Realschul-Turnhalle bleibt noch bis zum Sommer stehen

Von: Monika Baltes
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Wegberg. Sprechchöre hallten über den Rathausplatz: „Wir wollen turnen!“ Bürgermeister Michael Stock war wenige Minuten vor Beginn der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Vergaben noch einmal auf den Rathausplatz geeilt.

Er stellte sich den Demonstranten, die gegen den Abriss der Turnhalle der Edith-Stein-Realschule demonstrierten, an ihrer Spitze Erika Baltes, Abteilungsleiterin Turnen des TuS Wegberg. Auf „etwa 250“ bezifferte Stadtsportverbandsvorsitzender Bernd Stamms die Teilnehmerzahl an der Kundgebung, etwa 50 von ihnen beobachteten die anschließende Sitzung des Fachausschusses.

Die CDU-Fraktion hatte den Rückbauantrag im April gestellt, ins Auge gefasst worden war der Abriss aber bereits beim Neubau der Zweifach-Turnhalle an der Maaseiker Straße, die 2013 eingeweiht wurde. Außerdem sei ein „großer Sanierungsstau entstanden“, argumentierte die CDU mit den knappen Haushaltsmitteln in Wegberg.

Noch Gespräche nötig

Die Verwaltung sah mit Verweis auf die Zweifach-Turnhalle und die abgeschlossene Renovierung der Dreifachhalle zwischen Gymnasium und Hallenbad keine Probleme bei der Unterbringung des Schulsports. Auch für den Vereinssport könnten alternative Vorschläge in anderen Turnhallen des Stadtgebietes unterbreitet werden. Dazu seien noch umfangreiche Abstimmungsgespräche mit den betroffenen Vereinsvertretern zu führen. „Die vorhandenen Hallenkapazitäten reichen aus, um die Übungsstunden zumutbar zu kompensieren.“

Eine Vertagung des Themas forderten die Grünen: „Wir sind nicht im Zeitdruck“, und immerhin seien „200 jugendliche und 150 erwachsene Hallennutzer betroffen“, führte Dr. Gerhard Arndt aus. Für ihren Antrag fanden die Grünen aber keine Unterstützer.

Für den Rückbau ist auch die FDP, Christoph Böhm forderte allerdings, diesem „hochemotionalen Thema“ mit einer „fairen, solidarischen Lösung“ zu begegnen.

Mit Hinweis auf die Sanierungskosten von rund einer Million Euro sprach sich auch Stefan Klein (SPD) für den Abriss aus. In die Belegungspläne seien aber Faktoren wie Mobilität und Ausstattung der Hallen einzubeziehen. Deshalb schlug er vor, über die Anschaffung einer professionellen Belegungssoftware nachzudenken.

Für die AfW ergriff Nicole von den Driesch das Wort: „Diese Irritationen hätte man vermeiden können, wenn man im Vorfeld mit den Vereinen gesprochen hätte.“

Auftrag für die Verwaltung

Einstimmig einigten sich die Fraktionen auf den Beschluss, lediglich die Grünen enthielten sich. Danach wird die Turnhalle der Edith-Stein-Realschule bis zum Beginn der Sommerferien 2017 erhalten, der Abriss erfolgt frühestens in den Sommerferien 2017. Die neuen Belegungspläne sollen unter Beteiligung aller hallensporttreibenden Vereine und des Stadtsportverbandes erstellt werden. Für den Ersatz der durch den Rückbau entfallenden Pausenhof-Toilettenanlagen an der Edith-Stein-Realschule soll die Verwaltung die günstigste Lösung erarbeiten.

Mit dem Ergebnis zeigte sich auch Erika Baltes vom TuS Wegberg nach der Sitzung zufrieden. Auf jeden Fall seien die Ausschussmitglieder nun sensibilisiert für die Probleme, die eine Umverteilung mit sich bringe. Erst vor drei Wochen habe sie von den Plänen erfahren, beklagte sie noch einmal, dass mit den Vereinen im Vorfeld nicht gesprochen worden sei. Aber: „Wir werden versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.“

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