Präventionsprojekt ohne erhobenen Zeigefinger

Von: hewi
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Das kam gut an: Eisi Gulp trat vor Erkelenzer Schülerinnen und Schülern im Cusanus-Gymnasium auf. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Eisi Gulp klärt über Drogen und Alkohol auf. Das tut er mit Humor und einer Menge Slapstick. Mit seinem Programm „Hackedicht oder was“ richtet sich der bayerische Comedian und Entertainer gezielt an Jugendliche. In der Turnhalle des Cusanus-Gymnasiums startete seine diesjährige Tour durch die Schulen.

Zur Jahrespremiere waren neben den Schülern auch Vertreter der Stadt, der Knappschaftskasse und des Kinderschutzbundes ins Cusanus gekommen. Die Knappschaftskasse unterstützt Gulps „Hackedicht“-Tour durch die Schulen ebenso wie der Deutsche Kinderschutzbund.

Nach Erkelenz geholt hatte das Programm das Unternehmen MaxQ, das in Erkelenz mit der Durchführung des offenen Ganztagsprogramms betraut ist. Margarete Conradi von der Knappschaft bezeichnete den Schulstandort Erkelenz als „Glücksfall“, denn aufgrund der Nähe der Schulen zueinander konnten für die Aufführung rund 240 Achtklässler aus den beiden Gymnasien, der Realschule, der Gemeinschaftshauptschule und der Pestalozzischule an der Veranstaltung teilnehmen. „Eine solche Reichweite ist natürlich ideal für unser Anliegen.“ Darüber hinaus sei der Termin kurz vor Karneval gut, um die Jugendlichen noch einmal auf die Gefahren von Alkohol und Drogen hinzuweisen.

Allein in 2012 mussten bundesweit 26.700 Kinder und Jugendliche wegen der Folgen übermäßigen Alkoholkonsums im Krankenhaus behandelt werden. Das hat Folgen, und zwar nicht nur für die Kinder, wie Schulleiterin Rita Hündgen betonte. Der Erste Beigeordnete der Stadt Erkelenz, Dr. Hans-Heiner Gotzen, verwies auf ein umfassendes Paket an Maßnahmen, das Stadt und weitere Akteure gerade für die Karnevalszeit geschnürt haben.

Nicht nur in Erkelenz zeigen die Bemühungen von offizieller Seite Erfolge, denn die Zahlen sind rückläufig. „Viele Maßnahmen greifen schon jetzt“, erklärte die NRW-Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes, Marlies Herterich. „Aber noch ist ein langer Atem nötig.“

Und die Aufmerksamkeit derjenigen, um die es geht. Über Mangel an Aufmerksamkeit konnte Eisi Gulp nicht klagen, denn sein Programm kam an. Er traf nicht nur den Geschmack sondern auch den Ton der Jugendlichen. Und er fragte seltsame Sachen: Warum ist Rauchen cool? Kann man wirklich besser bei Mädchen landen, wenn man einen im Tee hat?

Der erhobene Zeigefinger war ziemlich das einzige Körperteil, das der Bayer nicht zum Einsatz brachte, um seine Message rüberzubringen. Es ging von der Bühne herunter und quasi kopfüber ins Publikum, dem er mit seinen Fragen und Gags auch auf die Pelle rückte, bis er die ungeteilte Aufmerksamkeit hatte. Jeder in der Turnhalle merkte: Suchtprävention kann auch Spaß machen.

Für die harten Fakten wird im Nachgang der Münchener Suchthilfeverein „Condrops“ sorgen. Der Verein schult Lehrer und Schüler und informiert Eltern. Ein Gesprächsabend für die Eltern der jungen Zuschauer ist für den 23. März geplant.

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