Rat stimmt gegen Kauf der alten Gaststätte

Von: dawin
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Die alte Gaststätte von Ceef/Wolters in Saeffelen: Die Ratsmehrheit stimmte gegen den Kauf der Immobilie durch die Gemeinde. Sind damit die Pläne für ein Dorfgemeinschaftshaus vom Tisch? Foto: dawin

Selfkant-Tüddern. Sie dümpelt derzeit vor sich hin. Bis zum Jahr 2014 war die Gaststätte von Cleef/Wolters mit ihrem Saal der gesellschaftliche Dreh- und Angelpunkt in Saeffelen. Hier pulsierte das facettenreiche Dorfleben, hier spielte buchstäblich die Musik – etwa zur Kirmes, zu Karneval, bei Seniorennachmittagen oder bei Konzerten. Was wird aus der traditionsreichen Gaststätte?

Nach den Plänen der Gemeindeverwaltung soll in dem Gemäuer, das dann komplett zu sanieren und zu modernisieren wäre, ein Dorfgemeinschaftshaus entstehen. Allerdings: Im politischen Raum stößt das Vorhaben auf Widerstand. Der Rat hat nach Worten von Bürgermeister Herbert Corsten in nichtöffentlicher Sitzung den Kauf der im Privatbesitz stehenden Immobilie durch die Gemeinde abgelehnt: „Es gab im Gemeinderat keine Mehrheit.“

Dies teilte Corsten den rund 100 Teilnehmern der „Bürgerwerkstatt“ im Tüdderner Rathaus mit, die sich an diesem Abend zusammengefunden hatten, um an einer Konzeption für den sogenannten Vertiefungsbereich Saeffelen, Heilder und Höngen zu arbeiten und diese drei Ortschaften mit insgesamt 2500 Einwohnern gestalterisch und funktionell weiterzuentwickeln. Finanziert werden könnten die Maßnahmen (Ortskern Saeffelen; energetischer Umbau der Schule Höngen und Verbesserung des sportlichen Umfeldes; Kirchstraße und Erweiterung der Schützenhalle Höngen) mit Mitteln aus dem Städtebauförderungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen.

Dafür müssten zunächst konkrete Planungen auf dem Tisch liegen und die Gemeinde müsste einen entsprechenden Förderantrag stellen. Kernthema der „Bürgerwerkstatt“ war das Dorfgemeinschaftshaus. Mit der Erkenntnis, dass die Ratsmehrheit dem Erwerb der Gaststätte nicht zugestimmt hatte, wurde die Frage in den Raum gestellt: „Warum beraten wir überhaupt noch über diese Pläne?“ Bürgermeister Corsten erwiderte: „Das Verfahren ist erst am 31. Dezember dieses Jahres abgeschlossen.“ Dann nämlich läuft der Optionsvertrag aus, der der Gemeinde die Möglichkeit offen hält, Gaststätte und angrenzendes Grundstück (insgesamt 647 Quadratmeter) zu erwerben.

Bis dahin, so scheint’s, hat der Bürgermeister, der sich für das Projekt stark macht, noch Hoffnung auf ein Umdenken in der Kommunalpolitik. Auf jeden Fall muss der Rat bis zum Ende des Jahres eine Grundsatzentscheidung getroffen haben, ob und wie er in puncto Städtebauförderung künftig verfahren möchte. Das Städtebauförderungsprogramm bietet nach Einschätzung Corstens „eine große Chance, die wir wahrnehmen sollten“. Er ließ Zahlen sprechen: „Die Kosten für ein Dorfgemeinschaftshaus würden nach vorsichtiger Schätzung bei 765.000 Euro liegen. Die Städtebauförderung, deren Höhe von Jahr zu Jahr flexibel ist, liegt derzeit bei 60 Prozent; das heißt, wir hätten unterm Strich eine effektive Belastung zwischen 150.000 und 200.000 Euro.“ Und da die Gemeinde diesen Betrag über 60 Jahre hinweg zahlen könnte, wären dies jährlich 2500 Euro aus der Gemeindeschatulle.

Doch was passiert, wenn der Kauf der Gaststätte von Cleef/Wolters tatsächlich nicht über die Bühne geht und daraus kein Dorfgemeinschaftshaus wird? „Dann platzt die Städtebauförderung zumindest für den Ortsteil Saeffelen“, konstatiert der Bürgermeister für diesen Fall. Da das Dorfgemeinschaftshaus nur ein Teil des gesamten Ensembles rund um die Kirche, deren Vorplatz und den Grünbereich ist, würde auch die Förderung der Gestaltung dieser Ortskernelemente gestrichen.

Im Ergebnis zeigte sich bei der „Bürgerwerkstatt“, bei der eine Vielzahl kreativer Vorschläge und Ideen gesammelt wurden, dass die Saeffelener Vereine ein zentrales Domizil favorisieren. Aus diesem Grund wäre ein Gemeinschaftshaus am Rande der Ortschaft, nämlich im Gewerbegebiet, nur schwer realisierbar. Außerdem wäre da ein weiteres wichtiges Kriterium, auf das der Bürgermeister hinwies: „Im Außenbereich ist eine Förderung im Rahmen der Städtebauförderung nicht möglich.“ Zwar könnten andere Förderpotenziale greifen, aber mit hoher Kostenbelastung der Gemeinde.

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