Pilotprojekt: Flüchtlinge können Altenpflegehelfer werden

Von: Naima Wolfsperger
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Künftige Pflegehelfer: Thierno Diallo (li.) und seine Kollegen erholen sich nach dem Besuch der Einrichtungen im Haus Karin am Kicker. Foto: nai

Gangelt. „Bei mir zu Hause sagt man immer: ‚Was man den Älteren gibt, das bekommt man auch zurück‘“, sagt Thierno Diallo aus Selfkant-Höngen. Der 24-Jährige aus Guinea ist seit drei Jahren in Deutschland. Bisher hat er ein Jahr auf einem Bauernhof im Selfkant gearbeitet. Jetzt nimmt er an dem Projekt „Care for Integration“ teil. Dabei werden junge Flüchtlinge zu Altenpflegehelfern ausgebildet.

Derzeit sind es 19 junge Menschen aus der Region, die an dem Pilotprojekt teilnehmen. Initiator ist der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., Landesgruppe NRW. Die Ausbildung erfolgt durch die Akademie für Pflegeberufe und Management gGmbH (APM).

Unterstützt wird das Programm vom Landesministerium für Arbeit, Integration und Soziales, der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Heinsberg. Finanzielle Förderung erhält das Programm aus dem europäischen Sozialfonds (ESF). In den ersten zwölf Monaten werden Grundkenntnisse in der Altenpflege vermittelt. Weitere sechs Monate erfolgt die Qualifizierung zum Altenpflegehelfer. Eine verkürzte Fachkraftausbildung kann nach dem Programm gemacht werden, aber auch Pflegehelfer sind auf dem Jobmarkt sehr gefragt.

 

Bisher stellt neben der Heinrichs-Gruppe nur eine weitere Organisation die nötigen Praktikumsstellen für die frischgebackenen Azubis zur Verfügung. Während einer Rundreise durch den Kreis Heinsberg konnten die Projektteilnehmer vier Standorte der Heinrichs Gruppe kennenlernen: die beschützte Pro8-Einrichtung in Kückhoven, die Seniorenzentren in Wegberg und Breberen und das Haus Karin in Mindergangelt.

Zum einen soll ihnen das eine Entscheidungsmöglichkeit bieten, wo sie ihr Pflichtpraktikum absolvieren wollen.„Zum anderen sollen sich aber auch alle im Klaren sein, was der Beruf bedeutet und mit sich bringt“, sagt Renate Hahn-Lindt, Ausbilderin der APM, mit Verweis darauf, dass der Job körperlich sowie geistig hohe Anforderungen stellt. Seit Anfang Dezember vergangenen Jahres schult sie die potenziellen Krankenpflegehelfer darin „was Alter überhaupt bedeutet, wie sich die Sinne und die Wahrnehmung der Menschen im Alter verändert“.

Zwei der Flüchtlinge haben bereits in ihrem Herkunftsland in der Pflege gearbeitet, erklärt Hahn-Lindt, dass einige der Teilnehmer dafür ganz genau wüssten, welchen Beruf sie gewählt haben.

Auch Diallo freut sich über die neuen Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehen. Er hat beim Jobcenter Heinsberg angefragt, weil er gerne eine Ausbildung machen wollte. Dort wurde ihm das neue Programm vorgestellt. Er kann gleichzeitig auch seine Deutschkenntnisse verbessern. Vor dem Krankenpflege-Unterricht erhalten die Flüchtlinge täglich vier Stunden Sprachunterricht. Dieser sei speziell auf die Lerninhalte abgestimmt, betont Hahn-Lindt die praktische Ausrichtung des Sprachunterrichts.

Für Diallo ist klar: Er möchte die Ausbildung durchziehen. Bei den Besuchen in den einzelnen Einrichtungen hat er fleißig mitgeschrieben – „wo liegen die Schwerpunkte, worauf muss man besonders achten?“ Seine Favoriten stehen schon fest: „Ich würde gerne im Selfkant oder in Mindergangelt mein Praktikum machen.“

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