Erkelenz - Prinzenfrühstück in Erkelenz: Viel Verständnis für Zugabsage

Prinzenfrühstück in Erkelenz: Viel Verständnis für Zugabsage

Von: hewi
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Prinz Michael I. und Prinzessin Ute I. standen beim Prinzenfrühstück im Mittelpunkt. Fotos (3): Wichlatz Foto: Wichlatz
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Heinz Forg (92) sang im Duett mit seinem Neffen Markus einige seiner Karnevalsklassiker.
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Bernd Heiss vom VKEL zeichnete Walter Heling für seine Verdienste im Karneval aus.

Erkelenz. Beim traditionellen Prinzenfrühstück der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft im Alten Rathaus stieß die Entscheidung der EKG, aufgrund der Sturmwarnungen den Rosenmontagszug abzusagen, auf großes Verständnis.

Ganz pragmatisch verkündete Sitzungspräsident Klaus Reul, dass man nun wenigstens mehr Zeit für das Beisammensein habe.

Mit einem besonderen Künstler konnte die EKG das Programm eröffnen. Gemeinsam mit Ex-Prinz Markus Forg griff Heinz Forg zum Mikrofon, um seinen Karnevalsklassiker „Dremol Maak Mött“ zu intonieren. Zuvor hatte Neffe Markus dem Publikum versichert, dass der Onkel „frische Batterien drin hat, sowohl im Hörgerät als auch im Herzschrittmacher“.

Immerhin, so fügte er hinzu, sei er schon 92 Jahre alt und habe somit Altmeister Willi Millowitsch übertroffen, der sich mit 90 Jahren von der Bühne verabschiedet habe. Schließlich kam auch Heinz Forgs Sohn Carsten zum Zuge: Carsten und sein musikalischer Kompagnon, Roland Jansen, haben sich als „Et Zweijestirn“ auch über die Grenzen des Erkelenzer Karnevals hinaus längst einen Namen gemacht. Der Auftritt im Alten Rathaus vor dem Zug gehört bei ihnen trotz des vollen Terminkalenders dazu.

Umso erfreuter waren sie, dass sie diesmal auch ein bisschen überziehen durften. Man hatte ja Zeit – und die Gulaschsuppe stand auch noch nicht auf den Tischen. Und so sangen sie von Sepp Blatter und seiner „Fifa korruptata“, von SPD-Chef Sigmar Gabriel und Horst Seehofer, der sich „zum Horst macht“. Vom bayerischen Horst kamen sie zum amerikanischen Horst, der Präsident werden will, und zum RTL-Dschungelcamp. Dessen Teilnehmern bescheinigten sie, „die letzten aufrecht gehenden Affen“ zu sein, doch: „Es gibt Millionen Idioten, bei RTL sorgen sie für Quoten.“

Nach der Musik kamen Prinz Michael I. (Dilkrath) und Prinzessin Ute I. (Mackenstein) zu Wort. Ihnen stand die Enttäuschung über die Zugabsage noch ins Gesicht geschrieben. Trotzdem erklärte Prinz Michael: „Dann machen wir es uns eben hier gemütlich.“ Bei seiner Prinzessin seien ein paar Tränen geflossen, als sie von der Absage gehört habe. Doch sei es angesichts der Sturmwarnungen die richtige Entscheidung, denn: „Sicherheit geht vor!“ Er dankte den Aktiven der EKG, die in der an sich schon sehr kurzen Session alles gegeben hätten.

Gemeinsam mit Prinzessin Ute hatte er sich bei der Proklamation vorgenommen, vor allem den Kontakt zu den hiesigen Karnevalsgesellschaften zu suchen. „Wir wollten keine großen Rundreisen machen, sondern hier mit euch feiern“, betonte er. Trotzdem seien rund 3000 Kilometer mit dem „Dienstwagen“ des Prinzenpaares zusammengekommen – und zwei „Knöllchen“. Die Hoffotografinnen hätten bei den Besuchen im Umland und bei den eigenen Sitzungen über 13 000 Bilder gemacht. Der Prinz plädierte für ein Miteinander der Gesellschaften zum Erhalt des Brauchtums. Seine Prinzessin Ute hatte ganz konkrete Vorstellungen: Ein „Haus der EKG“ in Erkelenz war ihr Wunsch, für dessen Umsetzung die Jecken Geld sammeln sollten. Vorsorglich kündigte sie an, nach Aschermittwoch umgehend einen Antrag zu stellen, um noch einmal Prinzenpaar zu werden.

Traditionell wird die Zusammenkunft im Rathaus auch genutzt, um verdiente Karnevalisten zu ehren. Dafür waren Bernd Heiss von der Vereinigung der Karnevalsgesellschaften der Erkelenzer Lande (VKEL) und Hajo Frentzen vom Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG) zu Gast. Im Gepäck hatten sie Auszeichnungen für vier verdiente Jecke. Den VKAG-Orden in Silber erhielt Walter Heling. Der 87-jährige gehört der Prinzengarde seit 35 Jahren an und ist Ehrenmitglied der EKG. Für langjährige Mitgliedschaft bei den Marketenderinnen wurden Irene Reiners, Sabine Wessel und Bettina Bonsels ebenfalls mit Silber ausgezeichnet.

Vom Alten Rathaus ging es schließlich weiter in die Stadthalle, wo windgeschützt und fröhlich der Rosenmontag gefeiert wurde.

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