Pilger feiern seit 200 Jahren das Kreuzfest in Orsbeck

Von: anna
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Das Kreuz in Luchtenberg war das Ziel der Prozession mit der Kreuzreliquie. Foto: Anna Petra Thomas
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Nur gut 1,5 Zentimeter lang ist die kleine Kreuzpartikel in der Reliquie in St. Martinus in Orsbeck.

Wassenberg-Orsbeck. Rund 60 Pilger aus Kempen, Willich-Anrath und Tönisvorst-Vorst konnte Pfarrer Thomas Wieners zur 200. Wallfahrt anlässlich des Kreuzfestes in Orsbeck begrüßen. Die Gemeinde St. Martinus besitzt ein Reliquiar, das einen Kreuzpartikel enthält.

Ursprünglich wurde dieses im Kloster in Dalheim aufbewahrt, 1802 jedoch im Rahmen der Säkularisation als Dauerleihgabe nach Orsbeck gebracht. 1815 unter Papst Pius VII. war Orsbeck offiziell als Wallfahrtsstätte anerkannt worden. Seit 1817 pilgern Gläubige aus Anrath und Vorst nach Orsbeck.

Anbetung und Prozession

Nach einer Spendung der Krankensalbung am ersten Wallfahrtstag und einer eucharistischen Anbetung am zweiten Tag trafen die Pilger am Nachmittag in Orsbeck ein. Einer Verpflegung im Pfarrheim folgte eine Prozession mit der Reliquie zum Luchtenberger Kreuz.

Eine solch offene Demonstration des Glaubens sei heute nicht mehr selbstverständlich, sagte Wieners vor Ort. Jesus verschwinde mehr und mehr aus dem öffentlichen Leben. „Ob das uns Menschen auf Dauer guttut, bezweifle ich“, betonte er. „Es liegt an uns, ob wir Jesus gegenwärtig sein lassen im öffentlichen Straßenbild.“

Das kleine Stückchen Holz in der Reliquie sei höchstwahrscheinlich dabei gewesen, als Jesus am Kreuz gestorben sei, erklärte Wieners zum Beginn der anschließenden heiligen Messe in St. Martinus. In diesem Augenblick sei das Böse besiegbar geworden. „Jeder von uns ist in seine Aufgabe hineingestellt, in seinem Leben das Böse zu besiegen und Gutes zu tun. Seid wachsam. Bleibt bei Jesus!“, rief er den Gläubigen zu.

Weihwasser gesegnet

Für jede Sünde des Menschen habe Gott am Kreuz mit dem Blut seines Sohnes bezahlt, sagte Wieners in seiner Predigt. Die christliche „Grundbotschaft“ sei, dass Jesus für das Heil der Menschen gestorben sei. „Er freut sich, wenn ich ihm meine Sünden bringe.“ Die Schuld alleine sei nicht das Schlimme, sondern der Umgang damit. Der Kreuzpartikel verdeutliche das Leiden Jesu, durch das die Menschheit gerettet werden könne.

Während der Messe, die der Kirchenchor musikalisch gestaltete, segnete Wieners Weihwasser mit der Kreuzpartikel, das die Gläubigen in kleinen Flaschen ebenso mitnehmen konnten wie eigens für das Jubiläum gefertigte Kerzen. Im Anschluss waren alle Gottesdienstbesucher zum gemeinsamen Grillen eingeladen, für dessen Organisation Wieners dem Ortsausschuss dankte.

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