Politiker stehen Schülern Rede und Antwort

Von: Monika Baltes
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Standen Rede und Antwort im Pädagogischen Zentrum des Wegberger Maximilian-Kolbe-Gymnasiums: Landtags-Vizepräsident Eckhard Uhlenberg (stehend) und MdL Dr. Gerd Hachen.

Wegberg. „Bei uns wurde während der Tagesschau nicht telefoniert“, erinnerte sich der Vizepräsident des Landtags NRW, Eckhard Uhlenberg, an sein Elternhaus, in dem Interesse für Politik selbstverständlich war und das seinen Weg vorzeichnete. „Und man muss sich für Menschen interessieren“, beantwortete er die Frage nach den Voraussetzungen für eine Politiker-Karriere.

Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Gerd Hachen und Bürgermeister Michael Stock stellte er sich im Pädagogischen Zentrum des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums Wegberg den Fragen der Schüler der Sozialwissenschaftskurse aus den Jahrgängen 10 und 11.

Um bei Jugendlichen das Interesse an politischen Zusammenhängen zu wecken, besuchen Mitglieder des Landtagspräsidiums seit 2006 Schulen in ganz NRW. „In über 200 Schulen waren wir schon zu Gast“, erläuterte Doro Dietsch, die die Jugendprojekte des Landtages betreut, „und zwar von der Förderschule bis zum Berufskolleg.“

Am Beispiel eines Arbeitstages von Eckhard Uhlenbrock hatte sie den Landtag und seine Arbeit vorgestellt und zahlreiche interessante Details preisgegeben: dass im Landtag alles rund ist (zumindest bei den Gebäuden); dass die Plenarsitzungen im Internet übertragen werden; dass für den Besuch der Queen extra ein roter Teppich angeschafft worden sei; dass sich der Landtag auch schon mal mit Petitionen beschäftigen muss, weil Hähne zu laut krähen.

Anschließend wurde die von den Schülern gut vorbereitete Fragerunde eröffnet. Der Braunkohletagebau Garzweiler II und die Energiepolitik sind im hiesigen Raum ein brennendes Thema, und auch die Diskussion um das Schulsystem betrifft die Schüler direkt. „Eltern fordern die Abschaffung von G8, Schüler fordern die Abschaffung von G8, die Politik will es dabei belassen“, verlangte eine Schülerin Aufklärung.

Dr. Gerd Hachen machte in der zeitgleichen Einführung des Zentralabiturs ein wesentliches Problem aus, betonte aber, mit G8 bessere Startvoraussetzungen für Schüler zu schaffen, die sich der europäischen Konkurrenz stellen müssten. „Ich warne vor der Vorstellung, zu G9 zurückkehren zu können und alles ist in Ordnung.“

Von Cannabis bis TTIP

Das Freihandelsabkommen TTIP, die Freigabe von Cannabis und der Umgang mit Asylbewerbern – aktuelle Themen waren besonders beliebt. Am Thema Asylbewerber konnte Bürgermeister Michael Stock die Auswirkung von Entscheidungen, die vor Ort zu bewältigen sind, verdeutlichen.

Stolz und voller Lob für die Hilfsbereitschaft der Wegberger vermeldete er, dass die „unglaublich große Resonanz“ an Hilfsangeboten aus der Bevölkerung einen Koordinator im Rathaus nötig gemacht habe.

Aber auch Fragen nach dem Privatleben eines Politikers wurden bereitwillig und umfassend beantwortet. „Die Arbeit macht Spaß“, resümierte der Uhlenberg. „Es gibt nichts Schöneres, als Dinge zu gestalten“, zog Dr. Hachen Bilanz. Er forderte die Schüler auf, sich zu engagieren, denn „Politik fängt nicht in Parlamenten an“.

Schulleiterin Dr. Barbara Tillmanns bedankte sich für das gute Gespräch zwischen Jugend und Politik – Landtag hautnah in Wegberg.

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