Realschüler besuchen Schauplätze des Ersten Weltkriegs

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Heinsberg. „Der Erste Weltkrieg interessiert uns nicht, der Zweite ist viel spannender.“ Solche Aussagen hören Lehrer oft von Schülern. Nicht so in den Klassen der Realschule Im Klevchen.

„Obwohl oder gerade weil der Erste Weltkrieg 100 Jahre zurück liegt, ist es wichtig, dass wir die grausamen Geschehnisse nicht vergessen, sondern uns aktiv an diesen ersten totalen Krieg erinnern“, gaben die Schüler der Klassen 9c und 9e an.

Mit ihren Lehrern Melanie Ahrweiler und Uwe Zander sowie der Lehramtsanwärterin Rebekka Kohnen wurde im Unterricht eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg vorbereitet. Den Höhepunkt der aktiven Auseinandersetzung bildete die Exkursion in das Flanders Fields Museum in Ypern in Belgien. Die permanente Ausstellung eröffnete am 11. Juni 2012 und befindet sich in einer wieder aufgebauten Tuchhalle. Die Ausstellung beginnt mit der Invasion Belgiens und den ersten Monaten des Kriegs und endet mit dem Ende des Krieges und dem fortwährenden Gedenken seitdem.

Der Schwerpunkt dieser Ausstellung liegt in der menschlichen Erfahrung und widmet der heutigen Landschaft der Kriegsgeschichte große Aufmerksamkeit. Das Besondere und für die Schüler der Realschule Heinsberg sehr Wichtige an der Ausstellung waren die verschiedenen Blickwinkel, aus denen der Erste Weltkrieg beleuchtet wurde. Menschen aus fünf Kontinenten und aus mehr als fünfzig verschiedenen Ländern und Kulturen nahmen am Krieg teil. Um diese Erfahrungen auch für die Schüler nachvollziehbar zu machen gab es viele 3D-Animationen, in denen sich Betroffene in ihrer Muttersprache zu unterschiedlichen Kriegsverläufen äußerten.

Die Schüler erarbeiteten in den Unterrichtsstunden vor der Exkursion in Kleingruppen einen je Aspekt ausführlich aus und legten auch bei dem Besuch der Ausstellung ihren Schwerpunkt auf diesen Gesichtspunkt.

Nach Besichtigung der Ausstellung fuhren die Schüler nach Diksmuide, wo sie den sogenannten Totengang, der aus mehr als einem Kilometer belgischen Schützengräben und Bunkern besteht, besichtigen konnten. Er zählte zu einer der gefährlichsten belgischen Stellungen, da er nur 50 Meter von einem deutschen Bunker entfernt lag. Die Schützengräben waren daher beinahe ständig unter deutschem Beschuss.

Eine Fotodokumentation dieser Exkursion wird die Ausstellung, die nach den Herbstferien, im Oktober im Pädagogischen Zentrum der Realschule Im Klevchen zu sehen ist, veranschaulichen. „Gerade als Unesco-Projektschule ist es uns besonders wichtig, die Schüler immer wieder für die Kultur des Friedens zu sensibilisieren und Werte wie Menschenrechte, Toleranz und Demokratie in den Vordergrund zu rücken“, sagte Geschichtslehrerin Melanie Ahrweiler. Die Exkursion und die begleitende Projektarbeit sind für die Schule ein wichtiger Schritt gegen das Vergessen.

Besonders froh und dankbar sind Lehrer und Schüler darüber, dass diese Exkursion vom Kreis Heinsberg und dem Unesco-Budget der Realschule unterstützt wurde, denn ohne diese Zuschüsse, sei der Ausflug nicht möglich gewesen.

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