Radverkehr: Erkelenz erreicht vorderen Platz bei Test

Von: Kurt Lehmkuhl
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Durchaus zufrieden mit dem Ergebnis des Fahrradklima-Tests: Nicole Stoffels. Foto: Kurt Lehmkuhl

Erkelenz. Nicole Stoffels ist zufrieden. Ihre Arbeit im Erkelenzer Rathaus trägt Früchte. Erkelenz zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu machen, ist eines der Ziele, die sich die Verantwortliche für das Stadtmarketing auf die Fahne geschrieben hat. Dazu gehört nicht nur eine bessere innerstädtische Beschilderung oder das Bestreben um Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Stadt.

Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Stellenwert des Fahrradfahrens in Erkelenz und die objektive Überprüfung sind von Bedeutung. Eine solche liegt nun erstmals vor als Ergebnis des Fahrradklima-Tests 2012, zu dem der Allgemeine Deutsche Fahrradclub aufgerufen hat.

Mit einem für Erkelenz durchaus erfreulichen Rang: In der Liste der 252 bundesweit getesteten Städte mit weniger als 100 000 Einwohnern steht Erkelenz an 21. Stelle und ist damit in der Region die bestplatzierte Kommune. Jülich und Düren landen in der Städterangliste an der 125. und 211. Stelle. Unter allen teilnehmenden Städten in Nordrhein-Westfalen rangiert Erkelenz an elfter Stelle.

Nach dem Schulnotensystem konnte jeder Bürger „seine“ Kommune oder auch eine andere bewerten. Der Notendurchschnitt bestimmt die Rangliste. Erkelenz erhielt von den Teilnehmern einen Schnitt von 3,20, Jülich kam auf 3,78 und Düren auf 4,11. Aber auch Aachen, in der Liste der Städte mit mehr als 200 000 Einwohnern auf Rang vier unter 38 Bewerbern gelistet, erhielt mit 3,76 eine schlechtere Benotung.

„Ich meine, wir haben bei unserer ersten Teilnahme gut abgeschnitten“, meint Stoffels, die auf zwei herausragende Bewertungskriterien hinweist. „Besonders gelobt wurde die Öffnung der Einbahnstraßen für Fahrradfahrer in die Gegenrichtung und die Infrastruktur des Radwegenetzes mit dem Knotensystem.“

Ohne Scheu und Bedenken habe sich die Stadt der Beurteilung gestellt. „Wir haben sie sogar unterstützt, indem wir auf unserer Homepage darauf hingewiesen und im Bürgerbüro Bewertungsbogen ausgelegt haben.“

Das Ergebnis ist allerdings kein Grund, das Thema Fahrradfreundliche Stadt schleifen zu lassen. Im Gegenteil: „Der entsprechende Arbeitskreis ist weiterhin sehr rege.“ Ebenfalls bemühe sich die Verwaltung, Radfahren in Erkelenz noch mehr zu erleichtern, meint Stoffels und nennt als eine Maßnahme den Umbau des Kreuzungsbereichs an Brückstraße und Nordpromenade zu einem Kreisverkehr.

Die Absicht sei es, bei den Bürgern ein Bewusstsein für das Radfahren und eine „Nahmobilität“ zu schaffen. „Strecken bis zu fünf Kilometern sind günstiger mit dem Fahrrad zu schaffen als mit dem Auto“, sagt Stoffels und verweist auf die Vorteile: Kurze, gerade Wege in die Innenstadt, keine Parkplatzsuche und ständige Fahrbereitschaft.

„Wir sind dabei, einiges im Sinner der Fahrradfahrer zu verändern“, meint Stoffels und spricht damit auch Autofahrer an, die manche Veränderung nicht mitbekommen oder missverstehen. Als Beispiel nennt sie die Regelung im Baugebiet Erkelenz Nord.

Dort gilt generell Tempo 30. In diesem Wohngebiet wurde die Benutzungspflicht der Radwege für Fahrradfahrer aufgehoben. Sie können jetzt auf den Fahrbahnen radeln; was allerdings noch nicht jeder Autofahrer verinnerlicht hat.

Radwege in Wohngebieten seinen nicht mehr zeitgemäß, meint Stoffels. Es gelte, dort eine Gleichrangigkeit zu erreichen zwischen Verkehrsteilnehmern ohne und denen mit Knautschzonen.

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