Projekt „Online-City“ findet keine Mehrheit

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Hückelhoven. Klick – und der Einkauf ist erledigt. Bequem am Schreibtisch zu Hause oder mit dem Smartphone unterwegs. Man muss sich die Schuhe nicht dreckig machen, braucht nicht lange an der Kasse anzustehen oder sich über die seichte Musikberieselung während des Einkaufs ärgern.

Wie sehr der Online-Handel in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat, kann man sehr schön an den leer stehenden Ladenlokalen in den Innenstädten ablesen: Viele Einzelhändler haben angesichts der Herausforderung durch das Internet das Handtuch geworfen. Damit das in Hückelhoven nicht passiert, haben die Fraktionen der SPD und der Grünen im Rat der Stadt gemeinsam einen Antrag eingebracht, der sich auf das mit öffentlichen Mitteln geförderte Pilotprojekt „Online-City Wuppertal“ bezieht. Dieser Antrag wurde jetzt im zuständigen Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Strukturfragen behandelt.

„Das Pilotprojekt der ,Online-City Wuppertal‘ ist mittlerweile nicht nur bundesweit bekannt – immer mehr Städte erkennen nunmehr insbesondere durch dieses Projekt, dass es Sinn macht, den lokalen Handel eng mit der Online-Welt zu verknüpfen“, heißt es in der Begründung des Antrages. Um interessierte Händler, Unternehmen und Banken auch in Hückelhoven mit diesem Projekt vertraut zu machen, schlagen die Antragsteller eine Informationsveranstaltung mit den „Machern“ des Wuppertaler Projektes in Hückelhoven vor.

Denn: „Als das Pilotprojekt betreibende Stadt stellt Wuppertal sein Projektmanagement zur Verfügung, damit andere Städte sich über dieses Konzept genau informieren und davon lernen können. Auch für Hückelhoven kann diese Form das Produkt-Marketings eine Chance sein, denn schon jetzt und langfristig gesehen sind die Einzelhändler und kleinen Unternehmen vom Online-Handel der Großhändler in ihrer Existenz bedroht.“ So steht es im Antrag.

Diese Veranstaltung, so Brigitte Brenner von den Grünen als einer der Antragsteller, müsse allerdings „zeitnah“ stattfinden, um noch in den Genuss von öffentlichen Fördermitteln zu kommen, sollte man sich auch in Hückelhoven für die Einrichtung einer solchen Online-Plattform, deren Ziel es sei, „den Einzelhandel attraktiver zu machen und die Menschen wieder in die Innenstadt zu holen“, entscheiden.

Das, sagte Holger Loogen, Referent des Bürgermeisters, werde schwierig, da nach seinen Recherchen die vorgeschlagenen Referenten „frühestens Anfang des kommenden Jahres“ zur Verfügung stünden. Außerdem, so Loogen, habe er bei seinen Recherchen zu diesem Thema „bei den Hückelhovener Geschäftsleuten bisher nur eine geringe Resonanz auf solch eine Online-Präsentation“ feststellen können.

„Wir sind nicht gegen den Antrag“, stellte CDU-Fraktionschef Heinz-Josef Kreutzer klar. „Aber wir sind dagegen, heute hier einen Schnellschuss abzufeuern.“ Man müsse erst mal grundsätzlich klären, was eigentlich zum einen Inhalt einer solchen Plattform sein soll. Und zum anderen wolle man auch wissen, welche Kosten mit dem Aufbau und der Hilfestellung bei einer solchen Online-Plattform verbunden sind. „Die Verwaltung soll das recherchieren und eine Bedarfsabfrage bei den Zielgruppen starten. Dann können wir darauf aufbauend die Informationsveranstaltung durchführen.“

Das allerdings fand Jörg Leseberg, der als Vorsitzender der SPD-Fraktion in diesem Ausschuss den Vorsitz hat – dem einzigen Ausschuss, in dem die Opposition den Vorsitzenden stellt –, nicht gut: „Wir sollten überlegen, wie wir jetzt die Abfrage starten und alle Einzelhändler im Stadtgebiet anschreiben.“

Brigitte Brenner (Grüne) versuchte eine Art Kompromiss aufzubauen: „Wenn die Verwaltung sich um die Fördermittel kümmert, ist der Termin am Jahresanfang für die Informationsveranstaltung okay.“ Kreutzer (CDU) blieb dabei: Mit seiner Fraktion werde es einen „Schnellschuss“ nicht geben. Leseberg (SPD) blieb auch dabei: Man solle „zeitnah“ einen Termin für eine Informationsveranstaltung zum Thema „Online-City“ durchführen und unverzüglich die Voraussetzungen dafür schaffen. Also ließ er als Vorsitzender des Ausschusses über den von SPD und Grünen eingebrachten Antrag abstimmen. Das Ergebnis konnte nicht anders sein: Der Antrag wurde mit den Stimmen der absoluten CDU-Mehrheit abgelehnt.

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