Plan für Mehrfamilienhaus ist vom Tisch

Von: Ingo Kalauz
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Kein Mehrfamilienhaus auf dem ehemaligen Zechenparkplatz: Der Investor hat den Verzicht auf das Projekt in Altmyhl verkündet. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Das Projekt „Mehrfamilienhaus auf dem ehemaligen Zechenparkplatz in Altmyhl“ ist vom Tisch. „Der Investor hat mitgeteilt, dass er auf den Bau des Hauses verzichtet“, sagte Bürgermeister Bernd Jansen in der Sitzung des Stadtrates am Mittwochabend.

Nach dem Rückzieher beim geplanten Mehrfamilienhaus in Hilfarth ist es bereits das zweite Mal, dass der Protest von Bürgern in diesem Jahr mehr oder weniger direkt ein Wohnungsbauprojekt im Stadtgebiet verhindert hat.

Sowohl im Hinblick auf den in Hückelhoven angespannten Wohnungsmarkt als auch, um neuen Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen zu schaffen, sollen im Stadtgebiet eine Reihe von Mehrfamilienhäusern gebaut werden.

Das ist für Investoren, also für Menschen, die ihr Geld gewinnbringend anlegen wollen, im Augenblick eine ziemlich lukrative Sache: Zum einen ist Geld derzeit sozusagen zum Null-Zinsen-Tarif zu haben, zum anderen gibt es für den Bau von Wohnraum von Flüchtlingen ausgesprochen attraktive Zuschüsse von Land und Bund. Und darüber hinaus sind die Wohnungen nach dem sich schon jetzt abzeichnenden Abklingen des Flüchtlingsstroms gut an Privatpersonen zu vermieten.

Das galt auch für das Projekt „Errichtung eines Zehnfamilienhauses in Altmyhl. Jacobastraße, auf dem Grundstück Gemarkung Hückelhoven-Ratheim, Flur 65, Flurstücke 144 und 151 (ehemaliger Zechenparkplatz), durch Privatinvestoren“. In der Beratungsvorlage zur Sitzung des Ausschusses für Soziales, Senioren und Integration am 7. März hatte die Verwaltung dazu geschrieben: „Der Standort dürfte nach Auffassung der Verwaltung besonders gut geeignet sein, da im Falle eines Abklingens des Bedarfes (für Flüchtlinge, d.Red.) diese Wohnungen an Mitarbeiter der im Industriepark Rurtal ansässigen Firmen gut vermietet werden können.“

Gegen das Projekt hatte sich allerdings in Altmyhl erheblicher Widerstand formiert. In einer Versammlung am 15. April forderten die Altmyhler dringend weitere Gespräche mit der Stadt: Man sei im Vorfeld nicht genügend über das Vorhaben informiert worden. „Auch für diesen Standort wird die Verwaltung vor der Erstbelegung eine Anwohnerinformation durch Rundschreiben durchführen“, ließ man wissen. Das aber war den Altmyhlern dann doch zu dürftig.

Bürgermeister Bernd Jansen hatte sich daraufhin zu einem Gespräch im Rahmen einer Bürgerversammlung einverstanden erklärt. Die Altmyhler monierten vor allen Dingen, dass ein Wohnhaus dieser Größe dem baulichen Charakter des Ortes fundamental widerspreche.

„Die Überprüfung, ob eventuell zwei kleinere Wohnhäuser statt des einen großen gebaut werden können, haben sich als nicht wirtschaftlich erwiesen“, sagte der Bürgermeister in der Ratssitzung. Deshalb habe der Investor jetzt gänzlich auf die Realisierung des Projektes verzichtet. „Ich werde die Bürger Altmyhls in dieser Woche über den neuen Stand der Dinge informieren“, sagt Bernd Jansen. Die geplante Bürgerversammlung sei damit natürlich „entbehrlich“ geworden.

„Aber selbstverständlich stehe ich für Gespräche jederzeit zur Verfügung“, betonte Hückelhovens Bürgermeister.

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