Raritäten auf die Bühne gebracht

Von: us
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Raritäten der Musikliteratur sind eine Spezialität der Randerather Kirchenkonzerte: Enis Hotaj (links) und Fariza Mukhamediyarova gaben das erste Konzert der diesjährigen Spielzeit. Foto: Utz Schäzle

Heinsberg-Randerath. Klein aber erlesen, das sind die Randerather Kirchenkonzerte. In Randerath entwickelte sich eine Konzertreihe, die sich fest im kulturellen Leben des Heinsberger Landes etabliert hat. Es ist der besondere, weil tatsächlich intime kammermusikalische Rahmen, den der Künstlerische Leiter Florian Koltun und die evangelische Kirchengemeinde Randerath in der kleinen Kirche an der Asterstraße bieten kann.

Natürlich trägt auch die Mischung aus häufig wechselnden Besetzungen, Formationen von regionalen und überregionalen Künstlern dazu bei, die Besucher anzulocken. Etwas Besonderes war das erste Konzert der diesjährigen Spielzeit mit den sympathischen Nachwuchskünstlern Enis Hotaj (Violine) und Fariza Mukhamediyarova (Viola).

Das ausgesuchte Konzertprogramm bestach durch stilistische Vielfalt mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Alessandro Rolla, Bohuslav Martinu und Johannes Brahms. Zwei kleine Juwelen sind die beiden Duette für Violine und Viola von Mozart KV 423 und KV 424. Sie sind besonders kostbar, weil sie kompositorische Meisterwerke sind und weil Mozart nur so wenig für zwei Instrumente geschrieben hat. Entgegen der üblichen Praxis seiner Zeit werden beide Instrumente, die Violine wie auch die Viola, gleichwertig behandelt. Und so kam es zu einem wirklich dialogischen Musizieren. So sind die beiden Werke mehr als Hausmusik. Nur ihre bescheidene Besetzung verwehrt ihnen die ganz großen Bühnen. Technisch und künstlerisch könnten sie dort sehr wohl bestehen.

Allerdings verlangen die Kompositionen nach zwei versierten Musikern. Mit sinnlich kraftvollem Ton und rhythmischem Elan boten die beiden Solisten Enis Hotaj und Fariza Mukhamediyarova als Duo Mozart in hervorragender Interpretation. Vertieft in einem intensiven innigen musikalischem Zwiegespräch, in dem beide Künstler aufeinander reagierten, spontan und unerwartet die Initiative ergriffen und dann wieder nur antwortend.

Unerschöpflich war der „Gesprächsstoff“, und die Konzentration des gegenseitigen Zuhörens ließ nicht nach und hielt die Konzertbesucher im Bann.

Alessandro Rolla war der Komponist, der der Bratsche technisch und ausdrucksmäßig zu ebenso großem Ansehen verhalf wie der Geige. Das Duo Nr. 3 für Violine und Viola wurde mit großer Klarheit der Artikulation und mit Intonationsreinheit dargeboten.

Die Kompositionen von Bohuslav Martinu hatten stets einen engen Bezug zur tschechischen Volksmusik. Der musikalische Gestaltungswille von Enis Hotaj und die sensibel inspirierende Kommunikation von Fariza Mukhamediyarova entfachten ein vitales Spiel. Durch Akkordspiel, Tremoli und andere Klangeffekte erreichten die beiden Instrumente nahezu die Klangfülle eines Streichquartetts.

Wer liebt sie nicht, die ungarischen Tänze von Johannes Brahms? Sei es in der originalen Klavierfassung, orchestral oder eben als Duo für Violine und Viola. Das Kammerkonzert in der evangelischen Kirche Randerath endete mit dem beliebtesten der Tänze, mit dem Tanz Nummer 5. Dieses „rhythmische Vergnügen“ erfasste die Solisten und Zuhörer gleichermaßen und wird so als „belebender Ohrwurm“ noch lange nachhalten.

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