Erkelenz - Pipeline für H-Gas auch über Erkelenzer Stadtgebiet

Pipeline für H-Gas auch über Erkelenzer Stadtgebiet

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Verlegung einer Pipeline zur Gasversorgung: Eine rund 250 Kilometer lange Leitung soll von Lichtenbusch bis Legden durch NRW gebaut werden. Auch das Stadtgebiet von Erkelenz spielt in den Planungen eine Rolle. Foto: Open Grid Europe
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Rund 80 Erkelenzer waren zur Informationsveranstaltung ins Foyer der Stadthalle gekommen. Foto: hewi

Erkelenz. Nach der Braunkohle kommt das Erdgas. Und zwar in Form einer rund 250 Kilometer langen Pipeline, die von Lichtenbusch kommend auch über Erkelenzer Stadtgebiet geführt werden soll. Millionen Haushalte sollen so mit Erdgas versorgt werden, wenn das Vorkommen des niederkalorischen L-Gases bis 2030 „auf Null zurückgeht“.

Deshalb müsse das Netz auf das sogenannte H-Gas umgestellt werden. Dies erläuterte Helmut Roloff vom Essener Unternehmen Open Grid Europe bei einer Informationsveranstaltung im Foyer der Erkelenzer Stadthalle. Dort konnten sich Bürger an Schautafeln und im persönlichen Gespräch über das Projekt informieren.

„Wir haben nichts zu verbergen und setzen deshalb von Anfang an auf Transparenz“, betonte Roloff, der bei dem Unternehmen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Fakt ist, dass die Gasblase, aus der das Netz von den Niederlanden aus kommend versorgt wird, in absehbarer Zeit aufgebraucht ist. Daher muss frühzeitig mit der Schaffung eines neuen Versorgungsnetzes für NRW begonnen werden. Die rund 250 Kilometer lange Pipeline soll nach den derzeitigen Planungen in vier bis fünf Jahren stehen und den Westen Deutschlands mit dem belgischen Netz und dem Seehafen Zeebrügge angeschlossen werden.

Mehrere Varianten

Die Pipeline mit dem Namen „Zeelink“ beginnt in Aachen-Lichtenbusch und soll bis Legden bei Ahaus führen. Rund 600 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Vor der Realisierung muss die Trassenführung in einem Raumordnungsverfahren festgelegt werden. Zwei der diskutierten Varianten verlaufen auch über Erkelenzer Gebiet, weshalb sich auch die Stadt in das formelle Verfahren einbringen kann.

In der Stadthalle wurden Karten vorgestellt, auf denen auch die rund 600 Meter breiten Suchkorridore eingezeichnet waren, in denen die rund 1,60 Meter breiten Rohre verlegt werden sollen. Diskutiert wurde daher auch über Eigentumsverhältnisse und den Wert des Bodens, in dem dann die Pipeline verläuft. Wem gehört der Acker, unter dem die Rohre liegen? Und ist lukrativer Ackerbau dann überhaupt noch möglich? Aber auch auf mögliche Risiken wiesen die mittlerweile in solchen Dingen durchaus erfahrenen Bürger hin: Tagebaubedingte Bodenabsenkungen im Randgebiet des Kohlelochs könnten die Pipeline gefährden.

Der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg verwies auf den Interessenkonflikt zwischen Gasversorgung und städtischer Siedlungsentwicklung hin, da eine der Trassenvarianten zwischen Matzerath und dem Oerather Mühlenfeld verlaufen würde. Die sogenannte „Optimaltrasse“ zwischen Bellinghoven und Immerath (neu) würde ein Nadelöhr passieren, betonte Lurweg.

Neben Kritik gab es aber auch konstruktive Vorschläge wie die Verlegung der Rohre unter der geplanten Grubenrandstraße oder der neuen A 61, die nach dem Tagebau neu errichtet werden soll.

Unternehmen und Bürger wollen weiterhin im Dialog bleiben, um eine optimale Lösung zu finden, die in das Feststellungsverfahren eingebracht werden soll. Ein Besucher erklärte am Rande der Veranstaltung, dass es nicht klug sei, die Pipeline-Pläne an die des Tagebaubetreibers RWE Power zu koppeln, da „man nicht weiß, ob die uns am Ende nicht doch mit dem Rest hier sitzenlassen“.

Also noch viele offene Fragen und einiges an Erklärungsbedarf.

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