Hückelhoven - Projekt will junge Flüchtlinge einbinden

Projekt will junge Flüchtlinge einbinden

Von: Helmut Wichlatz
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Neues Projekt der Factory Church: (v.l.) Daniel Conrads, Achim Kück und Sandra Geiser vom Factory-Church-Team vor dem ehemaligen Pfarramt an St. Barbara. Foto: Wichlatz

Hückelhoven. Das kirchliche Jugendangebot in der Region Heinsberg und Mönchengladbach geht bewusst neue Wege, um die Kinder und Jugendlichen anzusprechen, die mit Kirche sonst wenig im Sinn haben. Wo einst die Bergleute in St. Barbara beteten, ist seit einiger Zeit die Factory Church.

Gemeindereferent Achim Kück und sein rund 20-köpfiges Team haben seit dem Bestehen der Factory Church schon einige Aktionen gemacht, die man auf den ersten Blick nicht mit gemeinde- kirchlicher Arbeit und Jugendarbeit in Verbindung bringen würde. Zur „Bibel im Zelt“ wurde genauso eingeladen wie zum Hochseilgarten, bei dem die Teilnehmer in schwindelerregender Höhe herumklettern konnten. Zur sogenannten „72-Stunden-Aktion“ waren rund 60 Jugendliche angetreten, um drei Tage unter Aufsicht durchzumachen. „Wenn wir Gottesdienst feiern, erkennt man das oft nicht auf den ersten Blick“, betont Kück.

Und das ist gewollt. Denn die klassische Jugendarbeit der Gemeinden hat weitestgehend ausgedient. Immer weniger Jugendliche finden den Weg in die Kirche oder nehmen kirchliche Angebote wahr. „Wenn wir die Jugend links liegen lassen, können wir den Laden irgendwann mal zumachen.“ Mit dem neuen Projekt „Herbergssuche“ nehmen sich Kück und sein Team auch des Themas „Flucht und Flüchtlinge“ an. Wie ist es, als Jugendlicher aus seiner Heimat fliehen zu müssen? Wie, wenn man durch die Braunkohlebagger aus seiner Heimat vertrieben wird? Wo findet man eine neue Heimat oder zumindest eine Herberge? Das Thema der Herbergssuche sei breitgefächert, erklärt Kück. Auch im direkten Umfeld verlieren Menschen ihre angestammte Heimat oder müssen sich auf neue Lebenssituationen einstellen. Mit einem speziellen Angebot wendet sich die Jugendkirche jedoch an Kinder und Jugendliche, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Hier setzt das Angebot der Factory Church an.

In Hückelhoven sind derzeit rund 30 Kinder Jugendliche als Flüchtlinge gemeldet. Das Angebot richtet sich an Kinder ab dem sechsten Lebensjahr. Einmal in der Woche sollen sie sich im „OpenPoint International“ in der Jugendkirche treffen und gemeinsam Freizeit verbringen. So ist es zumindest geplant. „Ob wir mit dem Angebot bei den Jugendlichen ankommen, wissen wir nicht“, räumt Kück ein. Das werde die Zukunft zeigen.

Bei der Stadt und bei den Flüchtlingspaten stößt das Angebot auf offene Ohren, denn Integration und ein stabiles Umfeld sind wichtig. Die Aktion ist im Rahmen der Konfirmandenarbeit von den Jugendlichen geplant worden. „Wir wollen eine Tür öffnen und mit den jungen Leuten ins Gespräch kommen“, ergänzt Daniel Conrads, ein Ehrenamtler der ersten Stunde. Zur Flüchtlingsarbeit in der Adventszeitgehört auch der „Wunschkranz“. Dort können die Jugendlichen ihre Wünsche in Form von Zetteln anbringen. Mit dem Kranz, den Schüler der Peter-Jordan-Schule gebaut haben, werden Kück und sein Team auch durch die Kirchen gehen. „Die Leute können einen Zettel ziehen und sich überlegen, ob sie den Wunsch erfüllen oder ihn mit einer Spende unterstützen“, erläutert er den Sinn der Aktion. Am vierten Advent sollen dann die Geschenke hoffentlich an die jungen Flüchtlinge verteilt werden.

Um das Angebot bei „OpenPoint International“ noch erweitern zu können, werden eifrig Kontakte geknüpft. „Mit einem Netzwerk an Hilfe können wir viel bewegen“, ist sich Kück sicher. „Das reicht von Sprachunterricht bis Nachhilfe oder reiner kultureller Annäherung.“

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