Hückelhoven - Platz am Kaphof für Asylbewerber

Platz am Kaphof für Asylbewerber

Von: kalauz
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven. Der Sozialausschuss der Stadt hat in seiner konstituierenden Sitzung grünes Licht für einen Dringlichkeitsbeschluss zur Verwirklichung eines weiteren Übergangswohnheimes für Asylbewerber in Hilfarth am Kaphof gegeben. Die Sozialdemokraten stimmten gegen das Projekt.

Der Umbau des ehemaligen Herrenhauses am Kaphof soll bis zum März 2015 realisiert werden. Im vergangenen Jahr wurden in Hückelhoven 49 Personen aufgenommen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind und hier einen Asylantrag gestellt haben. Wegen der weltweit steigenden Zahl von Flüchtlingen aus den verschiedenen Krisen- und Kriegsgebieten zeichnet sich nach Angaben des Bundesinnenministeriums ab, dass bis Jahresende mit rund 200.000 Asylantragstellern zu rechnen ist.

Die Stadt Hückelhoven hat wegen dieser Entwicklung bis Ende September dieses Jahres weitere 67 Asylbewerber neu aufgenommen; derzeit leben 105 Flüchtlinge und Asylbewerber-Familien im Stadtgebiet – die vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten platzen aus allen Nähten. In Millich an der Schaufenberger Straße sind in dem ehemaligen Ledigenwohnheim 45 männliche Einzelpersonen untergebracht; in Kleingladbach am Gladbach 72-74 wohnen 48 Personen, meist sind es Familien; in zwei Notwohnungen in der Obdachlosenunterkunft der Stadt in Millich an der Bogenstraße sind zurzeit zwölf Personen untergebracht.

Die Nettoausgaben der Stadt für diese Maßnahmen betrugen im vergangenen Jahr 523.000 Euro und überschritten damit die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent. Für das Jahr 2014 ist eine weitere Steigerung sicher. „Auf der dringenden Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten haben wir auch Container in Erwägung gezogen“, sagte der Erste Beigeordnete und Kämmerer Helmut Holländer in der Sitzung. „Aber die sind wenig attraktiv und zudem unwirtschaftlich.“ So sei man auf das alte Herrenhaus am Kaphof gestoßen, das man für 40 männliche Einzelpersonen reaktivieren und umbauen will.

Ruth Klapproth, Sachkundige Bürgerin der FDP, gab zu bedenken, dass das Haus am Kaphof ziemlich abseits sowohl von Hilfarth als auch von Oberbruch gelegen ist. Man solle versuchen, dort eine Bushaltestelle zu installieren.

Das Argument der Abgelegenheit der Unterkunft führte auch die SPD ins Feld, für die Heinz Wilhelm Meißner die Ablehnung der Dringlichkeitsentscheidung für einen Umbau des Hauses zu einem Wohnheim für Asylbewerber begründete: „Wir sollten die Asylbewerber mit einer Kultur des Willkommens begrüßen. Stattdessen pflanzen wir sie ins Niemandsland, ohne Möglichkeiten der Teilhabe. Der Kaphof ist für solch eine Unterkunft nach Ansicht der SPD ungeeignet.“

Dieses Argument wollte Norbert Fister (CDU) nicht gelten lassen: „Die Menschen, die als Asylbewerber hierher kommen, kommen aus Ländern, wo das Faustrecht gilt. Die Gegend am Kaphof wirkt auf sie beruhigend. Da können sie langsam und in Ruhe an unsere Gesellschaft herangeführt werden. Mitten in der pulsierenden Welt von Hückelhoven zu leben, würde auf die wie ein Überfall wirken, „damit könnten die sich gar nicht zurechtfinden“.

Ausschussvorsitzender Thomas Schnelle (CDU) betonte, dass man das Projekt am Kaphof „im Rahmen des Gesamtkonzeptes“ der Stadt für die Unterbringung von zugewiesenen Asylbewerbern sehen müsse: „Durch diese Dringlichkeitsmaßnahme und unsere Bemühungen, Familien in Wohnungen auf dem freien Markt unterzubringen, wird die angespannte Situation in den Übergangswohnheimen in Millich entzerrt.“

Das fand die Mehrheit im Ausschuss auch.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert