„Plant for the Planet“: Kinder sollen Botschafter für Klimagerechtigkeit sein

Von: Anna Petra Thomas
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Mit Mitarbeitern des Bauhofs pflanzen die Kinder Buchen und Wildkirschen auf einer Wiese hinter der Realschule. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. „Tue Gutes und rede darüber!“ Unter diesem Motto lässt sich zusammenfassen, was sich am Samstag in und um die Heinsberger Realschule herum abspielte. 27 Schüler der Klassen drei bis sechs aus sieben Schulen der Region waren am Morgen in die Realschule gekommen, um sich im Rahmen einer Akademie der Aktion „Plant for the Planet“ zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit ausbilden zu lassen.

Rund 21.000 gibt es davon bereits weltweit. Nach der ersten Pflanzaktion für 100 Bäume im April diesen Jahres, initiiert vom Heinsberger Bauhofmitarbeiter Josef Beiten, hatte die stellvertretende Schulleiterin Angela Engels der Gedanke nicht mehr losgelassen, an der Realschule im Rahmen von „Plant for the Planet“ auch eine Akademie für die Ausbildung neuer Klimabotschafter zu veranstalten. Nachdem sich im Heinsberger Projekt „Smart-City“ der notwendige finanzielle Unterstützer gefunden hatte, stand der Realisierung nichts mehr im Wege.

Traurig waren die Organisatoren allerdings über die Resonanz. 80 Schüler hätten teilnehmen können, 32 hatten sich angemeldet und nur 27 nahmen teil. Am Morgen führten zwei junge Botschafter aus Aldenhoven sie in die Thematik ein. Weiter ging es mit dem „Weltspiel“, in dem es um Themen wie Verteilungsgerechtigkeit und Weltbürgertum ging. Letzter Programmpunkt des Vormittags war ein Rhetorik-Training.

Nur eine Erde

Nach dem Mittagessen lernten die Kinder auf der schon im April teilweise wieder aufgeforsteten Fläche das Team vom Bauhof kennen, das schon alles für die neue Pflanzaktion vorbereitet hatte. 200 Bäume konnten dieses Mal gepflanzt werden, 170 dreijährige Rotbuchen und 30 zweijährige Wildkirschen. 100 Bäume waren von einer Heinsberger Baumschule gespendet worden. Für die andere Hälfte hätten die Mitarbeiter des Bauhofes ihre Kaffeekasse geplündert, freute sich Erster Beigeordneter Jakob Gerards.

Zuvor hatte Beiten den Teilnehmern der Akademie viel Wissenswertes vermittelt, vor allem über die beiden zu pflanzenden Baumarten. Mit einem Vergleich, den er als Plakat herumzeigte, brachte er die Kinder dann zum Nachdenken: „Stell dir vor, Bäume würden gratis WLAN aussenden. Wir würden sie überall pflanzen. Ein Jammer, dass sie nur die Luft produzieren, die wir atmen“, stand darauf zu lesen. „Wir haben nur eine Erde. Wir alle zusammen müssen dafür sorgen, dass wir hier noch leben können“, erklärte Beiten den Kindern, bevor sich alle mit ihren Spaten an die Arbeit machten.

Danach ging es in der Schule weiter mit einem „World Café“, in dem die Kinder in Arbeitsgruppen voller Begeisterung erste Projekte planten. Da ging es zum Beispiel um die Organisation einer Pflanzparty, da wurden Ideen gesammelt, um Freunde, Mitschüler und Erwachsene für das Thema zu motivieren. Acht Schüler, die die Moderatorin Josephine Anger aus Hamburg und ihr Team beim Rhetorik-Training besonders begeistert hatten, übten derweil für ihren Vortrag vor Eltern und Freunden zum Abschluss des Tages.

Viele waren gekommen, um den Kindern bei dem eingeübten Vortrag zu lauschen und auch von ihren neuen Ideen zu hören, die Ziele von „Plant for the Planet“ auch in der Region weiter umzusetzen. Die Begeisterung der Kinder für ihr neues Projekt sprang dabei schnell auf die Erwachsenen über.

„Ich wünsche mir, dass die Saat, die hier heute in Euch gepflanzt wurde, aufgeht in Euren Schulen“, sagte Albert Zaunbrecher, Leiter der Heinsberger Realschule. „Wenn Schule der Ort sein soll, an dem Zukunft gestaltet werden soll, dann haben wir heute Einiges richtig gemacht.“ Gerards Fazit fiel noch deutlicher aus: „Eigentlich müssten wir Erwachsenen uns schämen, dass wir uns von Kindern vormachen lassen, wie es richtig geht!“

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