Heinsberg/Wassenberg - Rechter Übergriff: Alibi für Angeklagten Aaron C.

Rechter Übergriff: Alibi für Angeklagten Aaron C.

Von: Daniel Gerhards
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Mutmaßliche Schläger auf der Anklagebank: Domenic T., Aaron C. und Max W. (v.l.) sollen an einem rechtsmotivierten Übergriff auf Asylbewerber in Wassenberg beteiligt gewesen sein. Foto: dpa

Heinsberg/Wassenberg. Im Prozess um die fünf mutmaßlich rechten Schläger, die am Wassenberger Busbahnhof (ZOB) drei Asylbewerber attackiert haben sollen, ging es am Montag vor allem um die Rolle des Angeklagten Aaron C.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, an dem fremdenfeindlichen Übergriff, bei dem die Opfer krankenhausreif geprügelt wurden, beteiligt gewesen zu sein. C. selber schweigt bislang vor Gericht. Allerdings sagten seine Mitangeklagten aus, dass er bei dem Angriff im Januar 2015 nicht dabei gewesen sei. Er sei zum Abendessen zu Hause gewesen.

Das bestätigten C.s Mutter, die Schwestern und seine Freundin. Deren Stiefvater sagte außerdem aus, die Freundin dort abgeholt zu haben. Was die Zeugen sagten, klang so, als hätten sie sich vorher abgesprochen. In einigen Details wurden Widersprüche deutlich.

Die Version der Zeugen aus dem Umfeld von C. geht so: Er sei mit den Angeklagten Max W., David B. und Domenic T. am Busbahnhof gewesen. Aber gegen 17.30 Uhr sei er nach Hause gekommen, um zu Abend zu essen. Als C. weg war, gingen die anderen Angeklagten auf die Asylbewerber los. Und C. sei eben nicht dabei gewesen, sondern zu Hause. „Was da am ZOB war, weiß ich nicht. Das interessiert mich auch nicht. Ich weiß nur, dass mein Sohn zu Hause war“, sagte die Mutter von Aaron C. Zum Essen seien der Angeklagte, seine Schwestern, seine Freundin und ihr Mann zu Hause gewesen, sagte die Mutter.

Sie könne sich sogar noch genau daran erinnern, dass es an diesem Tag, dem 27. Januar 2015, Spaghetti Bolognese gegeben habe. Auch die zwölf- und 17-jährigen Schwestern und C.s Freundin konnten sich noch genau an dieses Gericht erinnern. Zur Begründung, warum sie das nach so langer Zeit noch wüssten, tischten die Zeuginnen unterschiedliche, sich im Detail widersprechende Versionen auf. Auch in der Frage, ob C. mit dem Fahrrad nach Hause gekommen sei, widersprachen sich die Zeuginnen. Die eine Schwester wollte ihn laufend gesehen haben, die andere mit dem Fahrrad.

Auch die Aussage einer 17-jährigen Zeugin aus Wassenberg, die zur Tatzeit mit den Angeklagten befreundet gewesen sei, gab dem Gericht Rätsel auf. Die junge Frau belastete die Angeklagten vor Gericht weniger stark als in ihrer Aussage bei der Polizei. Es ging dabei zum Beispiel um die Frage, wann Max W. die Opfer mit einer schwarz-weiß-roten Fahne mit Hitlerbild provozierte und ob er dabei „Sieg Heil“ rief oder nicht. Auf Nachfrage der Staatsanwältin sagte die 17-Jährige, dass sie Angst vor den Angeklagten habe. Mittlerweile sei sie nicht mehr mit den Beschuldigten befreundet. Ihre Mutter sei gegen die Freundschaft.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt, ein Urteil wird für Ende April erwartet.

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