Premiere der Bierbörse ist Besuchermagnet

Von: Helmut Wichlatz
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Großer Besucherzuspruch: Die Menschen strömten in den Ziegelweiherpark, wo das Bier in Strömen floss. Foto: Helmut Wichlatz
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Da war auch der Nachwuchs begeistert: das Familienkonzert mit „Papaz Finest“. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Die Premiere ist gelungen und zeigt, dass die Bierbörse das Potenzial zu einer „Traditionsveranstaltung“ im Erkelenzer Sinne hat. Das Einhalten der Tradition begann schon mit der verregneten Eröffnung am Freitag. Die gehört in Erkelenz einfach dazu und ist von so manchem Lambertusmarkt bestens bekannt. Manch einer erwartet es sogar.

Da Regen also dem Erkelenzer Publikum wenig ausmacht, entwickelte sich der Eröffnungsabend noch zu einem vollen Erfolg auf einer vollen Wiese. Ihren Anteil hatte daran natürlich die Kölner Band „Cat Ballou“, die schon auf der Bühne des Lambertusmarktes ihre Visitenkarte hinterlassen hatte. Als Opener stand die Newcomer-Band „Pläsier“ auf dem Programm, die ebenfalls kölsche Tön´ rockig verpackt.

Trotz der rund 350 Biersorten, die es an den 32 Theken zu probieren gab, verliefen der Freitag und auch die beiden Folgetage erfreulich ruhig und friedlich, wie auch Veranstalter Andreas Born bestätigte. Er betreut gemeinsam mit seiner Partnerin Tamara Theissen von Gerderhahn aus einige Bierbörsen in der Region. „Das Konzept der Bierbörse unterscheidet sich von dem der Biermärkte“, betonte er.

Daher könne man auch nicht von einer Konkurrenz zum Hückelhovener Biermarkt sprechen. „Wir setzen auf Vielfalt“, erläuterte er. „Sowohl in der Auswahl der Biere als auch im Musikprogramm.“ Ballermann und „Hölle, Hölle, Hölle“ standen daher nicht auf dem Programm. Vielmehr setzten die Organisatoren auch hier auf Altbewährtes. Am Samstag wurde nämlich eine weitere Erkelenzer Tradition fortgesetzt: „Keine Sause ohne Cover-Band.“

Mit „Papaz Finest“ hatten Born und sein Mitstreiter, der benachbarte Hotelier Wolfgang Wahl eine gute Wahl getroffen. Denn die Musiker hatten die ganze Breitseite von Pop und Rock bis Funk und Soul im Repertoire. Den musikalischen Schlusspunkt setzte am Sonntagnachmittag die „Bridgeman Blues Band“ mit hörenswerten Eigenkompositionen und Interpretationen bekannter Blueslieder, zu denen der Gerstensaft gleich viel sentimentaler durch die Kehlen floss.

Da auf den auch wettertechnisch feuchtfröhlichen Eröffnungsabend zwei ideale Tage und Abende folgten, lag Born mit seiner Prognose bezüglich der Besucherzahlen vielleicht nicht ganz daneben. Er hatte zuvor mit insgesamt rund 10.000 Besuchern die Latte hoch gehängt.

Wer vom Parkplatz an der Burg auf das Gelände am Ziegelweiher gelangte, kam automatisch am „Haus der 131 Biere“ vorbei. Ein Name, der alles auf den Punkt bringt und auf ästhetische Spielereien verzichtet. Dort konnte man sich auf eine geschmackliche Weltreise begeben und probieren, was zum Beispiel in Ghana aus Hopfen, Malz und Kokosnuss gebraut wird. Der 18-jährige Eric Frey hatte alle Hände voll zu tun. Der Leverkusener Abiturient leistet im Haus der 131 Biere quasi sein soziales Jahr, bevor er ein Studium in Raumplanung und Gestaltung beginnt.

Ärger mit Kunden habe er noch nie erlebt, betonte er. „Die Leute sind neugierig und pumpen sich auch nicht voll wie vor einem Pokalspiel“, erklärte er während einer kurzen Pause neben dem Verkaufswagen. Daher sei die Arbeit bei der Bierbörse durchaus angenehm. „Und man lernt noch was über Bier“, fügte er hinzu, bevor es wieder in den Wagen ging, um die Unterschiede zwischen jamaikanischem und lateinamerikanischem Bier zu erläutern.

Da an diesem Stand rund ein Drittel des Gesamtangebotes an Bier abgedeckt war, konnten sich andere Anbieter eher dem Ambiente hingeben. Und so stand neben der Mühle der gleichnamigen Kölschbrauerei ein Nachbau der „Santa Maria“ unter vollem Segel, wo die Störtebecker-Brauerei zur Verköstigung einlud. Ein Stück weiter konnte man sich hip fühlen und sein New Yorker Stout vor der Kulisse eines postmodernen und coolen Tresens einnehmen oder sich mittelalterlich-rustikal dem Labsal aus Tonbechern hingeben.

Apropos Becher: Plastikbecher suchte man vergebens, selbst bei der Hamburger Kultmarke Astra, die ja gerne auf Underdog-Schick setzt und auch schon mal Unterwelt- und Kiezgrößen als Werbefiguren ins Rennen schickt. Wer dort also nun Schmuddel und Kiezromantik erwartete, wurde angenehm überrascht. Auch von der Erkenntnis, dass Astra aus schön gestalteten Gläsern auch schmeckt.

Ein Gesamtkonzept, das sich ausgezahlt hat. Denn Müllberge hinterließ die Börse nicht, und mancher Besucher verzichtete auf das Pfand nahm das Glas mit dem seltenen Schriftzug oder Wappen lieber mit nach Hause. Oder er bringt es im nächsten Jahr zurück, denn einer Wiederholung steht vonseiten der Organisatoren nichts im Wege.

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