Reisende Täter machen Polizei die Arbeit schwer

Reisende Täter machen Polizei die Arbeit schwer

Von: disch
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Die hohe Zahl von Einbrüchen bereitet der Polizei weiter Sorgen: Für diese Fotoillustration hebelte ein Mann mit einem Brecheisen eine Terrassentür auf. Gerade so gehen Täter immer wieder vor. Foto: Lennart Preiss/dapd

Kreis Heinsberg. Die beiden Tötungsdelikte, denen im Januar 2012 ein 70-jähriger Arzt in Heinsberg am Seeweg und im Oktober 2012 ein 46-jähriger Bonner im Wald bei Wassenberg zum Opfer gefallen waren, sorgten für besonders viele Schlagzeilen. Doch diese brutalen Verbrechen sind – statistisch betrachtet – nur zwei von insgesamt 18.644 Straf­taten, die im Jahr 2012 von der Kreispolizeibehörde Heinsberg registriert worden sind.

 9040 von ihnen konnten aufgeklärt werden – eine Quote von 48,49 Prozent. Die Vergleiche mit den Zahlen aus dem Jahr 2011 stimmen allerdings nachdenklich: Zwar konnte die Aufklärungsquote leicht um 0,95 Punkte verbessert werden, doch waren insgesamt 1020 mehr Fälle als im Jahr zuvor zu verzeichnen – ein Zuwachs von 5,79 Prozent.

Betrugsdelikte machten das Gros des Anstiegs aus, gab es in diesem Bereich doch einen deutlichen Anstieg um 844 Fälle (oder 31,16 Prozent) auf 3553 Straftaten. Da spielte ein Sammelverfahren mit 104 Fällen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug eine Rolle (es ging dabei um von der Europäischen Union bezuschusste Kurse und Lehrgänge), aber auch Beförderungserschleichung sowie Waren- und Warenkreditbetrug wurden sehr viel häufiger als bislang angezeigt. Kriminaloberrat Dieter Prosch, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Kreispolizeibehörde Heinsberg, formulierte bei einem Pressegespräch zur Krimi­nalitätssta­tistik am Montag den Appell an die Bürger, bei Internetgeschäften gesundes Misstrauen walten zu lassen und sichere Zahlungswege zu wählen.

Wohnungseinbrüche stellen für die Polizei im Kreis Heinsberg nach wie vor ein Hauptproblem dar: mit 830 Fällen im Jahr 2012, dabei blieb es an 284 Objekten beim Versuch. Im Jahr zuvor waren es 821 Fälle (darunter 308 Versuche); es gab also 33 vollendete Einbrüche mehr.

„Riegel vor!“

„Die polizeilichen Maßnahmen haben noch nicht zu dem Erfolg geführt, den wir uns erhoffen“, sagte Prosch. Mit ihrer Aktion „Riegel vor!“ setze die Polizei auf ein verstärktes Hinweisaufkommen aus der Bevölkerung; Bürger sollten verdächtige Beobachtungen sofort der Polizei melden. Zudem sollten sie verstärkt das kostenlose Beratungsangebot vom Kommissariat Vorbeugung nutzen. Inzwischen hat die Polizei – landesweit – den Kontrolldruck bei der Fahndung nach Einbrechern erhöht; unter anderem mit groß angelegten Razzien und Schwerpunkteinsätzen. Denn: Reisende Täter, welche die offene Grenzen nutzen, und Berufseinbrecher sind auch nach Einschätzung des Kriminaloberrates für einen großen Teil der Taten verantwortlich. Die Dienstpläne der Polizei seien so umgestellt worden, dass spezialisierte Kräfte die Spurensicherung nach jedem Einbruch vornehmen könnten. Die Aufklärungsquote ist mit 9,04 Prozent gegenüber dem Jahr 2011 (8,28 Prozent) dennoch nur mininal verbessert worden.

Viele Einbrüche im Winter

Der Kreis Heinsberg bleibt mit Einbruchsdelikten weiterhin höher belastet als im Schnitt das Land NRW insgesamt. Die höchste Zahl an Einbrüchen (175) gab es im Kreisgebiet 2012 in der Stadt Erkelenz; bezogen auf die Einwohnerzahl ist die Situation in der kleineren Stadt Wassenberg mit 88 Fällen aber noch schlimmer. Die meisten Einbrüche – dies bestätigte die Kriminalitätsstatistik erneut – werden in den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar begangen; einen signifikanten Anstieg im Verlauf des restlichen Jahres gibt es dann noch im Sommer- und Urlaubsmonat Juli.

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