Radwandertag: Pedalritter auf vielen Routen unterwegs

Von: anna/koe
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Ab auf‘s Fahrrad, hieß am Sonntag die Devise. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Welch ein Glück für die Pedalritter der Region: Nach Hitze bis knapp 38 Grad Celsius am Samstag war das Thermometer am gestrigen Sonntagmorgen um fast die Hälfte gefallen. Bei knapp 21 Grad machten ab 10 Uhr allerorten die Teilnehmer am Niederrheinischen Radwandertag auf den Weg. 16 der insgesamt 64 Routen mit einer Gesamtstrecke von mehr als 2500 Kilometern hatten Start- und Zielorte im Kreis Heinsberg.

Auf dem Heinsberger Marktplatz gab Erster Beigeordneter Jakob Gerards Punkt 10 Uhr einen echten Startschuss und schickte die Radler auf vier unterschiedliche Routen. Da war Karl Grett aus Heinsberg schon seit einer halben Stunde unterwegs, mit einer selbst „gebastelten“ Kombination mehrerer Routen. Mehr als 130 Kilometer hatte er sich vorgenommen, über Wassenberg, Hückelhoven und Erkelenz bis nach Jüchen und über Wegberg wieder zurück. „Ich habe meiner Frau versprochen, um vier wieder zu Hause zu sein“, schmunzelte er. Und bis dahin wollte er gleich zwei Karten voller Stempel sammeln!

Aus Wormer in der Nähe von Amsterdam waren Jan und Jos van de Plas nach Heinsberg angereist. Schon zum fünften Mal waren sie beim Radwandertag dabei, zum ersten Mal von der Kreisstadt aus. „Das ist ein richtiges Abenteuer“, sagen beide über ihre Radtouren, die sie schon nach Berlin, nach Schweden oder nach Österreich geführt haben.

Gutscheine zu gewinnen

Während die beiden noch ihre Route auswählten, griff Annemie Gottlieb (69) aus Waldenrath mutig zur längsten Heinsberger Route, die mit mehr als 50 Kilometern über Gangelt und Geilenkirchen wieder zurück zum Marktplatz führte. „Für alles andere hole ich doch mein Fahrrad nicht raus“, lachte sie.

In Heinsberg gab‘s ab 15 Uhr bei mittlerweile drückender Hitze Country-Musik mit der Band Johnny Cash Experience aus Wesel und für alle, die mindestens drei Stempel auf ihrer Route „eingefahren“ hatten, eine Gewinnchance bei der Tombola. Dem Gewinner winkte ein Gutschein über 600 Euro für ein neues Fahrrad. Für Platz zwei und drei gab‘s Gutscheine über 300 und 150 Euro für den Einkauf im Sportgeschäft.

Zum Auftakt in Heinsberg war indes auch in diesem Jahr niemand dabei, der sich für die Route rund um den Lago Laprello entschieden hatte, die in Heinsberg speziell für Menschen mit Behinderung angeboten wird. „Das ist die einzige Route dieser Art überhaupt“, erklärte Organisator Gerd von Helden. „Doch sie wird leider selten bis gar nicht angenommen.“

Die Gemeinde Waldfeucht hatte das Geschehen des Radwandertages wieder mit einem Dorffest verknüpft, dieses Mal auf dem Dorfplatz in Bocket. Ausrichter war der SV Grün-Weiß Bocket. So war für das leibliche Wohl ebenso bestens gesorgt wie für Unterhaltung durch das Trommler- und Pfeiferkorps sowie durch den Musikverein. „So schlagen wir in jedem Jahr zwei Fliegen mit einer Klappe“, freute sich Organisator Johannes Blank. Das Dorffest sei durch die Radwanderer gut besucht und die Gemeinde müsse nicht eigens für Bewirtung und Unterhaltung sorgen.

Wieder mit dabei war auch in diesem Jahr der Waldfeuchter Fahrradexperte Josef Dessy. An seiner Station auf dem Bocketer Dorfplatz bot er kostenlose Reparaturen an.

Gesundheitscheck angeboten

In Erkelenz war es nicht, wie angekündigt, der Bürgermeister, der den Startschuss zum Niederrheinischen Radwandertag gab. Das wäre auch schlecht möglich gewesen, denn Peter Jansen rückte mit seiner Frau in Fahrradkluft an und fuhr selbst die „Schloss- und Klosterroute“ mit einer Länge von 22,5 Kilometern. Insgesamt seien es ja 38 Kilometer, rechnete er vor, wenn man die An- und Abfahrt von Hetzerath – seinem Heimatort – aus mitrechne. Nicole Stoffels vom Stadtmarketing sprang ein und schwang die Fahne, um die Teilnehmer auf die Strecke zu schicken.

Zuvor hatten sich diese am Infostand über die möglichen Routen informiert. In den Arkaden des Alten Rathauses war eine von drei Stempelstationen eingerichtet worden. Wer drei Stempel auf seiner Karte in die Lostrommel warf, nahm an der Verlosung eines hochwertigen Rades im Wert von etwa 500 Euro teil. Vier schöne Routen warteten auf die Fahrradfreunde, die im Verlauf mehrerer Stunden starten konnten.

Wie hatte der Bürgermeister bei seiner Begrüßung gesagt: „Die Stadt Erkelenz ist bei allem, was mit dem Fahrrad zu tun hat, dabei.“ So war es auch diesmal, als der Radwandertag von einem bunten Rahmenprogramm am Erkelenzer Markt begleitet wurde. Service rund ums Fahrrad wurde ebenso geboten wie Dixieland-Musik der Band Boundless oder Attraktionen für die Kleinen wie Kinderschminken, Rutsche und Hüpfburg. Zudem bot die Caritas-Pflegestation Erkelenz einen Gesundheitscheck an. Am Informationsstand konnte man sich einer Blutdruck- oder Blutzuckerkon-trolle unterziehen.

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