Projekt „Glücksexpress“: Ein Schritt weiter beim Solarzug

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
14429670.jpg
Zwei Zugmaschinen und drei Waggons, in denen jeweils 26 Personen Platz finden, sollen im Rahmen des Interreg-V-Projektes angeschafft werden. Mit den Zügen sollen Touristen Schlösser der Region, Märkte oder andere Ausflugsziele erreichen können. Foto: Veranstalter
14429386.jpg
Karin Hansen (Heinsberger Tourist-Service) und Sabrina Martin (Wassenberger Stadtmarketing) (v.r.) unterschreiben das Manifest für den Glücksexpress. Foto: Anna Petra Thomas

Roerdalen/Wassenberg. Von einem „wichtigen Abend“ sprach Vorsitzender Thei Neijnens in seiner Begrüßung. Für seinen designierten Nachfolger Hay Nelissen war er sogar der „Wendepunkt“ im Projekt „Glücksexpress“, der den Tourismus in Roerdalen und Wassenberg gleichermaßen beflügeln soll.

Beide Redner des Abends im Lokal De Boshut in Herkenbosch gehören zum Verein Gastvrij Roerdalen-Wassenberg. Dies ist ein grenzüberschreitender Zusammenschluss von Unternehmern, der sich der Entwicklung von Erholung und Tourismus widmet. Er hat das Projekt „Glücksexpress“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um einen mit Solarstrom betriebenen, kleinen Zug, der Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen in beiden Kommunen miteinander verbinden soll.

Lange Planung

Schon länger ist das Projekt in der Planung, aber jetzt will der Verein sozusagen Nägel mit Köpfen machen und den Zug endlich auf die Straße bringen. Dazu soll ein Antrag an die Euregio Maas-Rhein gestellt werden zwecks Finanzierung des Projekts im Rahmen eines Interreg-V-Projektes. Nächster Entscheidungstermin für solche Projekte sei der 20. Juni, so die Vereinsvertreter, und da wolle man mit dem Glücksexpress dabei sein.

Die Hälfte des 600.000 Euro teuren Projekts soll durch das Interreg-V-Projekt finanziert werden, jeweils 15 Prozent, also 90.000 Euro, von den beiden Kommunen Roerdalen und Wassenberg, und die restlichen 20 Prozent vom Initiator Gastvrij, der diese wieder aus niederländischen Fördertöpfen finanzieren will. Angeschafft werden sollen zunächst zwei Zugmaschinen und drei Waggons, in denen jeweils 26 Personen Platz finden. Die Züge fahren 25 Kilometer pro Stunde und sollen von ehrenamtlichen Fahrern gesteuert werden.

Machbarkeitsstudie

Die Machbarkeitsstudie, die den Betrieb einer Solarbahn im niederländischen Ooijpolder durchgeführt hat, spricht von „einem nachhaltigen Verkehrsmittel, das selbst eine Attraktion darstellt“ und aus dem sich neue Freizeit-Arrangements für Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze entwickeln ließen. Nelissen zufolge würde ein Umsatz von rund 20.000 Euro pro Jahr ausreichen, um die Bahn kostendeckend zu betreiben. Er geht von 39 Betriebswochen pro Jahr aus und rechnet für den Benutzer mit sechs Euro pro Fahrt.

Der Zug könne die Schlösser der Region verbinden, so Nelissen, aber auch Besuche auf Märkten wie zum Beispiel auf dem Schlemmer-Markt ermöglichen. Auch ein Naturführer könne mitfahren. „Man kann sich da alles Mögliche vorstellen“, erklärte er. 20 unterschiedliche Themen hatte er schon aufgelistet, darunter auch Fahrten zum Thema Geschichte.

Ziel des aktuellen Treffens sei, die grundsätzliche Frage zu beantworten: „Haken wir es ab oder tun wir etwas?“ Dazu hatte der Verein ein „Manifest“ genanntes Positionspapier in zwei Sprachen erarbeitet, dass alle Interessenten unterschreiben sollten.

Von deutscher Seite erhielt das Positionspapier nur drei Unterschriften, nämlich die von Karin Hansen vom Heinsberger Tourist-Service, die von Sabrina Martin vom Wassenberger Stadtmarketings und die vom Chef eines Wassenberger Unternehmens für Sicherheitsdienstleistungen. Mehr Vertreter aus Deutschland waren der Einladung nach Herkenbosch nicht gefolgt.

Dieser „Intentionserklärung“ folge, wenn der Projektantrag erfolgreich sei, ein ausgearbeiteter Vorschlag. Schon Anfang nächsten Jahres könne die Bahn fahren, so Nelissen. Zunächst müssten jedoch nun der Gemeinderat in Roerdalen und der Stadtrat in Wassenberg entscheiden, ob sie sich an dem Projekt beteiligen.

Die Machbarkeitsstudie für den „Glücksexpress“ steht auf der Internetseite des Vereins zum Download bereit, ebenso ein Formblatt, auf dem der folgende Satz unterzeichnet werden kann: „Ik vind de geluksexpres een goed idee!“, auf Deutsch: „Ich finde, dass der Glücksexpress eine gute Idee ist!“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert