Heinsberg - Ran an den Speck: Zwölf-Kilo-Kater Racoon wird auf Diät gesetzt

Ran an den Speck: Zwölf-Kilo-Kater Racoon wird auf Diät gesetzt

Von: Laura Beemelmanns
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Ein erster Erfolg: Racoon hat 100 Gramm abgenommen und kann sich wieder selbst kratzen. Foto: lbe
Racoon
Der Kater wiegt etwa drei- bis viermal so viel wie eine normale Katze. Foto: lbe
Racoon
Doch lässt man das Übergewicht außer Acht ist er putzmunter und kuschelt gerne. Foto: lbe

Heinsberg. Racoon war eine ganz schön dicke Überraschung für das Heinsberger Tierheim. Als der 12,5 Kilogramm schwere Pfundskater vor rund zwei Wochen dort ankam, trauten die Tierpfleger ihren Augen kaum. Denn Racoon wiegt in etwa drei- bis viermal so viel wie eine normale Katze.

Und das nicht, weil er besonders schwer gebaut ist, nein. Er muss von seinen Vorbesitzern rund gefüttert worden sein. Womit und über welchen Zeitraum, darüber lässt sich nur mutmaßen. Das spielt allerdings auch keine Rolle mehr. Nun geht es dem Speck an den Kragen.

Gefunden wurde der übergewichtige Kater, ein Europäisch Kurzhaar mit funkelnd grünen Augen, in einer Garage in Übach-Palenberg. Das sagen die Finder so. Denn ob dieses schwere Tier, das sich kaum bewegen kann, wirklich umhergestreunt ist, um sich dann in einer Garage einen Platz zu suchen, fällt schwer zu glauben.

Im Tierheim angekommen, muss Racoon nun dringend Gewicht verlieren. Doch das ist gar nicht so leicht. Bislang hat der Kater, der zwischen drei und sieben Jahre alt sein könnte, erst rund 100 Gramm abgenommen. „Man darf Katzen nicht einfach das Futter wegnehmen“, sagt Tierheimleiterin Sina Braun. Eine Nulldiät wäre lebensgefährlich für das Tier.

Denn bei einer drastischen Reduzierung der Futterrationen könnte es zum Leberversagen kommen. In diesem Fall ist also Geduld gefragt. Racoon erhält mehrmals täglich kleinere Portionen hochwertiges Futter. Viel Fleisch und wenig Fett lautet da die Devise. „Racoon wurde zuvor entweder mit zu viel schlechtem industriellen Futter gefüttert, in dem viele Geschmacksstoffe sind, viel Zucker und Getreide, was Katzen gar nicht verwerten können. Oder aber er wurde vom Tisch gefüttert“, sagt Sina Braun. All das seien jedoch nur Vermutungen. Schlecht sei beides und Fakt sei, dass eine Katze nicht von selbst aufhört zu fressen, wenn ihr immer weiter delikates Futter angeboten wird.

Einen Selbstschutz haben sie nicht. Also fressen sie. So wie Racoon, der dadurch, dass er nun im Tierheim lebt, wieder eine Chance auf ein unbeschwertes und leichtes Leben hat. Denn dieser Kater ist durchaus lebensfroh. „Wenn Menschen bei ihm sind, blüht er richtig auf und bewegt sich viel“, sagt Sina Braun. Damit das so oft wie möglich der Fall ist, werden nicht nur die Tierpfleger zu ihm gelassen, sondern auch Katzenstreichler und Praktikanten. Die sorgen dann dafür, dass der dicke Kater zumindest ein bisschen geht.

Viel mehr kann er nämlich momentan noch nicht. Zwar stehen auch burgenartige Katzenbäume in seinem Container-Gehege, doch diese kann er zurzeit noch nicht erklimmen. Damit er sich genügend bewegt, kriegt er auch ab und zu ein kleines Leckerli. Und all das Training zeigt erste Fortschritte. „Er kann sich wieder selbst am Ohr kratzen, das konnte er bei seiner Ankunft nicht“, sagt Braun. Sich selbst putzen, das kann Racoon nicht. Das übernehmen zurzeit auch noch die Pfleger. „Man darf das nicht als Sensation sehen, dass er so dick ist, das ist ein echtes Drama“, sagt Braun.

Doch lässt man das Übergewicht einmal außer Acht, ist Racoon putzmunter. Wenn man ihn beobachtet, erlebt man einen fröhlichen Kater, der weiß, was er will. Er kuschelt gerne, lässt sich kraulen. Wenn er jedoch genug hat, dann kann er auch kratzbürstig werden. Ihm geht es also – noch – gut. Denn wer weiß, was passiert wäre, wenn er weiter gefressen hätte. Zum Glück hat er noch keine Leber- oder Nierenschäden. Auch seine Blutwerte sind optimal.

Pünktlich zum schönen Wetter darf Racoon raus und die Umgebung im Tierheim ein wenig erkunden. Das macht er auch. Zwar langsam, aber er genießt es. Und wenn er die Eingewöhnungszeit überstanden hat, soll er bald auch zu den anderen Katzen gesetzt werden. „Er soll ein ganz normales Katzenleben führen und nicht nur faul hinterm Ofen liegen“, sagt Braun.

Wenn Racoon wieder normalgewichtig ist, soll er auch vermittelt werden. Das kann sich allerdings noch bis zum Herbst hinziehen.

Seinen Namen, Racoon, verdankt er im Übrigen seinem Gang und auch natürlich seinem propperen Aussehen. Racoon kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Waschbär.

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