Pilgerweg verbindet die sieben Gemeinden

Von: Anna Petra Thomas
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Als Schirmherr des neuen Pilgerwegs von St. Marien hatte der Wassenberger Bürgermeister Manfred Winkens die Ehre, das Band zur Eröffnung durchzuschneiden. Foto: Anna Petra Thomas
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Käthe Cremers (rechts) war aus Effeld nach Ophoven gekommen, Johanna Roth aus Wassenberg. Beide schlossen sich der Fahrradgruppe an auf ihrem Weg weiter nach Effeld. Foto: Anna Petra Thomas
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Pünktlich zur Eröffnung des Pilgerwegs ist ein praktischer, kleiner Führer entstanden, der auf der Innenseite eine Karte mit der Wegstrecke und praktischen Hinweisen enthält. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg. Es schien, als habe der Himmel den Startschuss selbst geben wollen. Pünktlich um sieben Uhr am Sonntagmorgen donnerte es ein paar Mal ganz heftig, doch der Gewitterregen blieb aus. So konnte sich die Radlergruppe um Pfarrer Thomas Wieners und Pater Dr. Gerald Tanye auf den Weg machen, um die Stelen auf dem neuen Pilgerweg einzusegnen.

Dieser verbindet jetzt alle sieben Gemeinden der Pfarrei St. Marien Wassenberg miteinander. Start- und Zielpunkt war die Kirche St. Mariä Himmelfahrt in der Oberstadt. Von dort ging es zunächst nach Myhl. Hier steht eine Pilger-stele an der 1893 errichteten Kreuzigungsgruppe auf dem Schwanderberg. Von dort bietet sich eine Aussicht auf die im Tal liegende Pfarrkirche St. Johann Baptist.

Nächste Station war die Stele an der Stiftskirche St. Georg in der Wassenberger Unterstadt. Diese Kirche wurde bereits 1118 als dreischiffige romanische Pfeilerbasilika gebaut. Die heutige Kirche wurde 1956 eingeweiht und zur Propsteikirche erhoben. Dritter Halt der Pilgergruppe war die Stele an der Caritas-Pflegestation in der Unterstadt, die auf eine rund 100 Jahre alte Stiftung der Familie Forkenbeck zurückgeht.

In Orsbeck, der nächsten Station, befindet sich die neue Pilger-stele am Luchtenberger Kreuz (Im Dieck), einem mehrstufigen Blaustein-Hochkreuz aus dem 19. Jahrhundert. Weiter nach Ophoven: Erbaut bereits 1198 als Teil eines Zisterzienserklosters, ist die Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Ophoven heute neben dem Birgelener Pützchen einer der beiden offiziellen Wallfahrtsorte im Stadtgebiet. Die liebenswürdige Mutter von Ophoven, eine Statue aus dem Jahr 1350, ist seit mehr als 500 Jahren das Ziel der Pilger. Hier erhielt neben der Stele am Haupteingang zugleich eine Marienstatue aus einem ehemaligen Grabstein einen neuen Sockel.

Der Weg als Ziel

In Effeld steht die Stele an der Marienkapelle (Ecke Dorfstraße und Paulusbruch). Diese musste 1952 dem Ausbau der Dorfstraße weichen, wurde aber nur sieben Meter weiter in gleicher Gestalt wieder aufgebaut. Angekommen in Birgelen, segneten Tanye und Wieners eine Stele, die an die Birgelener Bergkirche erinnert (Aufgang zum Friedhof vom Pützchensweg). Dort sollen schon der heilige Lambertus (ermordet 705) und der heilige Willibrord (658-739) getauft haben.

Auf dem Rückweg Richtung St. Mariä Himmelfahrt in der Oberstadt hatten sich immer mehr Radler den beiden Priestern angeschlossen, um dort mit ihnen einen festlichen Gottesdienst anlässlich der Einsegnung der Stelen entlang des Pilgerweges zu feiern. „Dieser Weg deutet darauf hin, dass wir als Gemeinschaft unterwegs sind“, betonte Tanye. Nicht nur das Ziel sei beim Pilgern wichtig, sondern auch der Weg selbst und die Berücksichtigung des eigenen Ichs, erklärte Wieners in seiner Predigt. Schließlich ging sein Dank an das gesamte Team, das die Idee von Martina Jansen umgesetzt hatte. „Das war richtig zukunftsweisend“, erklärte er.

Im Anschluss an die heilige Messe hatte Bürgermeister Manfred Winkens als Schirmherr die Aufgabe, das Band für den zusätzlich installierten kleinen Pilgerweg rund um die Kirche durchzuschneiden. Dieser Weg ist ein Angebot für Menschen, die eine große Pilgerrunde nicht mehr bewältigen können, hier den großen Pilgerweg beginnen oder sich an den sieben Stelen einfach nur Impulse für ihren Alltag abholen möchten. Er ist zudem barrierefrei und bietet mehrere Sitzmöglichkeiten.

Präsentation

Anschließend lud die Pfarrei zu einem großen Pilgerfest an der Kirche in der Oberstadt ein. „Spannendes für Jung und Alt“ lautete dabei das Motto einer Präsentation der Malteser. Und neben einer Verlosung war auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

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