Professor Alfons Janinhoff blickt auf die Zukunft der Landwirtschaft

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Erkelenz. Im Namen der Volksbank begrüßte Vorstandsmitglied Josef Brück den Referenten des Abends, Professor Alfons Janinhoff, zu dessen Vortrag rund 180 Landwirte aus der Region gekommen waren. Unter den Gästen war auch der Kreislandwirt und Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes, Bernhard Conzen.

Brück hob die Verbundenheit der Genossenschaftsbank mit der Landwirtschaft hervor. Auch heute sei die Landwirtschaft eine stabile Säule der heimischen Wirtschaft.

Janinhoff skizzierte in seinem Ausblick jedoch nicht nur die Entwicklung der Landwirtschaft in den kommenden Jahren, sondern nannte darüber hinaus auch die Anforderungen, die dabei auf die Landwirte zukommen werden.

Der Agrarexperte aus Beckum hat bis zu seinem Ruhestand über 30 Jahre an der Fachhochschule Bingen gelehrt und kennt das Metier aus diesem Grund bestens. Seine Aussage, dass mittelfristig nur ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe in Nordrhein-Westfalen überlebensfähig seien, wusste er von der betriebswirtschaftlichen Seite aus zu untermauern.

Investitionen enorm

Die Investitionen und der Arbeitsaufwand für eine überschaubare Steigerung des Einkommens seien für die Landwirte enorm. Aufgrund des begrenzt wachstumsfähigen Marktes und seiner Ressourcen sei eine Vergrößerung des Hofes nur dann möglich, wenn in der Nachbarschaft ein anderer schließe, betonte er. Ratsam sei daher die Suche nach tragfähigen Alternativen, zum Beispiel den erneuerbaren Energien.

Eine weitere Herausforderung für die Landwirte und ihre Verbände sei eine positive Öffentlichkeitsarbeit. „Die geringe Wertschätzung dieses Berufsstandes ist eine Herausforderung, der wir uns alle stellen müssen“, erklärte Janinhoff.

Außerdem werde der voranschreitende Strukturwandel noch einigen Landwirten die Existenz kosten, prophezeite er. Deshalb sei es die Aufgabe jedes Landwirtes, seinen Platz in der Landwirtschaft der Zukunft zu finden. „Wir müssen die Menschen begeistern und Spaß an der Landwirtschaft vermitteln“, betonte er und ergänzte: „Die gesellschaftliche Anerkennung muss erkämpft werden.“

Kreislandwirt Bernhard Conzen hatte zuvor in seinem Grußwort zu bedenken gegeben, dass mit Rückgang der heimischen Landwirtschaft auch die Qualität der Nahrungsmittel leide, da diese oft aus Ländern importiert würden, in denen der Verbraucherschutz keine so bedeutende Rolle spiele wie in Deutschland. Ein weiteres wichtiges Argument für die deutsche Landwirtschaft, wie auch Janinhoff bestätigte.

Trotz der noch zu bewältigenden Aufgaben konnte der Agrarwissenschaftler ein optimistisches Fazit ziehen.

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