Politik an der Schule: Diskussion statt langer Reden

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Schüler und Lehrer des Cusanus-Gymnasiums bereiten sich auf das „World Café“ mit den Politikern vor. Foto: Helmut Wichlatz
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Sozialwissenschaftler Dr. Kenan Holger Irmak (links) und seine Schüler bereiten das World Café vor

Erkelenz. Wer die Wahl hat, hat bekanntlich auch die Qual. Vor allem als Erstwähler. Deshalb hat sich das Cusanus-Gymnasium entschlossen, mit einem neuen Projekt auf die bevorstehenden Wahlen in Land und Bund vorzubereiten. „Wir haben die Wahl. Aktuelle Herausforderungen meistern – Zukunft gestalten“ lautet der ambitionierte Titel.

 Dabei wird auf die herkömmliche Podiumsdiskussion verzichtet. Denn „eine frontale Beschallung“ trage nur bedingt zur Meinungsbildung bei, erläuterte Lehrer Kenan Irmak bei der Vorstellung des Projektes. Er hat gemeinsam mit den Kolleginnen Elke Rißmayer und Monika Ragazzi diese neue Lösung entwickelt, die eine persönliche und interaktive Auseinandersetzung mit den Parteien und ihren Themen ermöglicht.

Diese Lösung heißt „World Café“ und wird am Donnerstag, 30. März, zum Einsatz kommen. Und das mit einer Menge Aufwand für die Helfer. Denn schon im Vorfeld wurden in den Sozialwissenschaftskursen die Programme der Parteien unter die Lupe genommen und erörtert.

Daraus ergaben sich zwei Fragenkomplexe, zu denen die Schüler den Kandidaten der Parteien am 30. März auf den Zahn fühlen: „Wie soll die Energiewende gestaltet werden?“ und „Wie kann die Integration von Flüchtlingen gelingen?“. Diesen Fragen werden sich die Politiker im direkten Austausch mit den rund 270 Schülern der Q 2 stellen.

Dazu werden sie in wechselnden Gruppen mit maximal 25 Schülern ins Gespräch kommen. Das Gespräch wird moderiert von speziell vorbereiteten Schülern, Lehrern und Erkelenzer Bürgern. Am Ende des Schultags sollten alle Schüler die Positionen der eingeladenen Parteien kennengelernt haben, betonte Schulleiterin Rita Hündgen.

Auch die Wahl der beiden Themenbereiche spiegele wider, dass sich die Schüler mit den aktuellen und zukünftigen politischen Aufgaben der Gesellschaft auseinandersetzen. Eingeladen wurden Vertreter der Parteien, die sich ernsthafte Chancen ausrechnen können, den beiden Parlamenten nach den Wahlen anzugehören, darunter auch die AfD.

„Sie prägt derzeit mit ihren Positionen ebenfalls die gesellschaftliche Diskussion“, betonte Leonard Hohenforst. Der Schüler gehört zu den Moderatoren, die das Aufeinandertreffen von Schülern und Politikern begleiten werden. Das Interesse der Jugendlichen an politischen Themen sei groß, erklärte seine Mitschülerin Christina Schmitz. Informiert werde sich zumeist in den Online-Angeboten von Zeitungen und Zeitschriften, denen die Schüler eine ordentliche Recherchearbeit zutrauen. Die Sozialen Netzwerke hingegen seien oftmals zurecht in der Kritik, erklärten die Schüler. Im Unterricht werde gelernt, wie man den Umgang mit Informationen und ihren Quellen bewertet, betonte Lehrerin Monika Ragazzi.

Zu den Unterstützern der Aktion zählt auch die Eine-Welt-AG, vor allem ihr Gründer und Leiter Bruno Bürger. Obwohl er als Lehrer im Ruhestand ist, bringt er sich beim „World Café“ gerne ein. „Uns ist natürlich daran gelegen, die Schüler mit einem kritischen Bewusstsein aus der Schule zu entlassen“, erklärte er. „Daher ist die AG natürlich dabei.“

Nach dem „World Café“ ist immer noch vor der Wahl. Deshalb werden die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Diskussionen mit den Politikern später im Unterricht noch einmal vertiefend aufgearbeitet.

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