Polizei alarmiert: Rechte Hooligan-Band soll bei „Outlaws“ auftreten

Von: Michael Klarmann
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Hückelhoven-Baal. Die Polizei bereitet sich wegen einer Veranstaltung bei den Rockern des „Outlaws MC Heinsberg“ auf einen größeren Einsatz in Baal vor. Am Samstag soll dort auf einer Feier auch ein Konzert der rechtsextremen Hooligan-Band „Kategorie C“ (KC) aus Bremen stattfinden. Im Raum Heinsberg dürfte es der dritte Auftritt der Band werden, darüber hinaus fanden in den vergangenen Jahren weitere Neonazi-Konzerte statt.

Der Auftritt der Band, die sich nach dem polizeilichen Fachbegriff für gewaltbereite Fußballfans benannt hat, wird seit Wochen für den Raum Heinsberg angekündigt. Es soll sich dabei um eine Geburtstagsfeier eines Mitarbeiters der Band aus Linnich handeln, der auch im Organisationsteam von rechtsextremen Versammlungen in Linnich und Erkelenz involviert war.

Das Konzert wird als Privattreffen beworben, Interessierte sollen eine persönliche Einladung anfordern und einen „Unkostenbeitrag“ zahlen. Selbst noch nicht geladene Gäste sollen am Samstag ab 17 Uhr noch „persönliche Einladungen“ direkt am Veranstaltungsort erhalten können. Solche Angaben dienen dazu, ein Verbot der Behörden nach dem Versammlungs- oder Veranstaltungsrecht zu verhindern.

Der Raum Heinsberg entwickelt sich zu einem neuen Anziehungspunkt für Konzerte und Partys mit Livemusik von Neonazis und Hooligans. So hat schon am 5. November 2016 ein großes Rechtsrock-Konzert in einer Halle in Heinsberg stattgefunden. Die Veranstaltung war zwar professionell organisiert, Polizeisprecher Paul Kemen sprach aber von einem „äußerst konspirativen Konzert“. Selbst Polizei und polizeilicher Staatsschutz sollen erst Tage später vom Austragungsort des Musikfestivals erfahren haben.

Verschlüsselte Nachricht

Ähnlich wie nun bei KC kursierten zuvor in den sozialen Medien und auf einer Internetseite Ankündigungen für das „Lichtbringer-Festival“, das für Anfang November „Im Westen des Reiches“ geplant sei. Angekündigt wurden die Rechtsrock-Bands „Frontalkraft“, „Brainwash“ (beide Ostdeutschland) und „Flak“ (Rheinland). Die Musikgruppen gelten teils als Kultbands und machten das Konzert auch für überregionale Besucher interessant. Sie wurden am Nachmittag über Köln gelotst, bevor sie später über verschlüsselten Smartphone-Nachrichten erst den Veranstaltungsort erfuhren.

Eine in der Neonazi-Szene ähnlich konspirativ vorbereitete „Party für Deutsche!“ mit dem Auftritt eines Neonazi-HipHoppers hatte schon am 5. September 2015 in Heinsberg stattgefunden. Mitorganisiert wurde dieses Treffen von Personen aus dem Umfeld der verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“. Die Neonazis nutzten dazu eine ehemalige Gaststätte mit Saal, die in Heinsberg als Partyraum vermarktet wird.

An selber Stelle fand am 4. Juni 2016 eine „Record Release Party“ von „Kategorie C“ statt. Mehrfach hatten KC seit 2007 Konzerte für den Raum Aachen beworben. Immer fanden diese aus Angst vor polizeilichen Verboten grenznah in Belgien oder den Niederlanden statt. Dass der Auftritt im Juni 2016 dann erstmals tatsächlich in Deutschland stattfand, wurde als Machtprobe der Band und deren Umfeld angesehen. Bei dem Heinsberger Ableger der „Outlaws“ hatten Musiker von KC im September 2016 auch schon gastiert, sie traten auf dem Grundstück des Clubhauses unterhalb des angrenzenden Bahndammes auf.

Polizeisprecherin Angela Jansen sagte unserer Zeitung, die Polizei sei nach Schießereien und anderen Vorfällen zwischen verfeindeten Rockergruppen in den letzten Jahren wegen der neuerlichen „Outlaws“-Feier „besonders sensibilisiert“. Die Sicherheit der Bürger und Anwohner mit einem größeren Aufgebot an Beamten zu garantieren, sei „oberstes Ziel“. Man werde die Anreise der Gäste beobachten und stehe zudem mit anderen Behörden in Kontakt, um die Sicherheit gewährleisten zu können.

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