Heinsberg - Reformationsjubiläum: Ein Blick auf die Kirche des Mittelalters

Reformationsjubiläum: Ein Blick auf die Kirche des Mittelalters

Von: Anna Petra Thomas
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Musik im Luther-Jahr: Ein eindrucksvolles, musikalisches Programm haben auch die Jülicher Blechbläser Juliacum Brassers anlässlich des Reformationsjubiläums zusammengestellt. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Da die Juliacum Brassers regelmäßig in der Heinsberger Christuskirche zu Gast sind, war ein Programm zum Reformationsjubiläum von ihnen eigentlich schon zu erwarten. Die evangelische Kirche war dann sogar die erste ihrer sechs Stationen unter dem Motto „Luther – Laster – Leidenschaft“.

„Wie so viele, kommen auch wir in diesem Jahr nicht um das Reformationsjubiläum herum“, erklärte Johannes Meures, Posaunist und Arrangeur des Blechbläser-Quartetts, in seiner Einführung.

Er spielte wie gewohnt zusammen mit Martin Schädlich und Klaus Luft (beide Trompete) sowie Andreas Trinkaus (Horn). Um ihrem Publikum zunächst etwas von dem Lebensgefühl Martin Luthers in seiner Zeit zu vermitteln, hatten die vier Berufsmusiker zwar Stücke aus ganz unterschiedlichen Epochen mitgebracht, die sich aber immer wieder auf die mittelalterlich geprägte Kirche und Lebenswelt bezogen. So stammte das „Entrée“ von Jacques Charpentier (1933) zwar aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, und doch klang darin das Bild einer ganz alten Kathedrale.

Es folgte das „Sanctus“ von Luthers Zeitgenossen Josquin Desprez (1450/55-1521), zu dem Luther gesagt haben soll: „Josquin ist der noten meister, die habens müssen machen, wie er wolt; die anderen Sangmeister müssens machen, wie es die noten haben wöllen“.

An den Totentanz im Mittelalter erinnerten die Brassers mit dem „Danse Macabre“ von Camille Sains-Saëns (1835-1921). Abschluss dieses Konzertteils war das Stück „Da Pacem Domine, das Arvo Pärt (1935) 2004 für die Oper der Madrider Zuganschläge geschrieben hat, dessen Basis aber der gleichnamig gregorianische Choral ist, der schon zu Zeiten Luthers gesungen wurde.

Interessant war dann zu hören, was unterschiedliche Komponisten aus der Liedstrophe „Verleih uns Frieden gnädiglich“ gemacht hatten, die Luther selbst 1521 als Nachdichtung auf „Da Pacem Domine“ geschrieben hatte. Die Bläser spielten ein Choralvorspiel von Magdalene Schauß-Flake (1921-2008) sowie je einen Choralsatz von Hugo Distler (1908-1942) und von Johann Sebastian Bach (1685-1750). „Nun können wir unsere Leidenschaft nicht mehr zurückhalten“, bemerkte Meures.

Folgen sollte ein Original-Quartett von Arthur Frackenpohl (1924), dessen zweiter Satz aber wieder auf dem Choral von Adam Reißner, einem Zeitgenossen von Luther, beruhte. Mit der Sortie von Jacques Charpentier verabschiedeten sich die vier Musiker in die Pause.

Danach begeisterten sie weiter mit ihrem perfekten Zusammenspiel: mit „Wein, Weib und Gesang“ von Johann Strauß (1825-1899), mit einem Medley aus „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber (1948) und mit einer „Homage to the Noble Grape“ von Goff Richards (1944-2011). Einen grandiosen Schlusspunkt setzten sie mit dem „Halleluja“ aus dem Messias-Oratorium von Georg Friedrich Händel (1685-1759) in einer Version des amerikanischen Jazztrompeters Quincy Jones.

Natürlich verließen sie die Christuskirche nicht ohne eine vom Publikum mittels nicht enden wollendem Applaus geforderte Zugabe. Wer das Konzert der drei in Heinsberg verpasst hat: Die Juliacum Brassers spielen das gleiche Programm noch bis zum 8. Oktober in unterschiedlichen Orten der Region.

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