Gangelt - Real- und Gesamtschule: Auch im „Auslauf“ eine Adresse für Qualität

Real- und Gesamtschule: Auch im „Auslauf“ eine Adresse für Qualität

Von: hama
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Herbert Corsten (l.) und Bernhard Tholen (r.) freuen sich darüber, dass die Verbandsversammlung Reinhold Schlimm einstimmig das Vertrauen ausgesprochen hat. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Das sich Thomas Hoppe-Leifgen, Rektor der Realschule, und Reinhold Schlimm von der Gesamtschule nun duzen, ist bestenfalls eine Randnotiz, aber auch ein Indiz dafür, dass sich das „Auslaufmodell“ Realschule Gangelt und die Gesamtschule, die gerade einmal die Startphase hinter sich hat, arrangiert haben.

Verflogen der Groll, der vor allem seitens der Realschule gehegt wurde, als das Aus kurzfristig verkündet wurde? Bei der Sitzung der Verbandsversammlung des Real- und Gesamtschulzweckverbands ging es nicht nur um den Haushalsplan für das laufende Jahr. In den Berichten der Schulleiter wurde alles in allem eine äußerst positive Bilanz der Arbeit an beiden Schulen gezogen.

Wieder Patenschaft

Thomas Hoppe-Leifgen machte deutlich, dass es trotz des fehlenden Unterbaus neuer Schüler das große Bemühen des Kollegiums sei, die Schule weiter nach vorne zu bringen. „Unsere Aufgabe hat sich nicht geändert, und es macht weiterhin großen Spaß, mit den Kindern zu arbeiten.“

Er ging kurz auf ein umfangreiches Rahmenprogramm für die Realschüler ein, freute sich darüber und dass zum zweiten Mal hintereinander mit Anne Weinberg (Vorjahr Larissa Görtz) eine Realschülerin in dem Wettbewerb bei einem PPP-Stipendium (Parlamentarisches Patenschafts-Programm) auch gegen Gymnasiasten durchgesetzt hatte.

Zufrieden sei er mit der Besetzung der Lehrerstellen, hieß es weiter, berichtete aber davon, dass er nicht jedes Versetzungsgesuch in Richtung Gesamtschule unterstützen könne: „Ich fühle mich in erster Linie den Kindern gegenüber verantwortlich.“

Die Vorbereitung auf das Berufsleben nimmt ebenso breiten Raum ein wie das Angebot der Fördergruppen an den Nachmittagen, hieß es. Dankbar zeigte sich Thomas Hoppe-Leifgen über die Unterstützung des Schulträgers, beispielsweise bei der Ausstattung für den Physikunterricht. Auch der Förderverein hat die Arbeit der Schule mit rund 4000 Euro unterstützt.

Aktuell liegt die Schülerzahl bei 482. Wenn die Sommerferien zu Ende sind, werden es nur noch 375 sein. Von 109 auf 244 steigen diese Zahlen bei der Gesamtschule, berichtete Reinhold Schlimm. 109 Schüler werden voraussichtlich von der fünften in die sechste Klasse wechseln, 135 kommen nach. Neun Lehrer wird die Schule am Standort Höngen dann beschäftigen.

Reinhold Schlimm berichtete davon, dass innerhalb eines Klassenverbandes heterogene kleine Schülergruppen gebildet werden, die in einem stabilen sozialen Verband über einen längeren Zeitraum zusammen arbeiten. „Solche Gruppen bilden das Rückgrat des Lernens an der Gesamtschule“, macht er gleich das Konzept dieser Schulform deutlich.Fachliches Lernen und die Entwicklung sozialer Kompetenzen gehen Hand in Hand.

Die dazugehörigen Lehrer sind nicht in einem großen Lehrerzimmer untergebracht, sondern bei den Schülern in Lehrerstationen. „Die Betreuung ist gewährleistet, es entsteht eine Art Familienverband.“ Es gehört in Höngen ein gemeinsames „verpflichtendes“ Mittagessen hin und mit Blick auf die geografische Lage wird Niederländisch als zweite Fremdsprache angeboten. „Das entspricht dem Elternwillen in hohem Maße“, so Reinhold Schlimm. Er hat sich auch schon Gedanken darüber gemacht, wie es in Gangelt aussehen könnte, wenn die ersten Klassen dorthin ans Schulzentrum wechseln.

Die Kinder (Klassen 5, 6, 7) bleiben im Selfkant. Die Jugendlichen in den Klassen 8, 9, 10 könnten in der Hauptschule der Nachbargemeinde untergebracht werden, und die jungen Erwachsenen, die Oberstufe, fänden gute Lernbedingungen in der Realschule vor.

„Da sehen wir noch Erörterungsbedarf“, waren sich die Bürgermeister Herbert Corsten (Selfkant)und sein Kollege Bernhard Tholen (Gangelt) einig. Allerdings soll diese Festlegung zeitnah geschehen.

In nicht öffentlicher Sitzung hatte die Verbandsversammlung den kommissarischen Leiter der Gesamtschule, Reinhold Schlimm (59), einstimmig für die Schulleiterstelle vorgeschlagen. Es sei nicht davon auszugehen, hieß es, dass die Bezirksregierung dem widerspreche.

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