Rathäuser haben keine Chance gegen närrische Übermacht

Von: defi
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Gefesselt und entmachtet wurde Bürgermeister Peter Jansen in Erkelenz zur Bühne geleitet. Foto: Koenigs

Erkelenz/Wegberg/Ratheim/Wassenberg. Gleich an vier Orten der Region hatten die Stadtoberen Donnerstag nichts zu lachen, denn die Narren übernahmen das Regiment. In Erkelenz zogen die Möhneleut mit einem Rammbock bewaffnet zum Alten Rathaus. Beim Ansturm auf das Alte Rathaus stand Bürgermeister Peter Jansen bereits hinter der Türe, ließ sich trotz einiger Gegenwehr schließlich fesseln und zur Bühne geleiten.

Inzwischen hatten sich viele Schaulustige auf dem Markt eingefunden und boten eine beeindruckende Kulisse. Die Möhneleut und Markus Forg sangen Karnevalslieder, der Bürgermeister und sein Gefolge tanzten Sirtaki und überreichten Orden an die Tollitäten.

Im Kielwasser der Wegberger KG „Flöck op“ sowie der Gerichhausener Dorfgemeinschaft „Hei on Klei“ hatten sich die Wegberger Narren aufgemacht, Bürgermeister Reinhold Pillich zu vertreiben. Diesmal war in der Stadt die Parole „In Wegberg regiert der „Winnetou“, mit Silberbüch’s & Lederschuh“ ausgegeben worden.

Entsprechend gewandet, in der Montur eines Indianerhäuptlings, zeigte sich Wegbergs Bürgermeister denn auch dem närrischen Folk.

„Berniebärchen, wo bist du?“, hieß es Donnerstagnachmittag auf dem Marktplatz in Ratheim, als die Karnevalisten versuchten, Bürgermeister Bernd Jansen die Macht zu entreißen. Dieser hatte sich oben im Alten Rathaus verschanzt und wehrte sich vergeblich nach Kräften.

Da er morgens eine Begegnung der „dritten Art“ gehabt hatte, wurde der Bürgermeister von „Space-Girls“ unterstützt. Gemeinsam versuchte man mit einem „Kamelle-Regen“ das Narrenvolk zu besänftigen.

Pünktlich um 15.11 Uhr ging der Schneeregen über dem Wassenberger Roßtorplatz in Sonnenschein über. Der Erstürmung des Roßtores durch die Narrenschar stand nun nichts mehr im Wege – außer Bürgermeister Manfred Winkens und seine „politischen Clowns“ aus dem Rathaus.

Er tat in einer wortreichen Schlacht kund, demnächst im Bergfried zu residieren als Gräfin Winkenstein. Bis zum Aschermittwoch herrscht jetzt aber erst einmal Burgfrieden in Wassenberg.

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