Wegberg - Projektchor gibt den Armen der Welt eine Stimme

Projektchor gibt den Armen der Welt eine Stimme

Von: hewi
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Im Wegberger Maximilian-Kolbe-Gymnasium wurde das „Poverty Requiem“ aufgeführt. Foto: Koenigs

Wegberg. Am Maximilian-Kolbe-Gymnasium stand am Samstag nichts Geringeres als der Totengesang auf die Armut auf dem Programm. Unter der Leitung des Musiklehrers Alexander Hergert hatte ein 90-köpfiger Projektchor aus Schülern, Lehrern und Eltern das Thema des niederländischen Komponisten Peter Maissan umgesetzt.

 Rund neun Monate hatten die Teilnehmer geprobt, um das ambitionierte Projekt auf die Bühne zu bringen. Denn es galt nicht nur, das Thema umzusetzen, sondern auch verschiedene Chöre und Altersklassen unter einen Hut zu bringen.

Zur Vorgeschichte: Zu Beginn des Jahrtausends hatte sich die UNO das Ziel gesetzt, die Armut auf der Welt bis 2015 zu halbieren. Ein Ziel, das so utopisch wie richtig ist. Und ein Ziel, das nicht erreicht werden kann. Der niederländische Komponist Peter Maissan hat das Requiem 2007 komponiert, um an das Projekt der UNO zu erinnern. Die Texte stammen von Sylvia Borren. Beide haben ihre Arbeiten kostenlos zur Verfügung gestellt, um eine möglichst große Resonanz zu erzielen. Noten und Texte können kostenlos verwendet werden.

Musikalisch integriert das Requiem die musikalischen Stile aller Kontinente. Es beginnt mit „Born to suffer“ und der Klage einer Mutter in Afrika, die ihr Kind nicht ernähren kann. Es endet mit dem optimistischen „Hope“, in dem den Zuhörern klargemacht wird, dass jeder etwas dazu beitragen kann, dass die Armut wirklich verschwindet.

Als Solistinnen wirkten Lara Stevens (Sophran, 5. Klasse) und Elisabeth Czimek (Alt, 10. Klasse) mit. Moderator Guido Knippenberg fasste den Tenor des Stückes mit einem Zitat von Berthold Brecht zusammen: „Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich!“

Seit 2007 wurde das „Poverty Requiem“ schon an vielen Schulen aufgeführt, jedes Mal verbunden mit dem Benefizgedanken, um vor Ort in den betroffenen Regionen der Welt etwas zu verändern und die Menschen zur Selbsthilfe zu ermutigen.

Das Konzert in Wegberg war eine Benefizveranstaltung für den Verein „Shangilia“, der in der Kenia eine Schule und ein Heim für ehemalige Straßenkinder unterhält. Rund 200 Kinder werden dort vom Kindergartenalter bis hin zur absolvierten Ausbildung betreut, wie die stellvertretende Vorsitzende Katharina Kiecol erläuterte.

Hilfe zur Selbsthilfe

Rund 130.000 Euro muss der Verein dafür jedes Jahr aufbringen. Wichtig sei ihm das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe, denn vor Ort sind nur Kenianer im Einsatz und organisieren die Schule. Darüber hinaus müssen auch 20 Prozent des jährlichen Finanzbedarfs vor Ort akquiriert werden. „Mitleid hilft niemandem“ lautete ein Grundsatz, den die Schüler des Maximilian-Kolbe auf die Schautafeln geschrieben hatte. Nach diesem Grundsatz arbeitet der zehnköpfige Verein.

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