Plätze im Zentrum und ein Aussichtspunkt

Von: Helmut Wichlatz
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Visionen für Venrath und Kaulhausen: Im Mittelpunkt der Orte sollen Plätze entstehen, an denen sich die Einwohner treffen können. Und am Immissionsschutzwall könnten Anlage entstehen, die zur Erholung dienen. Auf dem Wall sei auch eine Aussichtsplattform denkbar. Ob und wann solche Pläne Realität werden, ist derzeit offen. Die Planer haben erst einmal die Ideen der Bürger visualisiert.Animationen: Stadt Erkelenz
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Visionen für Venrath und Kaulhausen: Im Mittelpunkt der Orte sollen Plätze entstehen, an denen sich die Einwohner treffen können. Und am Immissionsschutzwall könnten Anlagen entstehen, die zur Erholung dienen. Auf dem Wall sei auch eine Aussichtsplattform denkbar. Ob und wann solche Pläne Realität werden, ist derzeit offen. Die Planer haben erst einmal die Ideen der Bürger visualisiert. Animationen: Stadt Erkelenz
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Die Ideen müssen aus der Bevölkerung herauskommen: Stadtplaner Professor Rolf Westerheide. Foto: H. Wichlatz

Erkelenz-Venrath. Die Dorfentwicklung der beiden zukünftigen Tagebaurandorte Venrath und Kaulhausen steht schon länger im Fokus eines Prozesses, den die Bezirksregierung Köln finanziell unterstützt. In Workshops hatten Städteplaner aus Aachen und Bürger der beiden Ortschaften Ziele und Visionen erarbeitet, wohin die Reise nach dem Tagebau gehen soll.

So präsentierten der Aachener Stadtplaner und Professor Rolf Westerheide und Uli Wildschütz vom Planungsbüro RaumPlan in der Venrather Vereinsgaststätte Bruns die ersten Ideen und Projekte für eine kurz- bis mittelfristige Dorfentwicklung und zur Stärkung der sozialen Beziehungen innerhalb der Orte und zwischen ihnen. Rund 1000 Einwohner sind betroffen vom näher rückenden Tagebau und nach der Beendigung der Kohleförderung mit dessen Hinterlassenschaft in Form eines Lochs, das gleich hinter den Orten beginnt.

Über die Ideen wurde schon in der Vergangenheit berichtet, waren sie doch nach der Dorfkonferenz im August vorigen Jahres sowie bei einer Zukunftswerkstatt und einem Dorfrundgang entwickelt worden. Zuerst, so betonten die Stadtplaner, müsse die Dorfinnenentwicklung angegangen werden. Dazu gehöre auch, dass ein Ort geschaffen werde, an dem sich die Bevölkerung treffen könne. Denkbar sei dazu der Ausbau oder ein Anbau einer Halle an die ehemalige Gaststätte Bruns, die von der Dorfgemeinschaft betrieben wird.

Weitere Maßnahmen wären die Umgestaltung der Dorfmittelpunkte zu Plätzen, an denen man sich trifft, sowie die Umgestaltung der Ortseingänge und die Schaffung von Parkplätzen, die die Parksituation im Ort entschärfen würden. Um die Zahl der Einwohner auch weiterhin stabil zu halten, könnten auch bestehende Gebäude umgebaut oder durch Neubauten ersetzt werden. Auch Neubaugebiete an der tagebauabgewandten Seite der Orte könnten die Ortschaften für Neubürger oder junge Familien attraktiver machen.

Diskutiert wurde auch die Vision der energieunabhängigen Ortschaften. Doch auch die Wege innerhalb der Orte sowie zwischen ihnen und nach Herrath bedürfen einer Neuplanung. Damit einher geht die Nutzung des derzeit an den Ortsenden in der Errichtung befindlichen Immissionsschutzwalls für Freizeitaktivitäten, Naherholung und Tourismus. Der Wall, führte Wildschütz aus, könne an bestimmten Stellen verdickt werden, um dort eine Aussichtsplattform zu errichten. Selbst für das später auf der anderen Seite des Walls liegende Pumpenfeld könnte in eine Planung einbezogen werden. Ein weiterer Fokus soll auf der Sicherung der ökonomischen Basis der beiden Orte liegen, wozu auch die Landwirtschaft gehört.

In den kommenden Schritten müssen die Venrather und Kaulhausener zusammen mit den Stadtplanern festlegen, welche der Ideen und möglichen Projekte in der Umsetzung Priorität haben. Westerheide betonte noch einmal, dass die Initiative aus der Bevölkerung selbst heraus kommen müsste. Bürgermeister Peter Jansen erklärte, dass infrastrukturelle Maßnahmen unterstützt würden, die von den Bürgern auch genutzt werden. Viel wichtiger war zumindest den Kaulhausenern eine verbindliche Aussage zur künftigen Tagebaurandstraße.

Diese würde nämlich nach derzeitigem Planungsstand in die Kaulhausener Dorfstraße münden und so den gesamten Verkehr, der von der A61 abführt, durch den Ort führen. Gefordert wird ein Lückenschluss mit der K30, was einer Umgehungsstraße und somit einer Verkehrsentlastung in Kaulhausen gleichkäme. Entsprechende Überlegungen gibt es beim Landesbetrieb Straßen.NRW jedoch erst für den zweiten Bauabschnitt. Die Planungen des Landesbetriebes seien schon weiter vorangeschritten als öffentlich mitgeteilt werde, erklärte Jansen.

Eine befriedigende Lösung könne schneller kommen, als man derzeit annehme, betonte Jansen mit Verweis auf intensive Gespräche mit RWE Power und die Bereitschaft des Unternehmens, den zweiten Bauabschnitt früher als geplant anzupacken.

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