Wassenberg - Protest in Wassenberg: „Menschenwürdige Pflege hat ihren Preis“

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Protest in Wassenberg: „Menschenwürdige Pflege hat ihren Preis“

Von: anna
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Vor dem mit Protestkartons verschlossenen Roßtor erläuterte Alexandra Mundus, Leiterin des Wassenberger Johanniter-Stifts, die Forderungen des bundesweiten Aktionstages Altenpflege der Diakonie. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg. Am bundesweiten Aktionstag Altenpflege der Diakonie haben sich am Montag vor dem Wassenberger Roßtor auch Mitarbeiter des Stifts, der Hausgemeinschaft und der Tagespflege der Johanniter beteiligt. Fünf Minuten vor zwölf begannen sie zunächst damit, das Roßtor mit großen, lilafarbenen Kartons zu verschließen.

„Würdevolle Pflege, Familiäre Entlastung, Gerechte Finanzierung, Attraktive Ausbildung“ lauteten die Forderungen, mit denen diese Kartons beschriftet waren.

Dann ergriff Alexandra Mundus, Leiterin Johanniter-Stifts, das Wort. „Die Situation in der Altenpflege ist nach wie vor kritisch“, erklärte sie. Die Zahl pflegebedürftiger Menschen steige. Fachkräfte würden daher dringend gesucht. Deren Arbeit werde jedoch zu wenig wertgeschätzt. Zudem sei die Pflege chronisch unterfinanziert.

„Ziel des Aktionstages ist es, eine öffentliche und politische Diskussion über die Pflege anzustoßen“, betonte sie. „Wir fordern politische Veränderungen, um die Altenpflege zu retten. Denn Pflege geht uns alle an!“

Mehrere Mitarbeiter gingen dann auf spezielle Punkte ein. So wünschte sich Simone Richert zum Beispiel gleiche Anerkennung und Unterstützung für alle Pflegeformen. „Auch bei noch so optimaler ambulanter Versorgung werden wir nicht auf Pflegeheime verzichten können“, forderte sie politisches Bewusstsein für diese Tatsache.

Lukas Richert forderte die Umsetzung eines neuen Pflegebegriffes ohne Benachteiligung von Menschen, die in ihrer geistigen, seelischen und psychischen Fähigkeiten eingeschränkt sind. „Gute Pflege kostet Zeit!“, erklärte Birgit Vasters und verband damit die Forderung, den Personalschlüssel an den tatsächlichen Zeitbedarf anzupassen und dafür auch das Personal zur Verfügung zu haben.

Auch bei stationärer Pflege müsse die Behandlungspflege – anders als bisher – zusätzlich von den Krankenkassen übernommen werden, betonte Petra Durchholz. Um verbesserte Arbeitsbedingungen ging es René Bölling. „Wir Pflegekräfte wollen nicht durch unsere Arbeit zum Pflegefall werden“, erklärte er.

Christine Mertens appellierte daran, einen breiten Zugang zum Pflegeberuf offenzuhalten und die Finanzierung der ausbildenden Fachseminare zu sichern. „Eine aufrichtige Kostendebatte in Gesellschaft und Politik ist nötig“, befand schließlich Alexandra Mundus. „Menschenwürdige Pflege hat ihren Preis.“

„Wir haben hier in Wassenberg hervorragende Pflegeeinrichtungen“, meldete sich Bürgermeister Manfred Winkens zu Wort. „Ich bin gekommen, um zu hören was im Argen liegt“, erklärte er und fügte hinzu: „Ich unterstützte die Aktion.“

Wie er rief dann auch Alexandra Mundus noch einmal alle Anwesenden auf, die Postkarten mit den Forderungen zu unterschreiben, die in kleinen, lilafarbenen Kartons gesammelt wurden und jetzt per Post an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe nach Berlin geschickt werden.

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