Porselener wollen nicht „gerettet“ werden

Von: Rainer Herwartz
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Es ist erst wenige Tage her, dass die Heinsberger „Schulretter“ ihr Bürgerbegehren angemeldet haben, um die Grundschulstandorte in Porselen, Kempen und Unterbruch vor der Schließung zu bewahren. Foto: dpa

Heinsberg. Es ist erst wenige Tage her, dass die Heinsberger „Schulretter“ ihr Bürgerbegehren angemeldet haben, um die Grundschulstandorte in Porselen, Kempen und Unterbruch vor der Schließung zu bewahren. Doch wie sich jetzt herausstellte, agierten sie im Hinblick auf die Porselener wohl etwas vorschnell. Denn hier sollte offenbar ein Standort gerettet werden, der gar nicht gerettet werden möchte.

Es war ein gemeinsames Gespräch in Randerath zwischen Ortsvorstehern, Schulpflegschaftsvertretern, Schulleitung und Lehrern, das die „Schulretter“ zum Umdenken bewog. „Von den Beteiligten wurde geäußert, dass man ausdrücklich wünsche, dass im kommenden Schuljahr diejenigen Schüler, welche derzeit noch in Porselen unterrichtet werden, die Möglichkeit haben sollen, im nächsten Schuljahr in Randerath unterrichtet zu werden.

Auf diesen Wechsel sei bereits seit mehreren Jahren einvernehmlich hingearbeitet worden“, erklärt André Esser von den „Schulrettern“. Ein weiterer Aspekt ergebe sich dadurch, dass im kommenden Jahr der Kindergarten Horst in das frei werdende Grundschulgebäude in Porselen wechseln könne, was ebenfalls „dringend erforderlich“ sei. Hätten nun die „Schulretter“ mit ihrem anvisierten Aufschub der Schulschließungen Erfolg, wären all diese Planungen nichts als Makulatur.

„Da durch das Bürgerbegehren nicht erreicht werden soll, dass diese Pläne der Beteiligten in Randerath und Porselen nicht durchgeführt werden können, ist am 3. Februar ein abgeänderter Antrag auf Durchführung des Bürgerbegehrens bei den Verantwortlichen der Stadt Heinsberg abgegeben worden“, so Esser.

„Die Vertreter der IG Schulretter hatten von den vorliegenden Gegebenheiten offensichtlich keine Kenntnis. Auch der Beschluss der Schulkonferenz war ihnen trotz der zugänglichen Sitzungsunterlagen angeblich nicht bekannt“, erklärt Porselens Ortsvorsteher Norbert Krichel auf Nachfrage unserer Zeitung.

Der Beschluss der Schulkonferenz der Gemeinschaftsgrundschule Randerath–Porselen vom 23. November 2015 zur Aufgabe des Schulgebäudes in Porselen sei einstimmig gefallen. Seit Bekanntwerden der angedachten Schulschließung in Porselen habe es keinen Widerstand in den betroffenen Orten gegeben.

„Die Schülerzahlen liegen seit Jahren vor und werden durch die Verwaltung aktualisiert“, so Krichel. „Dies gilt übrigens für alle Orte des Stadtgebietes. Deshalb war bereits vor Jahren absehbar, dass es irgendwann zur Zusammenlegung beider Schulen kommen würde.“

Das Wichtigste bei einer solchen Entscheidung sei aus seiner Sicht und Erfahrung die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten in diesen Prozess. Hierzu gehörten neben Verwaltung und Ratsvertreter auch die Lehrer und insbesondere die Eltern.

„Anzurechnen ist der IG Schulretter, dass sie doch noch einsichtig wurde und den speziellen Bedürfnissen der GGS Randerath-Porselen nachgekommen ist“, meint Krichel.

Es habe sich bei der Besprechung in Randerath auch noch die Frage gestellt, „warum im Bürgerbegehren der Weiterbetrieb der Grundschulen Grebben, Schafhausen und Oberbruch bis mindestens zum Ende des Schuljahres 2017/18 gefordert wird, obwohl sich der Rat mit der Schließung dieser Schulen überhaupt nicht befasst hat“, sagt Krichel.

Inwieweit die Formulierung des Bürgerbegehrens auch in den anderen Orten, insbesondere bei den betroffenen Eltern, Unverständnis und Widerstand hervorrufe, bleibe abzuwarten.

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