Wassenberg - Radelnde Botschafter: Nach 1862 Kilometern am Ziel in Rom

Radelnde Botschafter: Nach 1862 Kilometern am Ziel in Rom

Von: Johannes Bindels
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Am Ziel in Rom angekommen: Dietmar Trzinski, Michael Peters und Thomas Johnen (v.l.) haben die teils beschwerliche Fahrt von Wassenberg nach Rom hinter sich gebracht. Repro: Bindels

Wassenberg. Drei Jahre hatten sie geplant und sich vorbereitet, um sich am 19. Juli als „radelnde Botschafter“ auf den Weg nach Rom zu machen. Das Maskottchen der Stadt Wassenberg – „Sammy, der Sämling“ – und Wassenberg wollten Thomas Johnen, Michael Peters und Dietmar Trzinski auf der Tour bekannt machen.

Die Romfahrer haben 16 anstrengende und abwechslungsreiche Etappen von Wassenberg bis in die italienische Hauptstadt hinter sich gebracht. „Wenn der erste Teilabschnitt bis Bad Breisig noch bei sonnigem Wetter stattfand, so war doch schon der dritte Tag mit dem Zielort Speyer von sintflutartigen Regenfällen begleitet“, deutet Thomas Johnen erschwerte Bedingungen an. „Die Strecke war teilweise nicht sichtbar, weil alles einer Seenplatte glich.“

Über den Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee-Radweg führten die nächsten Etappen bis zum Bodensee. Auf einer Etappe durch den Schwarzwald gab es eine schöne Gelegenheit zum Anbringen von „Sammy“: Der klebt nun an geeigneter Stelle beim höchsten Punkt zwischen Atlantik und Schwarzem Meer. Auf dem Streckenabschnitt durch den Schwarzwald habe man die einzige Reparatur vornehmen lassen müssen, weil bei Michael Peters‘ Fahrrad kurz vor dem Ende der fünften Etappe eine Speiche gebrochen sei. „Friedrichshafen war am Bodensee unser Zielort, und auf dem Weg entlang des Sees entdeckten wir in einer Obstplantage einen Pfirsichbaum, der dem Wassenberger Sämling von Frucht und Blatt gleicht“, sagt Dietmar Trzinski. Ein Gespräch mit dem Plantagenbesitzer vertiefte dann die Hinweise auf die Gemeinsamkeiten. Das war einen „Sämling“ wert.

Im Übrigen habe man die Gelegenheit genutzt, bei jeder Übernachtungsstation die Informationen zu Wassenberg und das Maskottchen „Sammy“ zu hinterlegen, betonen die Romfahrer. Da nur in Bad Breisig und am Zielort in Rom ein Hotel vorgebucht war, habe man sehr spontan und immer erst nach der Mittagspause entschieden, wo man die nächste Nacht verbringt. Diese Flexibilität habe sich bewährt und die Möglichkeit gegeben, den Tourverlauf aufgrund weiteren schlechten Wetters abzuändern.

Den Einstieg in die Fahrt durch die Alpen starteten die Radler bei Begrenz am Bodensee durch Voralberg. Spannend gestalteten sich die beiden Überquerungen des Arlbergpasses auf 1800 Metern Höhe und des Reschenpasses. Bei letzterem hatte ein Felsabbruch die Weiterfahrt auf dem geplanten Radweg verhindert. „Eine Weiterfahrt war nur auf dem Autoschnellweg möglich. Das war aber wegen der schmalen Straßen sehr gefährlich“, betont Johnen. Es sei eine Vernunftentscheidung gewesen, dann einen extra für Radfahrer eingerichteten Bus-Shuttle bis zum Zielort Nauders auf 1300 Meter Höhe zu nutzen. „Wenn man 700 Höhenmeter zu meistern hat, kann man schon mal an die Grenzen kommen“, beschreibt Dietmar Trzinski.

„Die schönsten Tourabschnitte waren die in Tirol und entlang des Flusses Etsch – frei von Fernverkehr und in wunderschöner Natur“, blickt Thomas Johnen zurück, der auf der Fahrt seinen Geburtstag feierte.

In Italien streifte das Trio den Gardasee, besuchte Verona und querte die Po-Ebene, bevor es in den Apennin ging. Schlechte Straßenverhältnisse erschwerten die Fahrt jedoch enorm, und die Fahrt nach Ravenna bei 38 Grad Hitze war ohnehin kein Zuckerschlecken. Das führte auch zu der Entscheidung, nicht wie geplant über Assisi, sondern direkt die Route über Perugia zu nehmen. Doch auch dieses Ziel erforderte Willenskraft, um bei Hitze bis auf 500 Meter Höhe zu fahren.

„Die letzten 62 Kilometer nach Rom, in die Stadt hinein, haben wir genossen. Der Anblick des Petersdoms und des Peterplatzes ließ es uns schwer fallen, die Gedanken in Worte zu fassen“, gewährt Thomas Johnen einen Einblick in die erlebten Gefühle. „Wir hatten unser Ziel erreicht, und hinter uns lagen 1862 Kilometer und 96:04 Stunden reine Fahrzeit. Die nächsten fünf Tage lang haben wir die Sehenswürdigkeiten in Rom genossen, bevor wir mit dem Zug zurück in die Heimat fuhren.“

Das Engagement der drei Radfahrer für die Stadt Wassenberg gefällt auch dem Ersten Bürger: „Den Dank der Stadt Wassenberg spreche ich gerne aus. Mir gefällt ganz besonders der letzte Satz ihres Reiseberichtes, in dem es heißt: ,Vielleicht gibt es ja in Zukunft neue Ziele‘“, sagt Bürgermeister Manfred Winkens.

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