Heinsberg - Realschule Heinsberg: Motto zum Unesco-Tag vielfältig belebt

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Realschule Heinsberg: Motto zum Unesco-Tag vielfältig belebt

Von: Anna Petra Thomas
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Der 14-Jährige Alexander Krol will Mechaniker werden. Gerade unterstützt er Willibert Kremers bei einer Bremsenprüfung. Foto: Anna Petra Thomas
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Zum ersten Mal ist Thomas Bachtenkirch, der im Rollstuhl sitzt, außerhalb seiner Werkstatt in einer Schule zu Gast. Foto: Anna Petra Thomas
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Silvia Kohnen freute sich über ein neues Gesicht im AWO-Altenzentrum. Mit Altenpfleger Eric Witkavel (links) brachte ihr Vanessa Barbosa ein Eis. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. „Unsere Schule atmet. Sie lebt richtig!“ Schulleiter Albert Zaunbrecher freut sich über die vielfältigen Aktivitäten seiner Schülerinnen und Schüler, die ihm heute Morgen schon gleich in der Aula begegnen. Auf der einen Seite sind Schüler dabei, gemeinsam mit Thomas Bachtenkirch, Mitarbeiter der AfB gGmbH aus Düren, alte Computer in ihre Einzelteile zu zerlegen, um sie zu recyceln. Auf der anderen Seite verkaufen sie ihre selbst gebackenen Spezialitäten aus aller Welt.

Heute ist der Unesco-Projekttag an der Heinsberger Realschule. „Schau hin! Misch dich ein!“, lautet in diesem Jahr sein Motto. Auch im Heinsberger Klevchen arbeiten die Schüler an diesem Tag in Projekten zu Menschenrechten, Demokratiebildung, interkulturellem Zusammenleben, Nachhaltigkeit und Weltkulturerbe.

Von A wie Aachener Dom bis Z wie Zusammenleben in Vielfalt reichen da die Themen. Sogar kleine Ausflüge stehen auf dem Programm wie zum Beispiel der von Klasse 7a. Sie macht sich auf den Weg zum Naturlehrpark „An de Sondkull“ des Vereins für Gartenkultur und Ortsverschönerung in Kirchhoven.

Weiter geht es auf den städtischen Wiesen hinter der Realschule auch im Projekt „Plant for the Planet“, in dem Schüler bereits am Wochenende zuvor 100 Baumsetzlinge gepflanzt haben. Anlässlich des Unesco-Projekttages können sie nun dank einer weiteren Spende von Andreas Plum aus Unterbruch eine bereits etwa 20 Jahre alte und bis zur Spitze fast fünf Meter hohe Winterlinde pflanzen, den Baum des Jahres 2016. Frank Backwinkler, Josef Beiten und Jan Thomassen vom Bauhof haben schon alles vorbereitet, und so müssen der Schulleiter und einige Schüler die letzten Löcher rund um den Ballen noch mit Erde verfüllen.

Währenddessen hat Beiten noch einige interessante Informationen mitgebracht, zum Beispiel auch die, warum die stützenden Pfähle rund um den Baum nach fünf bis sechs Jahren wieder weggenommen werden müssen. „Der Baum ist nicht dumm!“, betont Beiten. Würde man die Stützen nicht wegnehmen, würde er sich immer darauf verlassen und nie lernen, von alleine zu stehen.

Jan Hansen aus der 9d und Thomas Bachtenkirch haben es derweil in der Aula geschafft, den Computer komplett in seine Einzelteile zu zerlegen. Zum ersten Mal ist Bachtenkirch, der im Rollstuhl sitzt, außerhalb seiner Werkstatt in einer Schule zu Gast. „Ich find‘s spannend, Leuten das eigene Wissen näherzubringen.“ Und wie er sind auch Ausbildungsleiter Peter Sittig und Monika Braun, Prokuristin in dem gemeinnützig tätigen Unternehmen, von ihrem Tag in der Realschule begeistert.

Als wäre das alles der Projekte noch nicht genug, engagieren sich die Achtklässler an diesem Tag für die Jugendhilfsorganisation „Schüler Helfen Leben“ (SHL). Dabei arbeiten Schüler einen Tag lang und spenden ihren Lohn für einen guten Zweck, in diesem Jahr für Flüchtlingsprojekte.

Welche Projekte bedacht werden, können auch die Heinsberger Schüler mitbestimmen. Drei von ihnen, Joline Jütten, Jerry-Lynn Pechstein und Niklas Schmitz, nehmen dazu an einem Treffen in Berlin teil. Im vergangenen Jahr erarbeiteten rund 85.000 Schüler von über 700 Schulen bundesweit 1,6 Millionen Euro für den guten Zweck.

Für die Heinsberger Realschüler ist dieser Tag in Arbeit zugleich die zweite sogenannte Berufsfelderkundung. Vanessa Barbosa (13) aus Heinsberg musste dafür ebenso wie ihre Mitschülerin Laura Haak aus Oberbruch schon früh am Morgen um sechs Uhr zu ihrem Dienst antreten, im AWO-Altenzentrum in Heinsberg. Zusammen mit Eric Witkavel (27) erkundet sie den Beruf der Altenpflegerin, den auch ihre Mutter hier ausübt. Ein „super!“ bescheinigt ihr Witkavel für ihren ersten Frühdienst. Ob das auch der Beruf sein wird, für den sie sich am Ende ihrer Realschulzeit entscheidet, weiß die Schülerin jedoch noch nicht so genau.

Ganz anders bei Alexander Krol aus Unterbruch, der seit dem frühen Morgen in der Autowerkstatt von Jürgen Beres an der Industriestraße im „Blaumann“ unterwegs ist, den ihm sein Vater geliehen hat. Der 14-Jährige will Mechaniker werden, da ist er sich ganz sicher. Gerade unterstützt er Willibert Kremers bei einer Bremsenprüfung. Wie Beres wundert sich auch Kremers darüber, wie genau der Schüler schon die einzelnen Teile eines Autos benennen kann.

„Car Mechanic Simulator“ verrät der Schüler. In seiner Freizeit hat er mithilfe dieses Computerspiels viel gelernt von seinem Traumberuf. Sein Praktikum würde er gerne machen bei Jürgen Beres, doch da passt es zeitlich nicht so gut. Noch weiß Alexander Krol aber nicht, dass ihm Jürgen Beres nach der Arbeit ein Ferien-Praktikum anbieten wird…

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