Realschüler experimentieren mit Nanotechnologie

Von: anna
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„Hier drücken“, hieß es für die Schüler der Heinsberger Realschule an vielen Objekten im „nanoTruck“. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Einen Ausflug in die Welt der Nanotechnologie unternahmen am Dienstag die Schüler der Heinsberger Realschule. Hier hatte nämlich der „nanoTruck“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Station gemacht. Spannendes und Interessantes gab es für die Jugendlichen in dem zweistöckigen Bus zu entdecken.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten bequem auf einer Ein-Cent-Münze spazieren gehen, und die Prägung der Münze wäre für Sie hoch wie ein 4000 Meter hoher Berg. Dann wären Sie in der Welt der Nanotechnologie angekommen, in einer Welt, in der alles kleiner ist als 100 Nanometer.

„Ich könnte doch unmöglich den Kreis Heinsberg betreuen, ohne einmal den nanoTruck hierher gebracht zu haben“, begrüßte Thomas Rachel, CDU-Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, schon gestern Morgen früh eine Gruppe von Zehntklässlern an Bord des mehr als 16 Meter langen, zwei Stockwerke hohen und mit Technik voll gepackten Busses. „Was wir als selbstverständlich ansehen, gäbe es ohne die Nanotechnologie nicht“, erklärte Rachel und zeigte den Schülern sein Handy. „Früher hätte es dafür zehn PCs gebraucht.“ Mittlerweile würden bereits 68 000 Menschen in 980 Firmen arbeiten, die sich mit dieser Technologie beschäftigen.

Die Nanotechnologie werde die Gesellschaft noch viel stärker verändern, als das Internet es bereits getan habe, erklärte der Physiker Alexander Heusel als Wissenschaftler im Truck den Schülern. Daher sei es immens wichtig, sich darüber zu informieren. „Sonst wird man Opfer der Umstände, in denen man lebt.“ Ganz wichtig an dieser Technologie sei nicht nur, dass man sich mit ihr in eine Welt ganz kleiner Teilchen begeben könne, sondern dass diese Teilchen ganz andere Funktionen besitzen könnten als größere Objekte derselben Zusammensetzung. So könne ein Stoff, der im alltäglichen Gebrauch ganz hart sei, im Nanobereich zum Beispiel ganz weich sein.

Nach der eindrucksvollen Einführung von Heusel erfuhren Schüler und Gäste in einem Film, begleitet von einer Lasershow, weitere Details zur Nanotechnologie. Mit einem kleinen Experiment leitete der Physiker in den praktischen Teil über. Er zeigte den Schülern, wie Ketchup von einem Lotusblatt vollständig abläuft und das Blatt sauber bleibt. Das Geheimnis dieses sogenannten Lotus-Effekts sind Chemie und Struktur des Blattes. Dass sich die Nanotechnologie in ganz vielen Lebenswelten findet, erfuhren die Schüler bei einem Rundgang durch die Themenwelten des Trucks: von der Nanotechnologie im Alltag über Anwendungen im Gesundheitsbereich oder im Energiesektor bis hin zu ihren Beiträgen für den Schutz der Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung. Neben Schautafeln und interaktiven Ausstellungsobjekten bot der Truck sogar die Möglichkeit, mitgebrachte Materialien mit Hilfe eines Elektronenmikroskops zu untersuchen.

Nicht nur die Schüler waren von ihren Erlebnissen in der Nanowelt begeistert, sondern auch Bürgermeister Wolfgang Dieder, der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Gerd Hachen sowie Schulleiter Reinhard Welters und sein Stellvertreter Heinz Walther, der den Besuchstag für den Truck an der Schule organisiert hatte. „Ich schreibe in der nächsten Woche eine neue Stelle für einen Physiklehrer aus“, lachte der Schulleiter und brachte damit seine Begeisterung über den Ausflug in die Nanotechnologie zum Ausdruck, den Heusel den Besuchern ermöglicht hatte.

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