Wegberg - Premiere: Schüler führen ungewöhnliches Musical auf

Premiere: Schüler führen ungewöhnliches Musical auf

Von: Monika Baltes
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„Weil jeder, der die Welt nicht ändern will, ihr Todesurteil unterschreibt“. Schlussbild des „biologisch abbaubaren Musicals: Ich rette die Welt.“ Foto: Monika Baltes

Wegberg. Noch 24 Minuten. Dann wird es endlich auf die Bühne kommen: „Ich rette die Welt – ein biologisch abbaubares Musical.“ Während sich die Zuschauerreihen im Pädagogischen Zentrum des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums (MKG) in Wegberg füllen, haben sich die Akteure in ein stilles Eckchen hinter der Bühne zurückgezogen und sind gemeinsam nervös.

Welturaufführung – das ist ein großes Wort, trifft aber den Nagel auf den Kopf. Denn dieses Musical hat es nicht gegeben, bevor hier im MKG mit den Vorbereitungen begonnen wurde. Pia Heyn, ehemalige Schülerin am MKG und derzeit im Freiwilligen Ökologischen Jahr, hat die Texte geschrieben, „als Projektarbeit“, wie sie sagt, und weil sie keine Lust hatte, „Insektenhotels zu bauen“, schiebt sie grinsend hinterher. Auch sie wird gleich auf der Bühne stehen, gemeinsam mit Alexander Hergert, Musiklehrer am MKG, hat sie außerdem Regie geführt.

Die Teilnehmer des Begabung-Plus-Kurses „Musical“ (Charlotte Jobski, Katharina Ambs, Anne-Sophie Michel, Loreen Lederhuber, und Lara Bohnen) haben die Songs zum Musical ausgesucht, fleißig geprobt und eine Menge gelernt über die Konsequenzen des Konsumverhaltens. Nicht nur im Musical, auch privat machen sich die 15-Jährigen inzwischen Gedanken über den Umgang mit den Ressourcen. „All diese Plastiktüten“, empören sie sich und wissen durchaus um die Zusammenhänge zwischen Schnäppchenjagd und katastrophalen Arbeitsbedingungen.

Die Proben waren zeitraubend und dauerten ein ganzes Schuljahr lang. Während der Pfingstferien sind sie fünf Tage lang acht Stunden in der Schule gewesen, um am Feinschliff zu arbeiten. Aber „es hat unfassbar viel Spaß gemacht und war total witzig“.

Endlich geht das Licht auf der Bühne an. Die Luxus-WG der fünf erfolgreichen Freundinnen wird ganz schön auf den Kopf gestellt. Denn Cousine Tina taucht auf, eine Umweltaktivistin mit Rastalocken (Pia Heyn), die doch tatsächlich glaubt, Obst dürfe einfach so aussehen, wie es gewachsen ist. Und als sei das nicht Skandal genug, platziert sie auch noch Plakate gegen Tierversuche und wird prompt von der Polizei erwischt. Die schicken Freundinnen sind entsetzt. Das Umdenken setzt nur langsam ein, aber am Schluss bleibt die Erkenntnis, dass Reden hilft und dass es immer Möglichkeiten gibt, voneinander zu lernen. Das Publikum lässt sich begeistern von enormer Spielfreude, temperamentvollen Tanzeinlagen, wundervollen Songs und nimmt wohl auch den einen oder anderen Denkanstoß mit nach Hause: „Es ist nicht deine Schuld, wenn die Welt so ist, wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt“, mahnt das Ensemble im Schlussbild. Rastalocken-Tina hat das mit einem Plakat auf den Punkt gebracht: „Make Umwelt great again!“

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