Polizei: Karl D. zieht doch nicht aus Randerath weg

Von: dpa
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Randerath 3
Der Sexualstraftäter Karl D., der wegen der ungewöhnlich grausamen Vergewaltigung zweier Schülerinnen 14 Jahre Haft verbüßt hat und nach seiner Entlassung aus der Haft noch als gefährlich gilt, wohnt bei seinem Bruder im Heinsberger Dorf Randerath. Foto: dpa

Heinsberg. Der als gefährlich eingestufte Ex-Häftling Karl D. zieht offenbar nicht nach Mönchengladbach. „Nach dem Kontakt mit der Familie muss man davon ausgehen, dass er nicht umzieht”, teilte der Heinsberger Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken am Dienstag mit.

Die Stadt war bereits als sein neuer Wohnort genannt wurde. Karl D. wohnt derzeit in Heinsberg bei seinem Bruder. Er hatte wegen der Vergewaltigung dreier Schülerinnen rund 20 Jahre lang in Haft gesessen und wird seit seiner Freilassung rund um die Uhr bewacht. Aufgebrachte Bürger hatten monatelang vor dem Haus der Familie in Heinsberg demonstriert.

Die Heinsberger Polizei hatte Hinweise auf einen möglichen Umzug von Karl D. und informierte die Kollegen in Mönchengladbach. Die Behörde wäre von sich aus nicht an die Öffentlichkeit gegangen. „Der Mann hat ein Recht auf Resozialisierung. Dazu passt nicht, dass der neue Wohnort öffentlich wird”, sagte der Polizeisprecher Peter Spiertz. Im Gegensatz dazu hatte der Heinsberger Landrat beim Umzug des Ex-Häftlings in das Dorf Randerath im Frühjahr 2009 die Bevölkerung gewarnt.

Der Ex-Häftling wollte umziehen, weil er Ruhe haben wollte, wie der Anwalt Wolfram Strauch sagte. Für die Familie sei es eine Katastrophe, dass der Umzug nicht zustande komme, sagte Strauch. Nach der Veröffentlichung befürchte Karl D. eine vergleichbare Situation wie in Randerath und habe deshalb allem Anschein nach sein Vorhaben aufgegeben.

Die Stadt Mönchengladbach äußerte sich zurückhaltend. „Wir jubeln jetzt nicht, weil die Nachbarstadt ein Problem hat”, sagte Pressesprecher Dirk Rütten. Die Stadt habe von dem Umzugsvorhaben gewusst und sei darauf vorbereitet gewesen.

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