Prinzenempfang in Erkelenzer Burg: Nicht nur Narren im Mittelpunkt

Von: hewi
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Kurz vor dem Höhepunkt der Session fand nun der traditionelle Empfang der Erkelenzer Karnevalsgesellschaften in der Erkelenzer Burg statt. Zu den Gästen zählten nicht nur Karnevalisten, sondern auch Vertreter aus Wirtschaft, Rat und Verwaltung. Foto: hewi

Erkelenz. Zum Auftakt der heißen Phase im Karneval lädt der Bürgermeister die Erkelenzer Gesellschaften Jahr für Jahr zum Empfang auf die Burg ein.

Dem Ruf folgen traditionell nicht nur die Gesellschaften und Vertreter aus Wirtschaft, Rat und Verwaltung, sondern auch der Bundestagsabgeordnete Wilfried Oellers gehört zu den regelmäßigen Gästen. Der Brauch geht auf die Anregung eines Urgesteins des Erkelenzer Karnevals zurück: Helmut Jopen. Und der stand im Mittelpunkt des Geschehens, denn Jopen hat nun seinen Rückzug aus dem aktiven Karneval angekündigt.

Norbert Müschen von der KüKaGe würdigte ihn als einen Mann, mit dem alle Gesellschaften „auf Augenhöhe sprechen konnten“. Er würdigte ihn als Netzwerker und Schnittstelle des Erkelenzer Karnevals. „Du hinterlässt eine Lücke“, sagte Müschen. Und weil man einen altgedienten Karnevalisten nicht einfach so in den Ruhestand versetzen kann, ernannte Bürgermeister Peter Jansen ihn zum Ehrenminister für närrisches Brauchtum. Markus Forg brachte ihm mit dem Lied „Du ming Stadt“ ein persönliches Ständchen.

Gedacht wurde aber auch zweier Karnevalisten, die dem heimischen Karneval ebenso fehlen werden: Lothar Fischer, langjähriger Sitzungspräsident und gute Seele des Venroder Wenk, und Josef Greven von den Katzeköpp. Beide waren kürzlich gestorben.

Müschen neigt bei den Bürgermeisterempfängen zu kritischen Beiträgen, in denen er gerne dem einen oder anderen verbal die Ohren langzieht. Diesmal galt seine Aufmerksamkeit der AfD, die „krakeelen“ und keine Lösung zu bieten hätten. „Wer in der Schule gepennt hat, von dem lasse ich mir nicht die Welt erklären“, erklärte Müschen. „Den Umgang mit Menschen braucht man uns Rheinländern nicht beizubringen.“

Die Antwort gab er gemeinsam mit Jupp Gormanns und Jürgen Drews, Präsidenten des Wenk und der Hoppesäck. Gemeinsam trugen sie „Unser Stammbaum“ von den Bläck Fööss vor, in dem die multikulturellen Wurzeln des Rheinlandes besungen werden. Der musikalische Leiter des Empfangs, „Einmannband“ Kurt Forg, war darauf natürlich eingestellt und wusste so die Sangesbemühungen der drei Karnevalisten musikalisch zu untermalen.

Beim Bürgermeisterempfang erfährt man auch immer wieder Aktuelles aus den Karnevalsgesellschaften. Zum Beispiel, dass die Lövenicher Hoppesäck den Rest der Session ohne ihren Prinzen Holger I. (Deffinger) auskommen müssen, der ausgerechnet kurz vor dem Höhepunkt der Session erkrankt ist.

Oder man lernt pikante Details kennen, wie das „Winkebänkchen“ der Venrather Prinzessin Sonja (Maessen). Die würde nämlich ohne das Bänkchen neben ihrem Prinzen (André Küsters) glatt untergehen und winkt dem närrischen Volk deshalb von besagtem Bänkchen aus.

Die Golkrather Knallköpp waren mit ihrem Kinderprinzenpaar gekommen, die Immerather Seckschürger mit ihrem Dreigestirn. Neben den Gesellschaften aus den umliegenden Ortschaften waren auch der Freundesclub Flotte Theke mit den Tollitäten Roland I. und Hannelore I. (Eheleute Gräsner) und die Karnevalsfreunde vom Fürstentum Brückstraße nebst Fürstenpaar zur Burg gekommen.

Nachdem man sich in der Burg dann eingeschunkelt hatte, wurden die Gäste von der Funkengarde der EKG abgeholt und schließlich zum Prinzenbiwak in die Stadthalle geleitet.

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