Positives Fazit: Kooperation schon längst vor der Oberstufe

Von: Anna Petra Thomas
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Mit viel Interesse bei der Sache sind im NW-Kurs von Frauke Schröder am Kreisgymnasium auch Sebastian Wünsch und Robin Simon (von rechts), die eigentlich Schüler der Sekundarschule in Haaren sind. Foto: anna
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Zufrieden mit ihrer Kooperation: (v.l.) Karin Leuffen-Obermann und Monika Gossen (Sekundarschule) sowie Marion Maybaum, Annegret Krewald und Frauke Schröder (Kreisgymnasium).

Heinsberg/Waldfeucht. Seit Beschluss des sogenannten Schulrechtsänderungsgesetzes im Oktober 2011 gibt es in Nordrhein-Westfalen die Sekundarschule als neue Schulform. Die erste und bisher einzige Schule dieser Art im Kreis Heinsberg hat ihren Standort in Haaren. Im Oktober 2012 hatte der Rat der Gemeinde Waldfeucht beschlossen, die dort bestehende Verbundschule als Sekundarschule fortzuführen.

Die neue Schule umfasst die Jahrgänge fünf bis zehn. Sie verfügt über keine eigene Oberstufe, „sie geht aber mindestens eine verbindliche Kooperation mit der Oberstufe eines Gymnasiums, einer Gesamtschule oder eines Berufskollegs ein“, heißt es in der offiziellen Information des NRW-Schulministeriums zu diesem neuen Schultyp. „Damit ist sichergestellt, dass Eltern bei der Anmeldung genau wissen, wo ihr Kind das Abitur machen kann.“

So hat die Sekundarschule in Haaren seit ihrer Gründung eine Kooperationsvereinbarung mit dem Kreisgymnasium. „So ein Vertrag ist schnell geschrieben“, erklärt Annegret Krewald, Schulleiterin des Gymnasiums. Nach fast einem Jahr zieht sie zusammen mit ihrer Kollegin Karin Leuffen-Obermann und den Lehrerinnen, die das Projekt in beiden Schulen betreuen, ein erstes Resümee. Mehr als die Vorgabe, eine Kooperationsvereinbarung zu haben, sei vom Land eigentlich nicht vorgeschrieben, so Krewald weiter. „Wir haben uns aber von Anfang an vorgenommen, dass unsere Kooperation kein Papier bleiben soll, sondern dass sie leben muss.“

Schnell hätten sich die ersten Kontakte unter den Lehrern, aber auch unter den Schülern intensiviert, berichten beide Schulleiterinnen. Die Lehrer laden sich gegenseitig zu Fachkonferenzen und pädagogischen Tagen ein. Informationsveranstaltungen, etwa zum Umgang mit neuen Medien, stehen den Eltern beider Schulen offen.

Seit dem zweiten Halbjahr haben die ersten Schüler aus Haaren nun Gelegenheit, an den sogenannten NW-Kursen des Kreisgymnasiums teilzunehmen. Diese Kurse bietet das Gymnasium seit fünf Jahren vom zweiten Halbjahr der Klasse fünf bis zum Ende der Klasse neun allen Schülern an, die sich ganz besonders für Themen der Naturwissenschaften interessieren. „Inhalte aus dem normalen Unterricht werden hier fortgeführt, vertieft und auch auf ihre technologischen Anwendungsmöglichkeiten hin beleuchtet“, so Krewald.

„Für unsere Schüler ist das ganz toll“, erklärt Leuffen-Obermann. An der Sekundarschule gebe es im Bereich der Naturwissenschaften gar nicht so viele Lehrer, die ihnen ein solches, zusätzliches Intensivprogramm bieten könnten. Einmal pro Monat treffen sich jetzt also auch fünf Sekundarschüler aus Haaren für einen Vormittag mit sieben Gymnasiasten im Chemiesaal, um sich interessanten, naturwissenschaftlichen Themen zu widmen.

Interessante Themen

Betreut werden die Siebtklässler dabei von Chemielehrerin Frauke Schröder. Die intensive Beschäftigung mit interessanten Themen verlange ihr zwar viel Vorbereitung ab, gibt sie zu. Dafür könne sie aber mit sehr viel mehr Ruhe als im normalen Unterricht mit den Schülern in kleinen, engagierten Gruppen arbeiten. Beim jüngsten Treffen ging es zum Beispiel um das Thema Kunststoffe. Dazu hatten die Kinder von zu Hause unterschiedliche Kunststoffteile mitgebracht, die sie zunächst entsprechend ihrer Eigenschaften sortierten.

Auch Robin Simon und Sebastian Wünsch sind mit Begeisterung dabei. Sie würden „Bio und Mathe“ mögen, erklären die beiden und sind sich einig, beides für den Kurs sehr gut gebrauchen zu können. Mehr Zeit für ein Interview haben sie nicht, denn sie sind mit viel Interesse bei der Sache.

Insgesamt sieben unterschiedliche Stationen hat die Lehrerin für den Vormittag vorbereitet mit praktischen Versuchen, die zum größten Teil von den Schülern in kleinen Gruppen selbst durchgeführt werden können. Dazu gehören Tests, bei denen die Nachwuchs-Chemiker dokumentieren, wie Kunststoffe auf Chemikalien reagieren. Lehrerversuche zeigen zum Beispiel die Wärmebeständigkeit und die Brennbarkeit der Werkstoffe.

Keine Einbahnstraße

Doch die Kooperation soll keine Einbahnstraße werden. So werden Fünftklässler des Gymnasiums im Sommer zur Mini-WM in die Sekundarschule eingeladen. Jede Klasse stellt hier zum Fußballturnier das Team eines Landes und das ganze Fangeschehen gleich mit. „Das könnten wir nicht leisten“, gesteht Krewald. „Wo wir mehr gemeinsam tun, wächst das Alltagsverständnis und wir können uns intuitiv besser aufeinander einstellen“, sagt sie. „Und uns erleichtert das die Beratung für die Schüler, die das Gymnasium schon kennen, wenn sie nach der Klasse zehn hierher wechseln wollen“, ergänzt ihre Kollegin aus Haaren.

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